PsychopathINNEN oder “Warum Scheidungen Männerleben retten können”

Quelle: Rhein-Konzerte GmbH

von Katharina Rieland

Lydia Benecke hatte an diesem Sonntagabend ein dreistündiges Programm im Gepäck und sogar eine gehaltvolle Zugabe – für Zuhörer, die einfach nicht genug bekommen – von den Einblicken in die Abgründe der weiblichen Seele.

Die Zuhörer in der Stadthalle Attendorn erfuhren beim Vortrag “PsychopathINNEN – Tödliche Frauen” viel über die Psychologie des weiblichen Bösen und was die bösen Frauen von ihren männlichen Kollegen unterscheidet. Denn entgegen der allgemeinen Meinung, morden Psychopathinnen genauso grausam wie Männer, und häufig eiskalt geplant. Wer interessiert sich für ein solches Thema? Wer verbringt seinen Sonntagabend in Attendorn und hört gespannt zu? Die eher weiblichen Zuschauer sind kritisch, nicht sensationsgierig, schließlich gibt es zu den vorgestellten Fällen genügend Anschauungsmaterial im Internet. Beneckes Zuhörer wollen mehr wissen, sie wollen etwas zu den Hintergründen, zu den Motiven und Verstrickungen erfahren. Sie wollen wissen, wie so etwas passieren kann. Es gibt einige Wiederholungstäter, die bereits bei Lydia Benneckes Vortrag im letzten Jahr, zum Thema “Die Psychologie des Bösen” im Publikum saßen. Und das ist verständlich. Denn die Autorin unterhält ihr Publikum charmant und mit einer gesunden Portion Sarkasmus.

In Ihrem wissenschaftlichen Vortrag erläutert Sie die Unterschiede von weiblichen und männlichen Tätern. Dabei stellt sie zum Beispiel fest, dass Frauen eher töten, wenn sie jemanden loswerden wollen. Das erklärt auch, warum Scheidungen Männerleben retten. Denn seitdem Frauen sich ohne Verlust ihres Ansehens und gesellschaftlichen Standes von ihrem Ehemann scheiden lassen können, wurde die mörderische Variante für die ein oder andere Psychopathin überflüssig.

Der Abend ist kurzweilig, Lydia Benecke muss sich manchmal selbst bremsen. Man merkt ihr trotz ihrer Routine und ihrem strukturiertem Vortrag an, dass sie am liebsten noch tiefer in die Materie einsteigen würde, und die Zuschauer noch tiefer mitnehmen würde, noch tiefer hinab in die Abgründe. Wer an diesem Abend erwartet hat, einen grausigen Fall nach dem anderen zu hören, wird enttäuscht. Denn erst zum Schluss ihres dreistündigen Vortrags schildert Benecke zwei Fälle von Psychopathinnen. Damit schließt sich letztendlich aber der Kreis für den Zuhörer, der nun die wissenschaftlichen Erkenntnisse, Wissen über die Persönlichkeitsstörungen und die Besonderheiten der weiblichen Gewalt in Einklang bringen kann. So entlässt die charmante Lydia Benecke an diesem Abend ihr sauerländisches Publikum in die Nacht. Wer mag, darf aber länger bleiben und erhält als Zugabe noch zwei weitere Fälle geschildert. Benecke brennt für ihr Thema, sie will nicht nur unterhalten – sie strebt danach, den Zuhörern etwas dazulassen: ein Wissen, das nachwirkt.

Wer Interesse an ihren Arbeiten hat, wird in den publizierten Büchern fündig. Empfehlenswert ist es aber, Lydia Benecke live zu erleben. Eine Möglichkeit gibt es im nächsten Jahr, dann ist die Autorin mit ihrem Programm “Sadisten. Tödliche Liebe – Geschichten aus dem wahren Leben” am 24.01.2020 wieder in Attendorn.

Tickets: https://www.benecke-psychology.com/Tickets.html

Facebook-Seite von Lydia Benecke: https://www.facebook.com/LydiaBenecke.official

Website: https://www.benecke-psychology.com

 

Über Lydia Benecke:

Lydia Benecke, geboren im November 1982 in Beuten (Polen), studierte Psychologie, Psychopathologie und Forensik an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2009 ist sie als Diplom-Psychologin mit Arbeitsschwerpunkt im Bereich der Gewalt- und Sexualstraftaten tätig. Ihre wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkte und Interessengebiete liegen in den Bereichen abweichender sexueller Vorlieben (Paraphilien, besonders sexueller Sadismus und Pädophilie), Persönlichkeitsstörungen (vor allem aus dem „Cluster B Bereich“, also narzisstische, histrionische, dissoziale und emotional-instabile Persönlichkeitstypen sowie das wissenschaftliche Konstrukt der Psychopathie), Traumastörungen, abergläubische Überzeugungen, Subkulturen (vor allem BDSM-Szene, Schwarze Szene, Vampyr-Subkultur) sowie Sekten. Als Autorin verfasst sie kriminalpsychologische Bücher („Auf dünnem Eis. Die Psychologie des Bösen“ und “Sadisten. Tödliche Liebe – Geschichten aus dem wahren Leben“), Buchbeiträge und Artikel sowie seit 2010 die psychologische Kolumne „Psychokiste“ in Deutschlands größter BDSM-Zeitschrift „Schlagzeilen“. Für unterschiedliche Buch- und Podcastprojekte erstellte sie u.A. umfassende psychologische Profile des deutschen Serienmörders Karl Denke (im Buch „Karl Denke – Der Kannibale von Münsterberg“), des kolumbianischen Serienmörders Luis Alfredo Garavito Cubillos (im Buch „Aus der Dunkelkammer des Bösen“), des französischen Serienmörders Gilles de Rais (für die Sendung „ZeitZeichen“ des WDR), des „Zodiac-Killers“ (für den Hoaxilla Podcast) und des unbekannten Mörders im „Mordfall Hinterkaifeck“ (ebenfalls für den Hoaxilla Podcast). Sie ist selbstständig als Fortbilderin, Referentin und kriminalpsychologische Beraterin tätig. Seit 2015 ist sie Mitglied des Wissenschaftsrates der „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“.

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