🖊️ Philip Stallmeister  📷 Theo Kulke/Philip Stallmeister

Es kracht, es wummert und es riecht. Wenn Theo Kulke aus Rüthen-Menzel seinen Trecker von 1939 startet, ist das ein Ereignis. Das 80 Jahre alte Gefährt ist alles andere als unauffällig, dabei fällt er im Vergleich zu heutigen Modellen von der Größe her bescheiden aus. Kulkes Motto „Das Leben ist viel zu kurz, um popelige Autos zu fahren“ steht schließlich auch auf der Front des Treckers.

Zusammen feiern Besitzer und Fahrzeug 2019 150. Geburtstag. Der Deutz F2 315 begleitet Theo Kulke seit 1989. „Der Deutz war vorher 30 Jahre nicht mehr im Gebrauch. Er stand bei Franz Dahlhoff im Nachbardorf Nettelstädt“, berichtet Kulke, der sofort begeistert war, als er seine neue Errungenschaft anließ: „Auf so einem Deutz habe ich angefangen. Als ich jung war, hatten wir ein gleiches Modell.“ Der ehemalige Landwirt machte sich zusammen mit dem pensionierten KFZ-Meister Adolf Evertz, der bei der Postdirektion für den Fuhrpark zuständig war, an die Restauration des damals schon historischen Treckers. Kulke erinnert sich: „Wir haben sieben Jahre restauriert. Der Deutz wurde komplett zerlegt und 1996 wieder zugelassen. Seitdem läuft er wie n‘ Dopp.“

Als Landwirt ist Kulke mittlerweile Rentner. Die Flächen hat er seinem Sohn Maximilian übertragen. Aber zu einfachen Arbeiten im mittlerweile naturbelassenen Gelände wird der Deutz noch eingesetzt. Für größere Arbeiten stehen noch zwei weitere Deutz jüngeren Datums parat. Das Gespann von stolzen 150 Jahren lässt es sich auch nicht nehmen, manchen Ausflug zu machen. So sind Kulke und sein Deutz schon mal zu einer Spazierfahrt am Möhnesee unterwegs oder beim Oldtimertreffen des ADAC in Bad Sassendorf. Kulke weiß dann schnell, wie Aufmerksamkeit zu bekommen ist: indem er den Anlasser startet.