„Vun nix kütt nix“

Marcel Wüst (links) und Michael Rammrath (rechts, von der IHK) kurz vor Beginn des Vortrags. (Foto: Ralf Litera)

Radsportstar Marcel Wüst motiviert beim IHK-Unternehmerforum

Von Carla Wengeler – Fotos: Ralf Litera

Vielen wird der Name Marcel Wüst ein Begriff sein, gerade Radsportfans. Der Sprinter aus Köln mit der positiven Ausstrahlung hat am 11. April im Unternehmerforum der IHK einen Vortrag gehalten, der ordentlich motiviert hat. Der Profisportler, der nach seinem schlimmen Sturz im Jahre 2000 umdenken musste, gab vor Unternehmern aus der örtlichen Wirtschaft sein Wissen über Leistung, Motivation und deren Balance zum Besten.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Der Kölner hat eine beeindruckende Lebensgeschichte aufzuweisen, die er auch in seiner Autobiographie „Sprinterjahre“ festgehalten hat. Der Radsport, gerade als Sprinter, ist nicht ungefährlich. Wüst hat „das Leiden gelernt“, über Jahre hinweg. Als Profi braucht man eine ordentliche Menge an Stehvermögen, gerade dann, wenn es nicht so läuft, wie es geplant war. Niederlagen sind ein fester Bestandteil jeder Sportart und auch im Alltag stolpert man oft über sie. Grundvoraussetzung für das Wieder-Aufstehen ist ein eiserner Wille, denn solange es noch geht, wird auch nicht aufgegeben. Egal, um was es geht. Wüst appelliert: „Es ist wichtig, mehr die Chance zu sehen, als das Risiko!“

Klare Kommunikation ist unverzichtbar

Einer der wichtigsten Pfeiler für Erfolg sieht Wüst in der klaren Kommunikation. Das Ansprechen von Fehlern und das Klären von Missverständnissen sind unverzichtbar, wenn man gemeinsam etwas erreichen will. Hier kommt es nicht darauf an, ob es um ein Sportteam oder um das Miteinander in Betrieb oder Firma geht. So, wie nicht ohne Ziel losgefahren werden kann, so kann Zusammenarbeit ohne Kommunikation nicht funktionieren.

„Survival of the fittest“

Marcel Wüst sprach über Motivation, Leistung und Balance. (Foto: Ralf Litera)

Zu jeder Zeit sollte man sich seiner Schwächen und Stärken bewusst sein. Die ständige Bewertung durch die Gesellschaft lasse sich nur dadurch überstehen, dass man sich selbst wertfrei und reflektiert betrachtet. Als Basis lässt sich die Leistung wahrnehmen, zu der ein jeder individuell fähig ist. Ohne die richtige Balance nützt aber das ganze Potenzial nichts. Nur wer einen klaren Kopf hat, kann seinen Körper im Sport auch so einsetzen, dass er Erfolg hat. Die Besinnung auf die eigenen Stärken und sich regelmäßig eine klar definierte Auszeit zu nehmen, das sei unabdingbar.

Marcel Wüst hat somit seine „Casa Ciclista“, sein Haus in Spanien, für einen wirklich lohnenden Vortrag verlassen. Seine Offenheit und seine herzliche Mentalität haben seine Sichtweise sehr gut rübergebracht. Immer mal wieder hat er die Atmosphäre durch kleine Späße aufgelockert und eine der fünf Sprachen eingeflochten, die er fließend spricht. Er ist in jedem Fall eine beeindruckende Persönlichkeit, so das Fazit des Abends.