🖊️ Sabina Butz  📷 Jürgen Eckert

Den jüdischen Friedhof in Meschede erreicht man entweder über die Beringhauser Straße oder vom Hennepark aus. Egal aus welcher Richtung man kommt, der erste Eindruck ist überraschend: Ein unauffällig, aber gut gepflegtes, völlig unspektakuläres, fast wie ein privater Garten wirkendes Grundstück mit insgesamt 46 Grabsteinen, zwei Grabplatten und einem Ehrenmal. Keine Blumen, keine Kränze, allenfalls Steine, die nach jüdischem Brauch auf die Grabsteine gelegt werden. Einen jüdischen Friedhof hat es in Meschede schon 1829 gegeben. Vielleicht lag er sogar an derselben Stelle. Hier stammt das älteste Grab aus dem Jahr 1851, das jüngste datiert aus dem Jahr 1938.

Der Ort lädt zum Verweilen ein: Selten andere Besucher, vollkommene Ruhe und keine Ablenkung, ein aus der Zeit gefallener Platz mitten in einer betriebsamen Stadt.
Im ersten Buch Mose 3,19 steht: „….du bist aus Erde und sollst zu Erde werden.“ Viele Menschen der unterschiedlichsten Religionen und auch die Menschen, die keiner Religion angehören, stimmen diesem Satz zu. Vielleicht lernen wir an Orten wie diesem, in der Zwischenzeit von der Geburt bis zum Tod friedlich, respektvoll und verantwortungsbewusst miteinander umzugehen.