Finaler Tag der Meisterschaft in Balve geendet

Strahlende Mediallienträger: Helen Langehanenberg (links im Bild) und Jessica von Bredow-Werndl.

Isabell Werth und Felix Haßmann vervollständigen das neue Meisterquartett

Nach einem tollen Warsteiner Samstag mit Stars wie Lisa Röckener und dem Franzosen Lorenzo, die eine absolut beeindruckende Show ablieferten, standen am gestrigen Sonntag die letzten Prüfungen in Balve an.

Ritten zur Bronzemedallie: Helen Langehanenberg und Hengst Damsey FRH.

Deutsche Meisterschaft Grand Prix Kür
Die erfolgreichste Reiterin aller Zeiten fügte mit 88,150 Prozent ihrer Medaillensammlung die 15. Goldene bei Deutschen Meisterschaften hinzu. Mit „Zweitpferd“ Emilio tanzte Isabell Werth zur Goldmedaille. In der künstlerischen B-Note, die auch die Choreographie und den Schweregrad beurteilt, erhielt sie bis zu 96 Prozent. „Das war heute meine neue Kür zu italienischer Opernmusik und ich war sehr überrascht, dass sie so gut lief, denn ich hatte sie gar nicht oft geübt“, verriet Isabell Werth nach dem Sieg. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ging die Grand Prix Kür für Jessica von Bredow-Werndl und ihre 12-jährige TSF Dalera BB zu Ende. „Ich hatte auch schon mit Gold geliebäugelt… Aber Silber ist natürlich auch großartig. Endlich hab` ich nach vier Bronzemedaillen einmal eine andere Medaillenfarbe bei Deutschen Meisterschaften!“, lachte die sympathische Dressurreiterin.

Bezauberten die Balver Kulisse: Jessica von Bredow-Werndl und Dalera.

85,600 Prozent gab es für das wunderschöne Duo. Bronze fiel an Helen Langehanenberg und den schon 17-jährigen Hannoveraner Hengst Damsey FRH mit 84,275 Prozent. „Damsey und ich hatten eine tolle Saison. Er fühlt sich dynamisch an und ich glaube, so sieht es auch aus. Ich bin echt stolz auf den Dicken!“, so Helen Langehanenberg.

 

Felix Haßmann wird Deutscher Meister der Springreiter!

Die Siegerehrung der Deutschen Meisterschaft im Springen 2019.

Der Jubel war groß und gegönnt hatte es ihm sowieso jeder: Felix Haßmann holte sich nicht nur seinen ersten Deutschen Meistertitel, sondern seinen insgesamt ersten Titel im Seniorenlager. Der 33-jährige Pferdewirt, der auf dem elterlichen Hof in Lienen arbeitet, lobte die Veranstaltung und den Wert der Deutschen Meisterschaften: „Ich habe mich gezielt auf die Deutschen Meisterschaften vorbereitet. Der Titel bedeutet mir sehr viel und er ist für mich etwas ganz Besonderes!“, so der jüngere Bruder von Toni Haßmann. Doch geschenkt wurde ihm der Sieg nicht: Er und der 14-jährige Holsteiner Hengst Cayenne WZ, absolvierten vier fehlerfreie Umläufe und dennoch wurde ein Stechen nötig zwischen Felix Haßmann und Jan Wernke. Auch er leistete sich über die vier schweren Runden keinen Tadel. Felix hatte im Stechen die Nase vorn. Er beendete die Entscheidung in fehlerfreien 42,84 Sekunden; Jan Wernke kam zwar drei Sekunden schneller über die Ziellinie, dafür leistete er sich auf dem elfjährigen Oldenburger Wallach Nashville HR  aber zwei Abwürfe. Bronze fiel an Hendrik Sosath.Er leistete sich in den ersten drei Umläufen je einen Zeitfehler, im letzten blieb er fehlerfrei. Gesattelt hatte er den elfjährigen Oldenburger Casino Berlin. Zur Meisterehrung der Grand Prix Kür sowie zur Ehrung der Deutschen Meister im Springreiten war Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen angereist.

