Feuerwehr Eslohe – mit viel Nachwuchs in die Zukunft

Fotos: Heidi Bücker

von Andrea Gödde-Kutrieb

Übungsabend bei der Jungendfeuerwehr Eslohe: Schläuche ausrollen und kuppeln, Klettern an der Kletterwand, Knoten binden, theoretische und praktische Übungen stehen auf dem Programmplan. Die Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 17 Jahren warten gespannt, welche Aufgaben Thomas Gerhard, Gemeindejugendfeuerwehrwart, diesmal für sie parat hat.

Es herrscht eine freundschaftliche Atmosphäre. Man duzt sich. Dennoch ist Disziplin zu spüren. Besonders während der technischen Übungen. Nach kurzem Kommando weiß der Nachwuchs, was zu tun ist. Sobald eine Aufgabe erledigt ist, stellen sich die Jungendfeuerwehrleute gleich wieder in die Reihe. Dabei sind sie zu zweit und weichen sich so lange nicht von der Seite, bis sie von den Ausbildern wieder neu aufgeteilt werden. Thomas Gerhard erklärt: „Dass immer zwei zusammenbleiben, ist das Erste, was der Nachwuchs bei uns lernt. Denn auch im Einsatz sind wir immer zu zweit für eine Aufgabe zuständig. Es ist überlebenswichtig, sich zu vertrauen und sich felsenfest aufeinander verlassen zu können.“

Jugendfeuerwehrmitglieder dürfen bei Einsätzen ihrer Heimatwehr nur mitfahren, wenn sie mit 16 Jahren die Prüfung zum Erwerb der Leistungsspange erfolgreich abgelegt haben, und sowohl Eltern als auch Wehrleitung einem Einsatz schriftlich zustimmen. Darüber hinaus werden Nachwuchskräfte unter 18 Jahren niemals zu Verkehrsunfällen eingesetzt und auch nicht im Gefahrenbereich. Für die angehenden Feuerwehrfrauen
und -männer ist es durchaus positiv, bei einigen Einsätzen dabei gewesen zu sein. Zum einen, um so aus zweiter Reihe die Realität kennenzulernen, zum anderen aber auch, um sich mit Kameraden und Kameradinnen bekannt zu machen, denn die Esloher Wehren rücken meistens aus verschiedenen Ortsteilen zum Einsatzort aus. Die Jungendfeuerwehrschar kennt sich untereinander sowieso, denn der Nachwuchs aus allen Ortsteilen der Gemeinde wird zentral in Eslohe ausgebildet.

Nachwuchssorgen hat man nicht – ganz im Gegenteil. „Mit der augenblicklichen Anzahl an Ausbildern sind wir jetzt an unserer Kapazitätsgrenze angekommen, beschreibt Thomas Gerhard die Situation. 59 Mädchen und Jungen sind in der Jugendfeuerwehr registriert. Diejenigen, die jetzt noch dazustoßen möchten, werden auf eine Warteliste gesetzt. Diese ändert sich natürlich laufend, da jeder, der das 18. Lebensjahr erreicht hat, zu den erwachsenen Einsatzkräften wechselt und somit wieder einen Platz frei macht.

Foto: Heidi Bücker

Unterstützt wird Gerhard im Leitungsteam von seinen Stellvertretern Dennis Schweinsberg und Rainer Hoffmann. Technische, sportliche oder soziale Kompetenzen – welche Eigenschaften sollte jemand mitbringen, der sich bei der Feuerwehr engagieren möchte? Am wichtigsten sei Letzteres, da sind sich die Ausbilder einig.

Beim Dienst am Menschen ist sowohl innerhalb als auch außerhalb der Truppe die soziale Komponente die wichtigste. Alles andere fügt sich. Wenn jemand keine Sportskanone oder nicht schwindelfrei ist, stellt das eigentlich kein Problem dar. „Das Tätigkeitsfeld innerhalb der Feuerwehr ist so breit, da finden wir für jeden eine passende Aufgabe“, ist sich Dennis Schweinsberg sicher. Beim Übungsabend geben viele an, dass sie durch Freunde animiert wurden mitzukommen und dann geblieben sind. Bei anderen liegt das Feuerwehrgen in der Familie: Großeltern, Eltern oder Geschwister sind oder waren schon bei der Feuerwehr aktiv. „Aber“, schmunzelt Thomas Gerhard, „es gibt auch die anderen Fälle. Da sind die Kinder zunächst Mitglied und überzeugen dann ihre Eltern, sich bei der Feuerwehr zu engagieren.“

Besonders gefällt den Kids der Teamgeist untereinander. Die Übungen machen Spaß und man könne viele Freunde treffen, so die einhellige Meinung. Einige geben an, dass ihnen die Hilfe für andere Menschen sehr am Herzen liegt. Am beliebtesten bei allen ist die 24-Stunden-Übung. Diese wird einmal jährlich durchgeführt. Dabei wird im Feuerwehrhaus übernachtet. Während der 24 Stunden werden die Kinder und Jugendlichen alle drei Stunden geweckt und verschiedene Einsatzszenarien geprobt. Je nach Vorfall rücken die Trupps zu umgestürzten Bäumen, zu brennenden Palettenstapeln oder zu Tieren und Menschen in Notsituationen aus. Alles fühlt sich wie ein echter Einsatz an. Jetzt sollen schließlich alle zeigen, was sie bisher gelernt haben.

Thomas Gerhard selbst ist mit 17 Jahren der Feuerwehr beigetreten. Damals gab es noch keine Jugendfeuerwehr. Diese wurde in Eslohe erst 1999 gegründet. In diesem Jahr, genauer gesagt am 14.06.2019, sind es also 20 Jahre.

Die Feuerwehr in Eslohe ist also auch in Zukunft gut aufgestellt. Bei so viel Engagement von allen Seiten können die Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin beruhigt sein.

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