🖊️ Sabina Butz  📷 S. Droste, Jürgen Eckert

Da kann ich mir noch so viel Mühe geben, jeder Mitbürger im lokalen Umkreis erkennt auf Anhieb, dass ich ein Buiterling bin. Oder vielleicht riechen die das? An der Kleidung kann es nicht liegen, auch mein äußeres Erscheinungsbild ist eher unauffällig. An der Sprache liegt es auch nicht. Die Sauerländer sprechen überwiegend hochdeutsch.

Ich oute mich wohl einfach durch mein Dasein: Ein neues Gesicht beim Bäcker, auf dem Markt oder beim Friseur. Bei Letzterem lernte ich auch den Ausdruck Buiterling kennen, plattdeutsch: buiten, sprich: büten, aber nicht so ganz, eher ein uji, aber auch nicht so ganz. Jedenfalls kann ich es noch nicht einmal richtig aussprechen. Dieses „buiten“ bezeichnet die gesamte Erde, vermutlich auch das Weltall, mit Ausnahme des eigenen Dorfes oder der eigenen Stadt. Die Entfernung spielt dabei überhaupt keine Rolle: Für den Mescheder ist der zugereiste Olsberger genauso ein Buiterling wie es ein Bayer, ein Friese, ein Bielefelder oder ein Marsbewohner wäre.
Auch zeitlich ist der Buiterling mindestens lebenslang festgelegt, in manchen Gegenden sogar über mehrere Generationen. Geographisch und zeitlich denken die Sauerländer also in globalen bis universellen Dimensionen.

Soweit ich bislang feststellen konnte, wird ein Buiterling nicht aufgrund seines Status diskriminiert. Jedenfalls solange nicht, wie er die Vorrangstellung der WOLL-Sager respektiert.

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