Wenn Hilfe ein Lächeln schenkt

Der Verein Lächelwerk

Von Heike Schulte-Belke

Wenn die Diagnose „Krebs“ lautet oder eine andere schwerwiegende Erkrankung vorliegt, ändert sich alles von jetzt auf gleich – nicht nur im Leben der Betroffenen, sondern auch in deren Umfeld. Es sind wirklich harte Schicksale von krebs- und chronisch schwerst erkrankten Kindern und deren Familien, um die sich der Verein Lächelwerk e.V. kümmert. Ob im finanziellen oder psychologischen Bereich: Durch die Hilfe vor Ort soll den betroffenen Familien der Alltag ein wenig erleichtert und angenehmer gemacht werden.
„Wir fangen da an, wo andere aufhören“, erklären Manja Schulz und Alex Göbel. Dafür sind sie als erste Ansprechpartner bei Problemen, Sorgen und Nöten fast rund um die Uhr erreichbar. Zu der enormen Belastung einer Erkrankung kommt oftmals hinzu, dass die reguläre Unterstützung in vielen Lebensbereichen nicht ausreicht und die jungen Patienten sowie deren Familien vor unüberwindbaren Hürden stehen. Es fehlt nicht nur an finanziellen Mitteln, auch das ganz normale Familienleben leidet, denn jede Krankheit bedeutet auch eine große psychische Belastung. Der Verein Lächelwerk ist da, fängt auf und leitet weiter: an eine professionelle Stelle oder an die vielen ausgebildeten Ehrenamtler, die sich im Verein engagieren.

Alex Göbel und seine Frau Manja Schulz haben vor zwei Jahren den Verein Lächelwerk e.V. gegründet und seitdem ist der Verein aus ehrenamtlichen Mitarbeitern ständig gewachsen. Aber auch der Bedarf in der Region ist enorm, und um dem gerecht zu werden, bedarf es weiterer Mitarbeit in vielen Bereichen. Sowohl finanzielle als auch persönliche Unterstützer werden dringend gebraucht, um die vielen notwendigen Hilfestellungen erbringen zu können. Dazu zählen die Anschaffung von Therapiegeräten, die Umgestaltung von Räumlichkeiten und die Unterstützung ehrenamtlicher Projekte ebenso wie Zuschüsse zum Familienurlaub oder anderen unvergesslichen Erlebnissen, die die schwere Situation für einen Moment lang vergessen lassen. Aber auch Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige, psychologische Betreuung und Beratung sowie soziale Förderung und Unterstützung von Jugendlichen durch verschiedene, pädagogisch gestützte Kurse zählen zu den Hilfestellungen des Lächelwerks. Was für die meisten Kinder ganz normal ist, ist für manche etwas ganz Besonderes. So werden auch kleine Highlights wie Nikolaus oder Geburtstagsfeiern organisiert, denn sie sind für einige ein Erlebnis, das sie selbstbewusster und glücklicher macht. In unterschiedlichen angebotenen Kursen können sich Kinder und Jugendliche kreativ, sportlich, spielerisch oder künstlerisch beschäftigen, je nach eigenem Interesse. Dabei ist jedes Kind willkommen, krank oder gesund, denn so können auch Berührungsängste genommen werden.

Eine offene Arbeit ist den Verantwortlichen in allen Bereichen besonders wichtig. Jeder Interessierte kann sich persönlich vor Ort über den Verein und dessen Arbeit informieren und jeder Förderer kann selbst entscheiden, in welches Projekt sein Geld einfließt. So kann eine Spende zweckgebunden sein, also zu 100 % für einen bestimmten Zweck eingesetzt werden, oder sie unterstützt nach Wunsch verschiedene Projekte. „Die Unterstützung vor Ort ist ganz große Klasse“, freut sich Alex Göbel. „Es gibt hier viele Menschen mit Herz. Die heimischen Betriebe sind sehr kooperativ und auch die privaten Spenden helfen uns sehr – dafür sind wir wirklich dankbar.“ Der Verein möchte möglichst vielen Familien helfen und da es bisher keine staatliche Förderung gibt, ist man genau auf diese Spenden
angewiesen; deshalb sind weitere starke Partner an der Seite wünschenswert.
Im letzten Jahr wurden die beiden Gründer bereits mit dem Ehrenamtspreis NRW 2018 ausgezeichnet, für den Deutschen Engagementpreis 2019 in Berlin wurden sie ebenfalls nominiert. Der Deutsche Engagementpreis gilt als absoluter Spitzenpreis.

Das Kuscheltier Loona ist eines der Projekte des Lächelwerks.

Durch persönliche und berufliche Erfahrungen wurde der Verein Lächelwerk zum Lebenswerk von Manja Schulz und Alex Göbel. Mit viel Herzblut und Engagement helfen
sie, wo es geht, und konnten schon manch ein Lächeln in die Gesichter von Kindern und deren Familien zaubern. „Es ist traurig, was für Schicksale es gibt“, sagt Alex Göbel. „Aber es ist auch unwahrscheinlich aufbauend, wenn man in manchen Momenten in sich hineinlächelt, sie genießt und sieht: Man hat alles richtig gemacht.“

Lächelwerk e.V.
Der Verein Lächelwerk e.V. hat seine Räumlichkeiten in Bad Fredeburg, Im Ohle 5 (Kurse).
Seit Anfang Juni findet man eine weitere Anlaufstelle in Schmallenberg, Weststraße 26.
Öffnungszeiten hier: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr, Freitag 9 bis 12 Uhr, zusätzliche Termine nach Vereinbarung.
Die Arbeit des Lächelwerks kann unterstützt werden durch einmalige, regelmäßige und dauerhafte Spenden, durch Sachspenden, Projektpatenschaften, Events oder durch ehrenamtliche Unterstützung.
Weitere Infos auch unter www.lächelwerk.de