Sauerländer Hirsche

Foto: Thorsten Hinke

von Kerstin Matthies

Hand aufs Herz, hätten Sie das Tier auf dem Foto erkannt? Diejenigen, die gerade gedanklich schon zur Flinte gegriffen oder den Vorrat an Lorbeerblättern geprüft haben, sicher schon. „Das ist ein Reh, die Frau vom Hirsch“ ist übrigens nicht die richtige Antwort. Na ja, noch etwas jung, aber eindeutig Hirsch. Und nur auf den ersten Blick sind sich Jungtiere oder die weiblichen Vertreter der Gattung Reh und Hirsch ähnlich. Meist reicht ein Blick auf die Nasenpartie, die bei Rehen groß und schwarz ist. Rehe sind auch deutlich kleiner und zierlicher als Hirsche. Bei den männlichen Vertretern ist die Unterscheidung dann wieder sehr leicht, immerhin hatten Millionen deutscher Haushalte den röhrenden Hirsch mit seinem mächtigen Geweih vor dekorativer Waldkulisse jahrzehntelang an der heimischen Wohnzimmerwand hängen.

Aber noch mal im Klartext: Reh und Hirsch sind nicht einmal sonderlich nah verwandt. Familie Reh, bestehend aus Rehbock, Ricke und Rehkitz, gehört zu den Trughirschen beziehungsweise dem Rehwild. Familie Hirsch, bestehend aus Hirsch, Hirschkuh und Hirschkalb, gehört dagegen zu den echten Hirschen, dem Rotwild. Man mag es kaum glauben, aber unsere heimischen Rehe sind genetisch viel enger verwandt mit Rentieren und Elchen, die ebenfalls zu den Trughirschen gehören, als mit Hirschen.

Im Gegensatz zu den einzelgängerischen Rehen bilden Hirsche fast immer Gruppen. In NRW leben aktuell knapp 5.000 Tiere. Im Sauerland sind die Tiere besonders im Arnsberger Wald oder im Rothaargebirge zu finden. Dort sind sie ein wahrer Besuchermagnet, besonders in der Brunftzeit. Dass die Hirsche so hoch angesehen sind, liegt unter anderem daran, dass die Tierchen eine sehr gute Figur auf dem heimischen Herd machen. In vielen Gegenden wurden die Tiere alleine zu Jagdzwecken eingeführt. Da die ehemaligen Steppenbewohner relativ genügsam sind und auch mit kargem Raufutter wie Heu zurechtkommen, lassen sie sich auch problemlos in Wildgattern halten. Und so ergibt sich ein weiterer Unterschied zum Reh: Während Sie bei dem Hirsch auf Ihrem Teller nie genau wissen können, ob er aus freier Wildbahn kommt oder aus einem Gatter, stammt das Reh relativ sicher aus der Jagd. Die meisten Zoos und Wildgehege haben die Haltung der scheuen und in der Ernährung sehr anspruchsvollen Rehe mittlerweile aufgegeben.

Anzeige

inkl. MwSt.
zzgl. Versand

Zum Produkt

inkl. MwSt.
zzgl. Versand

Zum Produkt

inkl. MwSt.
zzgl. Versand

Zum Produkt

inkl. MwSt.
zzgl. Versand

Zum Produkt