Wo die Kirche noch mitten im Dorf steht – St. Hubertus Kapelle Jadghaus

St. Hubertus Kapelle in Jagdhaus.

Eine kleine Kirche mit Symbolkraft

Von Ursula Wiethoff-Hüning – Fotos: Heidi Bücker

Jagdhaus gehört definitiv zu den schönsten hoch gelegenen Dörfern im Schmallenberger Sauerland. Die kurvige, kleine Straße führt einen von Fleckenberg aus stetig bergauf quasi in eine andere Welt, immerhin bis auf circa 650 Meter Höhe. Das Dorf am Rothaarsteig lebt vom Tourismus, von Wandergästen sowie ruhesuchenden Urlaubern und wirkt dabei ganz ursprünglich. Die Hubertus-Kapelle nach dem Entwurf des Architekten Josef Franke aus Gelsenkirchen rundet den beschaulichen Charakter des Dorfes ab. Ein wenig erhaben liegt die Kapelle eingebettet in die Natur beim Hotel Jagdhaus Wiese und lädt zum Verweilen ein. Sie sollte mitten im Dorf stehen und auf erhöhtem Terrain von weitem sichtbar sein, überlegten sich die Jagdhauser Familien im Jahr 1936, als sie sich auf Initiative von Franz Wiese, der auch sein Grundstück zur Verfügung stellte, für den Bau der Kapelle einsetzten. Die kleine Kirche sollte zeigen, wonach sich die Bürger auch in schwierigen Zeiten sehnten, was ihnen Mut und Kraft gab. „Sie soll für alle Kommenden eine Stätte der Besinnung und des Friedens werden“, so heißt es in der Urkunde der Grundsteinlegung vom 20.April 1936.

Das Innere der Kapelle.

Dass die Grundsteinlegung sich übrigens um eine Woche verschob, lag daran, dass es an jenem 20. April wohl einen so heftigen Schneesturm gab, dass Jagdhaus mit einem Meter Schnee von der Außenwelt völlig abgeschnitten war. Viele Bürger aus Fleckenberg und anderen umliegenden Ortschaften beteiligten sich auf unterschiedliche Art am Bau, auch Jagdhaus-Gäste. Die Pieta entstammt dem 14.Jahrhundert, die Glasfenster wurden von Margarete Franke, der Tochter des Architekten, geschaffen. Der geschnitzte Kreuzweg, die Tabernakeltür und das Hubertus-Relief über der Eingangstür sind frühe Werke des bekannten Sakralbildhauers Schneider-Manzell, der zu jener Zeit häufig Gast in im
benachbarten Wulwesort war. Bereits am 19. August 1936 konnte die Kapelle unter dem
Patronat von Sankt Hubertus, dem Schutzheiligen der Jagd, eingeweiht werden, und seit
1952 wird in der kleinen Kirche auch das Allerheiligste aufbewahrt. Ein schönes Symbol ist es, dass das Ewige Licht an dem der Pfarrkirche in Fleckenberg entzündet wurde, ein Zeichen der Zusammengehörigkeit der beiden Gotteshäuser. Mittlerweile gibt es die
„Kappellengemeinschaft Jagdhaus e.V.“, die die Unterhaltung des Gotteshauses auch für die Zukunft sicherstellt. So erfreuen sich die Jagdhauser und viele Gäste auch heute an
dieser gepflegten und atmosphärisch schönen kleinen Kirche.