Die Kartoffel

von Katharina Rieland

Wenn Sie zum Valentinstag von Ihrem Partner eine Karte mit der Aufschrift “Wenn du eine Kartoffel wärst, wärst du eine Süßkartoffel” geschenkt bekommen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder sind Sie sauer und kümmern sich um Ersatz oder Sie schmunzeln und bedanken sich bei diesem tollen Menschen, der Sie mit einer echten Wunderpflanze verglichen hat. Die Kartoffel ist eine krautige Pflanze mit grünen Blättern und weißen bis violetten Blüten. Die Knolle der Kartoffelpflanze ist der eigentliche Star in der heimischen Küche, denn aus ihr lassen sich schmackhafte Rezepte zaubern.

Vom Tartufulo zur Kartoffel: Im 18. Jahrhundert hielt die Knolle langsam Einzug in Deutschland und wurde bekannt unter dem italienischen Namen tartufulo (kleiner Trüffel). Durch Zwischenformen wie Tartuffel wurde dann schließlich die heutige Bezeichnung Kartoffel entwickelt.

Und die Knolle ist nicht nur schmackhaft, sondern eine echte linguistische Perle. Wenn es um die Kartoffel geht, lässt sich Deutschland grob in vier Bereiche einteilen: Die Erdäpfel kommen in Sachsen, Thüringen, Ober- und Unterfranken, in Schwaben und einigen Teilen Bayerns auf den Tisch. Die Herdäpfel werden in der Oberpfalz und im Elsaß verputzt. Am Mittelrhein und westlich des Rheins spricht man von Grumbire oder auch Grumbeere. Nördlich des Mittelgebirges verzehrt man die Kartoffel. So weit, so lecker.

Ein Blick in die einzelnen Regionen lohnt sich: In norddeutschen Gefilden ist die Kartoffel auch als Katüffel oder Tüffel bekannt, im Osten spricht man von der Erfel. In Bayern isst man auch mal Potakn, in Berlin wird die Knolle verzehrt. In der Oberlausitz spricht man von Knödeln, in Schleswig-Holstein von Kantüffeln, in Saale von Pantoffeln oder Düften. Im Donaumoos holt man ohne rot zu werden, die Erdbumser oder einfach Bumser aus dem Sack.

Und im Sauerland wird die Kartoffel (plattdeutsch auch: Tiufel, Tuffel, Töifel, Täufel, Tüfel oder Töüfeln) mit brachialen Zubereitungsmethoden (geschält, durch die Presse gedrückt, grob gerieben, gehackt und zerstückelt) zu wohlschmeckenden Gerichten verfeinert und landet als Eintopf, Potthucke oder Bratkartoffeln auf dem Teller und im Magen. Lecker, woll!

Übrigens hat die Süßkartoffel botanisch gar nichts mit der Kartoffel zutun. Die normale Kartoffel gehört den Nachtschattengewächsen an, während die Süßkartoffel ein Windengewächs ist.

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