Leider nicht mehr so erfolgreich wie im letzten Jahr: DM 2018 Mario Stevens.

Andere Prüfungsergebnisse des Tages
Der Longines Optimum Preis zählte nicht nur als zweite Wertungsprüfung in der Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft der Springreiter, sondern war auch die schwerste Prüfung der Springkonkurrenzen beim Longines Balve Optimum. Hier siegte auch Felix Haßmann mit Cayenne (0/0/57,66) vor Jan Andre Schulze Niehues mit dem zehnjährigen Oldenburger Fitch (0/0/59,10) und Markus Brinkmann auf dem zwölfjährigen Holsteiner Pikeur Dylon (0/0/59,91).

Youngster-Tour-Finale
Sie siegten schon am Donnerstag in der Youngster-Tour für siebenjährige Springpferde und sie taten es auch heute im Finale: Toni Haßmann und sein Rheinländer Hengst Nubalou W.Z.. Die zwei blieben fehlerfrei in 31,61 Sekunden. Dicht verfolgt wurden sie von Christoph Kläsener und dem belgischen Hengst Marlon vd Heffinck (0/31,98) und Tina Deurer, die die Holsteinische Spartacus-Tochter E`loise D gesattelt hatte (0/33,00).

Richard-Wätjen-Gedächtnispreis-Finale
Dorothee Schneider und ihr zehnjähriger Hannoveranerhengst Quantum Vis MW beendeten den Richard-Wätjen-Gedächtnispreis mit 73,907 Prozent – damit hatten sie fast 5 Prozent Vorsprung auf die Verfolger. Zweiter wurde Uwe Düker, der mit Hispaniola, einer achtjährigen Dante Weltino-Tochter, auf 69,186 Prozent kam, vor Sandra Nuxull, die die elfjährige Hanami OLD gesattelt hatte (65,930 Prozent).

Junioren Förderpreis, Preis der Westfälischen Provinzial Versicherung
„Zukunft braucht Herkunft – das ist unser Motto beim Longines Balve Optimum und auch unsere DNA. Die jungen Talente müssen behutsam in den Sport hineinwachsen, brauchen attraktive Prüfungen und die Chance, in großen Stadien vor großer Kulisse zu starten. Genau deswegen sind Prüfungen wie der Junioren Förderpreis der Westfälischen Provinzialversicherung, so wichtig“, sagt Turnierchefin Rosalie von Landsberg-Velen. In der Prüfung hatte Julius Reinacher mit der zehnjährigen Westfalenstute Goodith die Nase vorn. Sie benötigten 62,08 Sekunden für den Parcours, den sie fehlerfrei beendeten. Rang zwei belegten Jan Berning und die zehnjährige Westfälin Grandessa (0/ 63,71) vor Stefan Leber, der mit dem zwölfjährigen Holsteiner Diamond Transporter 63,98 Sekunden benötigte.

Mittlere Tour, Medice-Preis
An ihm führt in der Mittleren Tour kein Weg vorbei: Felix Hassmann siegte auch im Medice-Preis präsentiert von der Medice Arzneimittel Pütter GmbH & CO.KG mit seinem 14-jährigen Brandenburger SL Brazonado in fehlerfreien 34,73 Sekunden. Rang zwei belegte Tina Deuerer mit dem Wallach Smint mit Null Fehlern und 36,66 Sekunden vor Andreas Kreuzer und Campino (0/37,17).

Seit diesem Jahr im Zeichen von Longines: Das Longines Balve Optimum 2019.

Das Longines Balve Optimum erfreute sich nicht nur sommerlicher Temperaturen, sondern auch großem Zuspruch: Über 25.000 Zuschauer strömten zur wunderschönen Turnieranlage in Balve. „Das Longines Balve Optimum brachte alles mit, was man sich wünschen kann: hochklassigen Sport, Emotionen, wahre Krimis, Freudentränen… Wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Auflage des Longines Balve Optimum vom 7. bis 10. Mai 2020!“, so Turnierchefin Rosalie von Landsberg-Velen.