„Ich wollte schon immer Schauspielerin werden“

Foto: Tourismus Schmallenberger Sauerland/ Klaus-Peter Kappest

Daniela Bette-Koch in der Rolle als Gesicht des Schmallenberger Sauerlandes

von Hermann-J. Hoffe

Manch einem wird ihr Gesicht bekannt vorkommen, wieder andere haben schon einmal ihre Stimme gehört, ohne zu wissen, zu wem diese gehört. Die Rede ist von Daniela Bette-Koch, aufgewachsen in Fleckenberg, und unter anderem als Angelina Buchstab, später Dressler in der bekannten Fernsehserie „Lindenstraße“ sowie als Sprecherin erfolgreich. Im neuen Gästemagazin für das Schmallenberger Sauerland mit dem Titel „Begegnung, die Räume schafft“ stellt die überzeugte Sauerländerin ihre Heimat vor. WOLL hat Daniela Bette-Koch in Bonn besucht, wo sie mit Ehemann Michel Che Koch, ihren drei Kindern (zwei Söhne und eine Tochter) und Hund und Katze in einem dörflichen Vorort wohnt.

Der Wunsch, Schauspielerin zu werden, stand für Daniela schon früh fest. Als Nachkömmling in der Familie Bette nahm ihre Mutter als damalige Leiterin des Theatervereins Fleckenberg ihre Tochter oft zu den Proben mit. „Sie war noch
nicht geboren, da hat sie im Mutterleib schon die Theaterstimmung auf der Bühne mitbekommen“, erzählt Thea Bette. Schnell wurde das Talent ihrer Tochter erkannt und in zahlreichen Rollen begeisterte Daniela bei den Theateraufführungen in der Schützenhalle Fleckenberg. Eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau wurde vorzeitig beendet, eine kreative Fachschulausbildung mit dem Fachabitur schloss sich an. Ohne Geld und doppelten Boden organisierte die von der Schauspielerei faszinierte Sauerländerin einen Platz auf der Schauspielschule Arturo in Köln. Der Grundstein für eine Schauspiel-Laufbahn war gelegt. Daniela Bette-Koch: „Ich erinnere mich noch an meinen letzten Schultag am Berufskolleg in Neheim. Der Klassenlehrer verabschiedete mich damals mit den Worten: „Und diese junge Schauspielerin werden sie bald als Leiche in einem Tatort sehen“. Dass es mehr als eine Leichenrolle wurde, hat Daniela Koch-Bette inzwischen eindrucksvoll bewiesen.

Vom Dorftheater ins Schauspielhaus und zur Lindenstraße

„Durch die langjährige Arbeit in der Lindenstraße habe ich unheimlich viel gelernt. Drehbücher studieren, Mengen an Texten in kurzer Zeit lernen, immer verlässlich vorbereitet sein. Im Fernsehen scheint eine Szene leichtfüßig, aber der Weg dorthin sieht am Set ganz anders aus. Exakte Positionen treffen, Verabredungen mit Kamera und Regisseur sowie Ton und Lichttechnik einhalten, alles Gespielte wiederholbar machen und das Ganze dann noch locker aus der Hüfte, authentisch und natürlich mit der entsprechenden Emotion. Das „Drehen“ ist mir durch die 12 Jahre Lindenstraße in Fleisch und Blut übergegangen“, erläutert Daniela Bette-Koch.

