Wo die Kirche noch mitten im Dorf steht – Filialkirche St. Antonius Arpe

Foto: Ralf Litera

von Hermann.-J. Hoffe

Manche Kirchen sind sehr alt. Manche von außen oder innen sehr schön. Manche sind bekannt durch ihre Orgel oder die wertvollen Kunstschätze, mit denen sie geschmückt sind. Das alles trifft auf die kleine Arper Dorfkirche eher nicht zu. Wie alt die Filialkirche in Arpe ist, weiß niemand ganz genau. Geschätzt wird ihre Entstehung um das Jahr 1650. Zumindest der älteste Teil stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert.

Zu Beginn des vorherigen Jahrhunderts wurde das Gotteshaus erweitert und erneuert. Die zwei Fenster im Altarraum, gestiftet von Kückelheimer Bauernfamilien, zeugen davon. Als einmalige Besonderheit im Erzbistum Paderborn muss angesehen werden, dass die Kirche in Arpe eine Filialkirche der bekannteren Pfarrkirche St. Cyriakus in Berghausen ist.
Zwar gibt es eine eigene Kirchenverwaltung mit Kirchenvorstand, doch manche anderen Aufgaben und Rechte einer Pfarrgemeinde gibt es in Arpe nicht. 2007 bekam St. Antonius in Arpe überregionale Aufmerksamkeit. Im Nachklang zum zwei Jahre vorher stattgefundenen Weltjungendtag in Köln wurde die Kirche komplett mit bunten Bettlacken verhüllt. Diese waren zuvor im Rahmen einer Missio Schutzengel-Aktion mit bunten Handabdrücken unzähliger Menschen bedruckt worden. Insgesamt 357 Bettlaken wurden gespendet und bedruckt und dann mit fleißiger Unterstützung der Dorfjungend und der
benachbarten Feuerwehren in langen Bahnen über die Kirche gelegt. Der damalige Missio-Präsident Franziskanerpater Hermann Schalück lobte das Projekt in einem Brief mit den Worten: „Ihr habt dem Logo der Jugendkirche Arpe gleichsam Flügel verliehen und seid dadurch selbst Schutzengeln geworden.“ Selbst die Lokalzeit und überregionale Medien berichteten über diese einzigartige Aktion der gesamten Filialgemeinde St. Antonius Arpe.

Die Kirche, geweiht dem hl. Antonius dem Einsiedler, im Volksmund auch als „Fickeltünnes“ (Schweine-Anton) bezeichnet, wurde im Stil der Renaissance erbaut und nach zahlreichen Renovierungen im vorigem Jahrhundert im Jahre 2015 einer aufwendigen Innenrenovierung unterzogen. Die Innenwände und die Verkleidungen erhielten einen aufwendigen, neuen Anstrich. Ebenso wurde die Heizung erneuert. Nachdem die Gemeinde zunächst recht lange auf den Beginn der Renovierungs-arbeiten warten musste, gingen die Arbeiten dank der vielen freiwilligen Helfer aus den Dörfern sehr zügig vonstatten. In der Kirche zieht eine hölzerne Kanzel neben dem Altar den Blick des Betrachters auf sich. Die geschnitzten Figuren der vier Evangelisten Lukas, Markus, Matthäus und Johannes zierten früher einmal die Kommunionbank und wurden im Zuge der Umgestaltung der Kirche zu einem neuen Kunstwerk zusammengefügt.

Vor der Filialkirche St. Antonius steht eine kleine Bronzegruppe, die der bekannte Bildhauer Bonifatius Stirnberg entworfen hat. Bonifatius Stirnberg, 1933 in Freienohl geboren, hat zusammen mit seiner Familie viele Jahre in Arpe gewohnt und das Kunstwerk auch als Dankeschön an das Dorf geschaffen. Die Figurengruppe zeigt den heiligen Antonius den Einsiedler, Schutzpatron der Arper Kirche, zusammen mit drei Schweinen. Der als „Fickeltünnes“ bekannte Heilige lädt vor der Kirche in Arpe zum Sitzen und Entspannen ein. Und die kleinen Kinder können mit den dabei stehenden Schweinen, mit beweglichen Ohren, Beinen und Schwänzchen ein wenig spielen.

Weitere Informationen über die Kirche und die Gottesdienstzeiten stehen auf der Webseite des Pastoralverbundes: www.pv-se.de – Filialkirche St. Antonius Arpe

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