Fisch des Jahres 2019

Nach knapp 100-jähriger Abstinenz ist der Lachs, Fisch des Jahres 2019, im Jahr 2009 wieder in die Ruhr zurückgekehrt.

Nach knapp 100-jähriger Abstinenz ist der Lachs, Fisch des Jahres 2019, im Jahr 2009 wieder in die Ruhr zurückgekehrt. Foto: Bernd Stemmer

Der Atlantische Lachs

Die traditionsreiche Geschichte des Lachses in der Ruhr Hecht, Flunder und Dreistachligem Stichling folgt nun der Lachs. Seit 1991 kürt der Verband Deutscher Sportfischer e. V., seit 2013 Deutscher Angelfischerverband (DAFV), den Fisch des Jahres.

Der Atlantische Lachs (Salmo salar) gehört zur Familie der Lachsfische (Salmonidae). Obwohl der Lachs einen Großteil seines Lebens im Meer verbringt, zählt er zu den Süßwasserfischen. Als anadromer Wanderfisch, so bezeichnet man Fische, die im Meerwasser leben und zum Laichen ins Süßwasser ziehen, umfasst sein natürliches Verbreitungsgebiet weite Bereiche des nördlichen Atlantik, einschließlich dessen Randmeere. Es gibt aber auch natürliche Populationen in einigen großen schwedischen, finnischen und russischen Seen, die das Süßwasser nicht verlassen.

Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts ereigneten sich große Lachsfänge in der Ruhr bei Herdecke. Diese damals in großem Umfang durchgeführten Fänge dezimierten jedoch die Lachsbestände und verhinderten eine erfolgreiche Lachswanderung zu den Laichplätzen in der oberen Ruhr und ihren Nebenflüssen Volme, Ennepe, Lenne und Hönne. Ebenso für den Rückgang verantwortlich waren die zunehmende Industrialisierung an Rhein und Ruhr mit ihren negativen Auswirkungen auf die Wasserqualität sowie der Ausbau der Ruhr als Schifffahrtsstraße. Selbst Besatzmaßnahmen, die Ausweisung einer Winterschonzeit für Wanderfische sowie die Errichtung von Fischwegen konnten den Rückgang der Lachse in der Ruhr nicht aufhalten. Mit dem Lachs sind zeitweise auch Maifisch, Nase und Quappe aus der Ruhr verschwunden. Letztere konnten in Lippe und Ruhr wieder erfolgreich angesiedelt werden.

Dass der Lachs nicht nur in die Ruhr zurückgekehrt ist, sondern sich in der unteren Ruhr auch vermehrt hat, belegen die Kontrollbefischungen, die das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) gemeinsam mit der Ruhrfischereigenossenschaft (RFG) seit Sommer 2009 in der Ruhr bei Mülheim vorgenommen hat. Da die Entwicklung der Junglachse nur in sauberen, sauerstoffreichen Gewässern möglich ist, zeigt sich hierin eindrucksvoll die inzwischen wieder gute Qualität des Ruhrwassers, das Ergebnis der Bemühungen des Ruhrverbandes um eine nachhaltige Abwasserreinigung und Niederschlagswasserbehandlung im Einzugsgebiet der Ruhr.