🖊️ Patrick Feldmann  📷 Jürgen Eckert, ebb

Wo britische oder auch italienische Luxusautos berühmter Marken gesehen werden, versprühen sie Glamour und Extravaganz. Was einige von ihnen gemeinsam haben: Unter der Verkleidung, im Unsichtbaren, stecken Aluminium-Teile der Firma ebb Bearbeitungstechnik Berndt aus Freienohl. Von Oberflächlichkeit ist auch bei den Machern der Firma keine Spur. Im Gegenteil. Berndts schätzen die Bodenständigkeit, die Authentizität und ein gutes Miteinander.

Und so begann die Geschichte des Unternehmens im Jahr 1996 auch mit einer Idee in geselliger Runde. Die Brüder Hans-Georg und Christoph Berndt saßen privat mit ihren Familien zusammen. In der lockeren Atmosphäre verkündete Hans-Georg Berndt dann seine Idee, sich selbstständig zu machen und eine Firma zu gründen. Christoph Berndt gefiel der Gedanke. Die Geburtsstunde der Firma ebb Bearbeitungstechnik Berndt.

Die Idee: Das prozesssichere Entgraten von Aluminium-Gussteilen. Die Berndts starteten 1996 in einer kleinen Halle in Brilon, damals noch unter dem Firmennamen BET – Berndt Entgrat Technik. Schon zwei Jahre später folgte der erste Umzug nach Velmede, da die Briloner Halle zu klein wurde. Aus „BET“ wurde unterdessen „ebb“ und auch die Idee des Entgratens rückte mehr und mehr in den Hintergrund.

„Wir haben schnell gemerkt, dass der Markt diese Technologie nicht so sehr benötigt, wie wir dachten“, gibt Christoph Berndt offen zu. Doch die Berndts waren schon damals flexibel, bereit und in der Lage, ihren Kunden das zu bieten, was sie brauchen. Und so kamen Anfang der 2000er Jahre die ersten Aufträge aus der Automobilindustrie. Der Schwerpunkt von ebb verschob sich in Richtung komplexe Profilbearbeitung.

Einer, der von der Flexibilität und dem Marktgespür der Brüder sehr direkt profitiert hat, ist der englische Kult-Komiker Rowan Atkinson, besser bekannt als Mr. Bean. Atkinson hat ein großes Faible für eine britische Luxus-Automarke. Schlagzeilen machten allerdings vor allem die beiden Unfälle, die der Komiker mit seinem 11-Millionen-Dollar Boliden gebaut hat. Dass diese für ihn so glimpflich ausgingen, könnte auch an der Qualität der ebb-Teile gelegen haben. Denn wichtige Rahmenteile, die gerade bei Unfällen für die Sicherheit sorgen, werden von ebb gefertigt.

Nach 17 Jahren in Velmede zogen die Berndts im Jahr 2015 nach Freienohl und damit in ihre Heimatstadt Meschede. „Wir mussten uns dringend vergrößern und haben hier in Freienohl eine Halle gefunden, die perfekt zu uns passt.“ 20 Mitarbeiter und acht CNC-Maschinen, davon sieben mit der flexiblen Fünf-Achs-Technologie ausgestattet, brauchen schließlich Platz. Und den finden Sie aktuell auf 2.500 qm Produktionsfläche.

Dass der Umzug nach Freienohl auch der Stadt Meschede zugutekommt, war für die Berndts auch ein wichtiger Faktor bei der Standortwahl, denn heimatverbunden waren sie immer. Daher engagieren sie sich auch im sozialen Bereich, unterstützen beispielsweise Projekte wie das Volksbank OpenAir oder den neuen Bike-Park und sponsern eine Karate-Schule in Meschede. „Wir wollen natürlich auch ein bisschen dazu beitragen, dass diese Region lebenswert bleibt. Davon profitieren am Ende auch unsere Mitarbeiter, wenn sie und ihre Familien in einer attraktiven Umgebung leben und arbeiten“, so Christoph Berndt.

Wie schon in den Anfangsjahren orientiert sich das Unternehmen nach wie vor stark an den Bedürfnissen der Kunden und erschließt so auch immer wieder neue Bereiche. Ob regenerative Energien, Elektromobilität, oder Medizintechnik – ebb ist immer auf der Höhe der Zeit. Wichtig dafür sind die Besuche der Messe „Aluminium“ alle zwei Jahre in Düsseldorf. „Diese Messe nutzen wir, um zu erfahren, wie der Markt sich entwickelt und dadurch schnell die passenden Lösungen anbieten zu können“, so Berndt.

Und mit dieser Strategie ist die Firma ebb Bearbeitungstechnik Berndt seit den Anfängen Mitte der 90er Jahre gut und erfolgreich gefahren. Worauf die Geschäftsführer stolz sind? „Ganz klar: Dass heute über 20 Familien von diesem Unternehmen leben können. Darauf sind wir unheimlich stolz und der Verantwortung sind wir uns sehr bewusst“, sind sich die Berndts einig. Deswegen sind sie auch froh, dass schon jetzt die Nachfolge geregelt ist: Hans-Georg Berndts Sohn Fabian Berndt ist bereits Teil des Unternehmens. Er kümmert sich um das Qualitätsmanagement sowie die Logistik und wird irgendwann in die Fußstapfen seines Vaters und seines Onkels treten. Und damit bleibt ebb Bearbeitungstechnik Berndt auch dann genau das, was es bis heute immer war: ein echtes Sauerländer Familienunternehmen.