🖊️ Dirk Bannenberg  📷 Jürgen Eckert/Spedition Mönig

Es ist ein sonniger Mittwochvormittag im Mai, als wir von Carsten Mönig, Geschäftsführender Gesellschafter der gleichnamigen Spedition, mit einem herzlichen “Guten Morgen, woll” begrüßt werden. So geht ein Gespräch gut los – typisch sauerländisch halt. Nach und nach kommen noch Alexander Schulz und Bernd Mönig, der Vater von Carsten, mit an den Tisch. Zusammen mit Stefan Schöttler bilden sie die Führungsmannschaft der Mönig Unternehmensgruppe mit ihrem Hauptsitz in Meschede-Enste.

“Stefan Schöttler kann heute leider nicht dabei sein, denn er präsentiert die Mönig Logistik auf einem Fachkongress für Technische Sauberkeit in Berlin”, erklärt Carsten Mönig. Technische Sauberkeit? Etwas verwundert fragen wir nach, denn wir hatten eher mit “klassischen” Speditionsgeschichten wie Transport und Lagerung gerechnet. Mönig lacht ein wenig. “Das ist auch schon genau das Spannende bei uns. Die meisten Leute denken bei Mönig an die gelben LKW, doch viele Menschen wissen gar nicht, dass wir im Logistikbereich sehr aktiv sind und dort wiederholt über den Tellerrand schauen – so auch im Fall der Behälterreinigung für die Automobilindustrie, wo die Technische Sauberkeit eine große Rolle spielt. Wir trauen uns viel zu!”

Alexander Schulz ergänzt: “Für eine große Brauerei übernehmen wir zum Beispiel inhouse die komplette Reinigung des Messe-Equipments, heißt also vom Schankwagen über den Powerkühler bis hin zum Bierglas. Selbst um kleinere Reparaturen am Inventar muss sich die Brauerei nicht mehr kümmern.” Mit so einem Service hätten wir von WOLL die Spedition nicht in Verbindung gebracht. Spannend.

Gründung 1957 in Grevenstein

Die Wurzeln der heutigen Unternehmensgruppe mit ihren über 180 Mitarbeitern liegen in Grevenstein. Ernst Mönig zog es zunächst nach Hemer, wo er als Busfahrer sein Geld verdienen musste. Doch er ging zurück nach Grevenstein, kaufte von seinem Bruder einen gebrauchten LKW und gründete dort am 1. März 1957 einen Fuhrbetrieb für Milchtransporte und Sägemehl. “Die ersten Kunden waren in Hüsten und Arnsberg ansässig. Wir haben vormittags Milchkannen und nachmittags Sägemehl für die Spanplattenindustrie transportiert”, ergänzt Bernd Mönig. Manche Kunden von damals sind es auch heute noch.

Mönig wuchs und bald schon wollte man auch in das Geschäft mit dem Fernverkehr einsteigen. Die damals dafür benötigte “rote” Konzession wurde Mönig verweigert. Da diese fest an einen LKW gebunden war, kaufte man 1978 im Schwarzwald kurzerhand ein Fahrzeug samt Konzession für 275.000 D-Mark, wobei sich der Wert des LKW selbst auf lediglich 25.000 D-Mark belief (seit gut 25 Jahren benötigt man keine Konzession mehr). Es folgten die ersten Abrollcontainer (1979) sowie der Umzug nach Freienohl im Jahr 1984. Nach der Wende etablierte Mönig eine Niederlassung in Gotha und später weitere in Denkendorf und Bremen, ein wichtiger Standort für die Abwicklung von Seefrachten. 2016 erfolgte schließlich der Umzug der Hauptverwaltung nach Meschede-Enste, um den gestiegenen Platzbedarf wie auch die Nähe zu den eigenen Lagerhallen Rechnung zu tragen.

Eierlegende WOLLmilchlogistik

Heute wird alles aus einer Hand angeboten: Transport, Zoll, Luft- und Seefracht sowie Lagerlogistik. Die kundenindividuelle Kombination dieser Dienstleistungen ist die besondere Stärke von Mönig. Wo andere Firmen im Sauerland lediglich einzelne Leistungsbausteine anbieten, ist das Zusammenspiel dieser Services der entscheidende Wettbewerbsvorteil. “Man hat als Kunde einen Ansprechpartner und wir können intern alles perfekt aufeinander abstimmen, wie die Zahnräder in einem gut geölten Getriebe”, erläutert Bernd Mönig anschaulich. “Das spart Zeit und Geld!” Viele große Industrie- und Handelsunternehmen im Sauerland vertrauen Mönig daher ihre Lager- und Transportaufgaben umfassend an.

Von der Milchkanne bis zum Onlineshop

Zurück zur Logistiksparte, ein florierender Bereich von Mönig. Ein Schwerpunkt darin sind unter anderem Lösungen für Betreiber von Online-Shops. “Für unsere Kunden übernehmen wir auf Wunsch die komplette Abwicklung”, verrät uns Schulz. Selbst das Retourenmanagement wird von Mönig effektiv betreut. Mit dem Tochterunternehmen Optimondo werden zudem Dienstleistungen wie die Gestaltung einer Homepage, der Erstellung eines Online-Shops oder die Konzeption verkaufsfördernder Marketingmaßnahmen auf Amazon, Google und Social Media professionell durchgeführt. Eine wirklich erstaunliche Entwicklung, bedenkt man die Anfänge von Mönig.

Fahrer/innen zu 95% abends zu Hause

Die größte Herausforderung für die Zukunft liegt im Personalbereich, denn es fehlt an Fahrern. “In den Medien wird oft ein falsches Bild über diesen Beruf dargestellt”, sagt Carsten Mönig. “Man kann sehr eigenständig arbeiten, muss wichtige Entscheidungen treffen und ist nicht acht Stunden lang in einer dunklen Industriehalle. Bei uns bekommt man dazu komfortable High-Tech-Maschinen und dank ´Fleetboard´ auch Boni für effiziente Fahrten.”

Zum Abschluss verrät uns Alexander Schulz, dass die meisten Fahrer/innen abends zu Hause bei ihren Familien sind, denn die klassischen Fernverkehre nach Spanien & Co. werden heute an spezielle Anbieter als Subauftrag weitergeleitet. “Wer Interesse hat bei uns zu arbeiten, auch ohne LKW-Führerschein, kann sich gerne an uns wenden. Hier ist ein tolles Team am Werk!”, sagt Carsten Mönig begeistert.

Das können wir von WOLL wirklich bestätigen und wünschen dem Mönig-Team für die Zukunft weiter viel Erfolg!