🖊️ 📷 Walter Eilhard

Nun blühen sie wieder, die Frühblüher, die vor dem Wälder-Laubaustrieb ihr Blühen und Fruchten geschafft haben müssen und die der diesjährige Frost so lange warten ließ. Die Sonne hat sie jetzt in aller Pracht hervorbrechen lassen: die roten und weißen Lerchensporne, die weißen und gelben Windröschen, das Lungenkraut, Veilchen, Bingelkraut, dazwischen mit noch versteckten Blütenknospen unzählige Blätter des Bärlauchs und die schwarzgepunkteten Blattspreiten des Aaronstabes.

Dann blüht da noch ein selteneres Kleinod des artenreichen, auf Kalk wachsenden Buchenwaldes: der Wald-Goldstern, ein Liliengewächs. Seine gelben sechsstrahligen Sterne zeigen sich nur kurze Zeit, und auch dann werden sie beim flüchtigen Hinsehen leicht mit den viel häufigeren Scharbocksblüten verwechselt.

Alle diese Frühblüher präsentieren sich in diesen Tagen in einem naturbelassenen Garten-Waldstück in Alt-Sichtigvor. Auf dessen aus Grauwacke hervorgegangenem eher sauerem Boden wären außer Buschwindröschen und Veilchen wohl keines der jetzt hier gedeihenden Frühblüher natürlich vorgekommen. Ihre jetzige Standorttreue und rege Fortpflanzung verdanken sie der Fruchtbarkeit des alten Gartenbodens – und dem Grundstücksbesitzer, der den einstigen Haarwälderbewohnern dieses Stückchen Erde jenseits der Möhne anbot.