Als Gesicht der aktuellen Fotoserie für das Schmallenberger Sauerland rückt für die in Bonn wohnende Schauspielerin die sauerländische Heimat wieder etwas stärker in den Mittelpunkt. Tourismusdirektor Hubertus Schmidt erläutert das Konzept für die neuen Fotos: „Wir wollten deutlich machen, wie facettenreich das Thema ‚Begegnung‘ hier vor Ort erlebbar ist. Angefangen von Begegnungen mit besonderen Menschen, mit der beeindruckenden Landschaft, mit gepflegten Dörfern bis hin zu Begegnungen mit all den kulturellen, sportlichen und historischen Sehenswürdigkeiten unserer touristischen Region.“ Daniela Bette-Koch ist in den Augen der Tourimusexperten eine sehr passende regionale
Botschafterin, weil sie ihre Besuche im Schmallenberger Sauerland selbst als kleine Auszeiten beschreibt, gern mit den Menschen in der Region zusammen ist und sie hier Zeit für sich findet, als Ausgleich zu ihrem herausfordernden Alltag als Mutter und Schauspielerin in Bonn. Was verbindet Daniela Bette-Koch heute mit ihrer Heimat, mit Fleckenberg, mit dem Schmallenberger Sauerland? „Ich fahre, oder besser, wir fahren so oft, wie es uns als Familie möglich ist, nach Fleckenberg zu meiner Mutter. Da ist meine Heimat. Da fühle ich mich wohl. Ich treffe mich gerne mit meinen Freunden dort und manchmal feiern wir wie früher. Und ganz ehrlich: Keiner kann das so wie die Sauerländer!“ Auf den Hinweis, dass auf ihrer Website unter Fremdsprachen unter anderem die Dialekte Kölsch und Ruhrpott stehen, nicht aber Sauerländisch, verspricht Daniela Bette-Koch sofort eine Korrketur: „Das wird sich ändern. Ich habe vermutlich Ruhrpott und Sauerländisch als einen Dialekt gesehen. Natürlich kann ich Sauerländisch, Woll?!“ Ihre Kinder übrigens haben früher, als sie kleiner waren, immer gefragt: „Wo liegt denn das Sauerland neben Deutschland?“ Das wissen sie inzwischen sehr gut und genießen hier unbekümmert die ungezwungene Atmosphäre und die zahlreichen Möglichkeiten, sich draußen in der Natur zu bewegen. Daniela Bette-Koch: „Für meinen Mann und die Kinder ist Fleckenberg und das Sauerland schon so etwas wie die zweite Heimat geworden. Und für mich ist es das zweite Zuhause.“

Lieblingsplätze und Lichtstimmungen

Das schauspielerische Können von Daniela Bette-Koch, die sorgfältig ausgewählten Lichtstimmungen und Landschaften, sowie die Professionalität des „Lichtmalers“ Klaus-Peter Kappest haben für das neue Gästemagazin und die Werbung und Pressearbeit des Schmallenberger Sauerlandes beeindruckende Aufnahmen entstehen lassen, die einen besonderen Blick auf die Region erlauben. Einige Lieblingsplätze aus Daniela Bette-Kochs Kindheit spielten, neben den von Klaus-Peter Kappest ausgewählten Orten, eine wichtige Rolle beim Fotoshooting: „Ins Bienental bin ich gern mit meinem Hund spaziert und hab dort als Kind am Bach gespielt“, erzählt sie. „Heute, wenn ich zu Besuch bei meiner Mutter, der Familie und Freunden bin, mache ich dort nach wie vor gern einen Spaziergang.“

Ein Gespräch mit der Schauspielerin Daniela Bette-Koch kann nicht enden, ohne die Frage nach der Zukunft, nach den Zielen und Wünschen der leidenschaftlichen Schauspielerin zu stellen. „Durch die Kinder ist das Schauspielen auf der Bühne in den vergangenen Jahren in den Hintergrund getreten. Ich hoffe, dass ich in der Zukunft wieder Theater spielen werde, weil ich die Herausforderung des Bühnenschauspiels doch sehr vermisse. Mit 38 bin ich aber auch langsam bereit, TV-Kommissarin zu werden!“, ergänzt die Sauerländerin mit der tiefen, sympathischen und festen Stimme lächelnd. Vielleicht ja bei einem ersten Sauerland-Krimi … Daniela Bette-Koch ist ein „Gesicht des Schmallenberger Sauerlandes“ und trägt gerne mit dazu bei, die Dörfer und die Landschaft rund um den Wilzenberg und in der Ferienregion Eslohe noch bekannter und beliebter zu machen. „Komm zu uns ins Sauerland, da begegnest Du aufgeschlossenen, freundlichen, humorvollen und bodenständigen Menschen und kannst in einer faszinierenden Landschaft abschalten und genießen“, formuliert die bekannte Sauerländerin zum Schluss und lächelt spitzbübisch dazu.