775 Jahre Oberkirchen – 775 Jahre Schmallenberg

Foto: Heidi Bücker

von Hermann-J. Hoffe

Lange, lange vor der Zeit, als die Orte Schmallenberg und Oberkirchen durch die Gebietsreform im Jahre 1975, zusammen mit 81 weiteren Orten der Ämter Fredeburg und Schmallenberg, zur neuen Stadt Schmallenberg wurden, fanden die beiden Orte am Unterlauf des Flüsschens Lenne erste schriftliche Erwähnungen in offiziellen Dokumenten. Das war für beide Orte genau vor 775 Jahren. Grund genug für Oberkirchen und für Schmallenberg dies gebührend zu feiern. Oberkirchen hat mit einer bunten Jubiläumsfeier am 26. Januar, an der das ganze Dorf mitgewirkt hat, den ersten Teil der offiziellen Feierlichkeiten schon hinter sich. Und auch in Schmallenberg fand am 2. März die offizielle Jubiläumsfeier mit der Heimatministerin des Landes NRW in der Stadthalle Schmallenberg statt. In beiden Orten werden im Laufe des Jahres noch weitere Festivitäten auf dem Programm stehen. WOLL hat zwei der Initiatoren und Macher der Jubiläumsfeiern in Oberkirchen und Schmallenberg zu einem Gespräch gebeten, um einige Merkmale und Vorzüge der beiden Orte Oberkirchen und Schmallenberg vorzustellen. Wir trafen uns mit Michael Keuthen, Förster und Ortsheimatpfleger in Oberkirchen und Alfons Brüggemann, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Schmallenberg im Hotel Störmann, das in diesem Jahr ebenfalls Jubiläum (250 Jahre Hotel Störmann) feiert.

WOLL: Was ist an Oberkirchen herausragend?

Alfons Brüggemann: Ich bin schon als Kind gerne durch Oberkirchen gefahren und ohne jetzt hier zu schmeicheln, mir hat der Ort schon immer sehr gut gefallen. Später habe ich dort viele, viele Jahre auf dem tollen Oberkirchener Schützenfest Musik gemacht. Dabei habe ich viele Leute kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Ich fühle mich in Oberkirchen rundum wohl. In meinen Augen, ist Oberkirchen einer der schönsten Orte in der Stadt Schmallenberg

WOLL: Wo muss man in Schmallenberg unbedingt mal
gewesen sein?
Michael Keuthen: Der beliebte „Historische Stadtrundgang“ durch Schmallenberg deckt wunderbar alle Orte ab, wo man auch wirklich mal gewesen sein muss. Als Gegensatz dazu sollte man natürlich das Holz- und Touristikzentrum aufsuchen. Das hebt sich eindrucksvoll von dem traditionellen Stadtbild ab. Ein anderer Ort, wo, wie ich gehört habe, Leute gerne hingehen, scheint der Werksverkauf von FALKE zu sein.
Alfons Brüggemann: Wenn ich das noch um das älteste noch erhaltene Gebäude in Schmallenberg ergänzen darf, das Schmalen Haus und dazu das Kunsthaus Alte Mühle unterhalb der Stadtmauer.

WOLL: Oberkirchen und die umliegenden Orte sind heute ein bedeutender Teil der Stadt Schmallenberg. Was hat Oberkirchen in die neue Stadt Schmallenberg mit eingebracht?
Michael Keuthen: Natürlich das Image des Golddorfes und die öffentlichen Gebäude, wie zum Beispiel die Schule. Der Wald in Oberkirchen war schon immer in Privathand, davon ist nichts in die kommunale Verant wortung übergegangen. Die meisten Einrichtungen wie Schützenhalle, Spiel- und Sportplätze waren und sind in der Trägerschaft von Vereinen. Selbst die Wassergewinnung und -versorgung liegt in den Händen der dörflichen Wasserinteressengemeinschaft.

