🖊️ Paul Senske  📷 S. Droste

WOLL Chefredakteur Paul Senske (li) und Ulrike Mikitta, Ortsvorsteherin von Andreasberg, Dörnberg und Wasserfall im Gespräch
WOLL Chefredakteur Paul Senske (li) und Ulrike Mikitta, Ortsvorsteherin von Andreasberg, Dörnberg und Wasserfall im Gespräch

Die Beantwortung der Frage nach der „Seele des Dorfes und dem Wesen der Einwohner“ fällt Ulrike Mikitta leicht: „Andreasberg ist ein Dorf der Generationen. Die Bewohner sind typische Sauerländer, zuerst sind sie reserviert, dann packen sie richtig mit an“, sagt die Ortsvorsteherin der ehemaligen Bergarbeitersiedlung. „Es macht Spaß, hier zu leben und gemeinsam unser Dorf zukunftsfähig zu machen.“ Ein Meilenstein ist das LEADER-Projekt „Dorf der Generationen“, ein gelebtes Stück Gemeinschaft, das Attraktivität und Lebensqualität des auf einem Höhenrücken zwischen den Tälern der Elpe und der Valme gelegenen Ortes deutlich steigert.

 Dieses Projekt ist unser Alleinstellungsmerkmal,
erzählt Ulrike Mikitta.

Sie ist seit acht Jahren Ortsvorsteherin des Dorfes, das 1854/55 im Zuge des Bergbaubooms entstand und in dem heute noch Strukturen der früheren Bergmannssiedlung wie die schnurgerade Dorfstraße mit der langgezogenen Wohnbebauung erkennbar sind. Das LEADER-Projekt besteht aus einem herrlichen Rundweg, der die Generationen verbindet und Ausdruck der Initiative „Ein Dorf bewegt sich“ ist. An diesem Projekt sind alle Vereine des Dorfes, zu dem auch Dörnberg und Wasserfall gehören, unter Federführung des Fördervereins „Andreasberg Dörnberg Aktiv“ beteiligt.

Der Rundweg ist nicht nur ein Projekt, das Jung und Alt im jüngsten Dorf der Gemeinde Bestwig verbindet, sondern zieht auch Besucher von außerhalb an. „Der Rundweg ist so angelegt, dass man ihn erlebnisreich erwandern kann“, betont Ulrike Mikitta. Eine Station ist der Freizeitpark mit u. a. einer Boule-Anlage, mit Spielgeräten und einer Matschanlage für kleine Kinder. Am Sportplatz wurde eine in der Region viel beachtete und frequentierte Beachvolleyball-Anlage errichtet. Weiter geht es zum Fußweg „Unter den Gärten“ oder auch Spielstraße genannt. Markant ist hier der zwei Meter große und 2,5 Tonnen schwere „Summstein“. Ein Klangspiel, eine Vesper-Ecke, wo Kindergeburtstage gefeiert werden, Balancierbalken oder auch Hüpfkästen sind weitere Attraktionen. Wer will, kann auch in einer Hängematte den Blick ins Tal genießen. Schließlich geht es zur Obstbaumwiese am Friedhof, die selbstverständlich zum Pflücken einlädt. Für jeden Punkt gibt es Paten. Für den „Summstein“ ist der Gesangsverein Concordia zuständig, für die Matschanlage die Feuerwehr, der Freizeitsport-Verein pflegt die Boule-Anlage, SW Andreasberg hält die Beachvolleyball-Anlage in Ordnung.

„Die Kindergartenkinder sind die Paten der Obstbaumwiese“, ergänzt Ulrike Mikitta. Natürlich spielen auch die Schützen eine wichtige Rolle. Seit diesem Jahr wird übrigens das Schützenfest von Freitag bis Sonntag gefeiert. Der Vogel wird am Sonntag geschossen.

Nicht ohne Stolz verweist die Ortsvorsteherin darauf, dass „sich die jungen Einwohner mit Andreasberg verbunden“ fühlen. „Die 25- bis 35-Jährigen suchen Wohnungen im Dorf. Sie fühlen sich hier wohl.“ Das unterstreicht auch eine Initiative der Jugendlichen im Dorf: In einem alten Bauwagen möchten sie einen Treffpunkt, eine Art Jugendraum, errichten. Er soll ein wenig abseits vom Ort sein, um auch mal ungestört Musik hören zu können. Der Treffpunkt soll am Sportplatz entstehen.

Infrastrukturell hat sich in den letzten Jahren ohnehin einiges getan. Die evangelische Kirche wurde entwidmet und zu einem Wohnhaus entwickelt. Im ehemaligen Kindergarten hat die Feuerwehr ihr Domizil. Das „Steigerhaus“ (Gemeindehaus) wurde verkauft und renoviert. „Es ist jetzt ein Schmuckstück.“ Drei Eingangsschilder weisen den Weg ins Dorf: Ein Schild zeigt die Dorf-Ansicht, das zweite gewährt einen Panoramablick. Das dritte hat symbolischen Charakter und zeigt einen Großvater mit Enkelkind: Andreasberg, als „Dorf der Generationen“ mit gelebter Gemeinschaft.