🖊️ Ellen Sonneborn  📷 S. Droste, Privat

Autobahnausfahrt Enste. Ein großes, gut lesbares Schild an der Front einer Fachwerkfassade weist auf den Zucht-, Reit- u. Fahrverein Calle-Meschede e. V. hin. Calle-Meschede in Enste? Diese Frage hat sich sicherlich schon manch einer gestellt. Meschede, als übergeordnete Stadt, lässt sich im Namen des Vereins ja erklären, aber Calle. Calle liegt gut und gerne sechs Kilometer entfernt.

Vereinsgründung 1946 in Calle

Equipe aus dem Jahr 1974
Equipe aus dem Jahr 1974

Die Namensgebung ist auf den Gründungsort, also Calle, zurückzuführen und auf die Tatsache, dass die Gründungsmitglieder größtenteils aus Calle bzw. dem Kirchspiel Calle kamen. „Aber auch die britische Besatzungsmacht hat damals eine Rolle gespielt“, erklärt Bernd Büngener, Geschäftsführer des aktiven Reitvereins. „Die stand kurz nach Kriegsende Vereinsgründungen durchaus kritisch gegenüber, sodass es einfacher war auf einem kleinen Dorf einen Verein zu gründen, als in Meschede selbst“, entnimmt er der Vereinschronik.

Rath’s Wiese und Schloss Laer

1974 über Stock und Stein
1974 über Stock und Stein

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Oder eine Wiese. Die ersten Reitstunden fanden 1946 abwechselnd auf der Wiese des Gründungsmitgliedes Josef Rath in Mülsborn und neben der Reithalle in Laer, die damals noch von den Briten belegt war, statt. Die jungen Reiter legten sich unter der Regie von Gründungsmitglied Willi Schäfer mächtig ins Zeug und so gelang es innerhalb kürzester Zeit, eine stabile und bald auch erfolgreiche Equipe aufzubauen. 1947 starteten die Caller Reiter erstmals auf dem Turnier in Hellefeld. Sein erstes eigenes Turnier veranstaltete der junge Verein 1948 am Schloss Laer. Jedoch unter schwierigen Umständen. Neben fehlenden finanziellen Mitteln – die Währungsreform war gerade einen Monat alt – musste auch eine Genehmigung der Besatzungsmacht eingeholt werden. „Der Kommandant stimmte nur unter der Bedingung zu, dass sein eigenes Pferd, unter Willi Peitz, teilnehmen durfte“, kommentiert Bernd Büngener die Historie.

Engagement, Unterstützung und Erfolg

Equipe aus dem Jahr 1984
Equipe aus dem Jahr 1984

Der Graf von Westphalen stellte den Mescheder Reitern die Reithalle Laer bis 1956 für den Reitunterricht und die Außenanlagen für die jährlichen Turniere zur Verfügung. Dank seiner Unterstützung und des Enthusiasmuses der Sportler gewann der RV Calle-Meschede zunehmend Bekanntheit und den Respekt in der Reiterszene.

Zahlreiche gute Platzierungen auf den Turnieren der Region und ihr unbändiger und fairer Sportsgeist taten ein Weiteres. Mit dem Ende der Trainings-Ära Laer fand man zwar eine „Notlösung“ in der „Bullenhalle“, diese konnte die „mageren“ Jahre des Vereins jedoch lediglich verzögern. Nichtsdestotrotz ließen sich die Calle-Mescheder Reiter in ihrer Leidenschaft nie bremsen.

Phönix aus der Reithalle

Springreit-Training

Als 1968 der fast vergessene Antrag auf Bezuschussung einer Reithalle durch die Landwirtschaftskammer bewilligt wurde, ging es am neuen Standort in Enste mit dem Verein und dem regen Vereinsleben umgehend und stetig bergauf. Eine Stallanlage kam schnell hinzu und die Anzahl der Reitschüler schoss in die Höhe. Dementsprechend stellte sich auch der reiterliche Erfolg erneut ein. „In diesen Jahren hat sich im Verein viel bewegt. Eine erfolgreiche Ponyabteilung kam hinzu und vor allem die Förderung und fundierte Ausbildung der Jugend nahmen eine wichtige Rolle ein“, erzählt Vereinskassiererin Petra Schmehl.

Jugendarbeit und Teamgeist

Begeisterte Reterinnen (vl):
Jeannette Spychalla, Helena Bause, Paulina Knoppik, Lea Filipponi und Lena Büngener

Bis heute, 72 Jahre nach Vereinsgründung, betreibt der Zucht-, Reit- u. Fahrverein Calle-Meschede e. V. eine aktive Jugendarbeit und fördert den Mannschaftssport. „Das ist in der Reiterei gar nicht so einfach“, kommentiert Vereinsvorsitzende Pia Wullenweber das Engagement. „Teammotivation, gemeinsame Trainings und den Teamgeist zu stärken ist arbeitsintensiv, macht aber auch sehr viel Freude. Derzeit ist unsere junge Vierkampf-Mannschaft, das ist eine Kombination aus Laufen, Schwimmen, Dressur -und Springreiten, sehr aktiv“, berichtet sie.

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