WOLL: Welche Persönlichkeiten aus Schmallenberg und welche aus Oberkirchen
sollte man unbedingt kennen?
Alfons Brüggemann: Da sind an vorderster Stelle die beiden Bürgermeister Josef Balzer-Lönzen und Paul Falke zu nennen. Der eine hat dafür gesorgt, dass das Wasser im Latroptal erschlossen wurde und dann über die Höhe nach Schmallenberg eingeleitet werden konnte. Der andere Bürgermeister, Paul Falke, hat sich unter anderem sehr vehement für den Bau der Stadthalle eingesetzt, die im Rahmen des Jubiläumsfestaktes am 2. März nach der Renovierung im neuen Glanz erscheint. Wichtige Personen aus der Kultur sind beispielweise der Künstler Carl Siebert, der zum 725-jährigen Jubiläum das monomentale Denkmal auf dem Schützenplatz entworfen hat oder der Heimatforscher Josef Wiegel. Ebenso zu nennen wäre hier die Lehrerin und Heimatdichterin Hedwig Jungblut-Bergenthal, deren buch „Reype Ähren“ zu den wichtigen Werken plattdeutscher Literatur zählt. Nicht zu vergessen sind die jüdischen Unternehmerfamilien Meisenburg und Stern, nach denen auch heute noch die vor 1900 gebauten Fabrikanlagen in Schmallenberg benannt werden und natürlich die Familie Falke, mit der weltweitbekannten Textilmarke FALKE .
Michael Keuthen: Ganz spontan fällt mir der Familienname Schütte ein. Zum Beispiel Otto Schütte, Erbauer der heute bekannten „Schwarzen Fabrik“. Der war lange Jahre erster Vorsitzender der Schützengesellschaft und Mitbegründer des Sauerländischen Gebirgsvereins – SGV. Maßgeblich haben die Vorfahren von Karl Anton Schütte, dem Inhaber des heutigen Landhotels Gasthof Schütte, die Entwicklung des Tourismus im Ort und der Stadt gefördert. Familie Schütte konnte vor zwei Jahren das 555-jährige Familienjubiläum feiern. Viele weitere Familien wären hier noch zu nennen, zum Beispiel die Familie Gilsbach. Und mehr als in guter Erinnerung ist Pastor Schwenke, der sowohl die Jäger als auch den Reiterverein unterstützt hat. Von der jüngeren Generation fallen mir die Namen Thomas Kemper, Regierungssprecher bei Norbert Blüm im Landeskabinett, oder der Musiker Tobias Schütte ein. Wer mit Oberkirchen auch immer in Verbindung gebracht wird, sind die Mitglieder der Familie von Fürstenberg, die damals unter anderem die Gerichtsherren waren und so weit ich das weiß, auch den katholischen Geistlichen bestätigen mussten, der von Paderborn ernannt wurde. Und seit etwas mehr als einem Jahr ist auch der Rothaarsteigund WOLL-Fotograf Klaus-Peter Kappest in Ober kirchen zuhause.

WOLL: Was ist Ihr schönster Platz in Oberkirchen und Schmallenberg?
Michael Keuthen: Der schönste Platz in Oberkirchen ist für mich das Hartmecketal. Das erreicht man vom Hotel Schütte ausgehend in Richtung Schule. Dann weiter in Richtung Lüttmecke. Hier fängt dann das Hartmecketal an. Und der Bach, der in die Lenne mündet, das ist die Hartmecke.
Alfons Brüggemann: Es gibt viele schöne Plätze in Schmallenberg. Um eine besonders schöne Aussicht zu genießen, gibt es eine ganz vorzügliche Stelle hoch oben auf der Schmallenberger Höhe mit einer fantastischen Sicht auf die Stadt. Im Internet kann man die Bilder einer Webkamera an der Frenn-Wiethoff-Hütte verfolgen. Einen sehr, sehr schöner Blick bekommt man auch vom alten Friedhof an der Kapelle auf dem Werth geboten. Da schaut man links nach Grafschaft, am Kloster vorbei bis hinauf zum „Blinker“, einem der Kunstwerke am Waldskulpturenweg. Und nach rechts schaut man nach Fleckenberg.

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