Stellten die Quellensammlung zur Ausstellung "Das Sauerland im Nationalsozialismus" vor: Susi Bogen (Sauerland-Museum), Landrat Dr. Karl Schneider und Museumsleiter Dr. Jürgen Schulte-Hobein

Das dunkelste Kapitel in der deutschen Geschichte hat seine Spuren und Folgen auch im Sauerland hinterlassen. Angesichts der unzähligen Verbrechen ist die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus kein „normaler Gegenstand“ der Geschichte. Mit der Aussage „Die Generationen, die nach 1945 geboren sind, tragen keine Schuld an diesen Verbrechen, sie haben aber die Verantwortung, dass das Thema nicht in Vergessenheit gerät“, hob Dr. Jürgen Schulte-Hobein, Museumsleiter des Sauerland-Museums die Wichtigkeit und Zielrichtung der nun vorgelegten Quellensammlung zum Thema „Das Sauerland im Nationalsozialismus“ hervor.

Gesamtüberblick für Schülerinnen und Schüler

Im September 2018 ist die völlig neu konzipierte Dauerausstellung im Sauerland-Museum eröffnet worden. Ein wesentlicher inhaltlicher Schwerpunkt bezieht sich auf den Untergang der Weimarer Republik und die Herrschaft des Nationalsozialismus im Sauerland. Das Angebot richtet sich besonders an die Fächer Geschichte, Politik und Religion der weiterführenden Schulen. Die Ausstellung ist in die drei Sektoren Aufstieg des Nationalsozialismus, Alltag unterm Hakenkreuz und Untergang des „Dritten Reiches“ gegliedert. „Schülerinnen und Schülern wird sowohl ein Gesamtüberblick über alle drei Sektoren als auch nur die Erarbeitung eines einzelnen Sektors geboten. Sie erhalten die Möglichkeit, die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus am regionalen und lokalen Beispiel zu erfahren“, heißt es im Vorwort der über 80seitigen Quellensammlung. Diese ist für die verantwortlichen Lehrpersonen an den Schulen gedacht und bietet die Möglichkeit, den Besuch der Ausstellung mit den Klassen oder Kursen vorzubereiten. Jede Schule im Hochsauerlandkreis kann für die betreffenden Lehrer mit den Fächern Geschichte, Politik und Religion die Dokumentation kostenlos beim Museum oder Hochsauerlandkreis kostenlos anfordern und erhält dazu auch noch eine Ringvorlage für die Vorbereitung von Unterrichtsmaterial.

Landrat Dr. Karl Schneider betonte bei der Vorstellung der Quellensammlung zur Ausstellung „Das Sauerland im Nationalsozialismus“: „Wichtig ist es heute, dass wir über siebzig Jahre nach Ende des II. Weltkrieges Betroffenheit bei den jungen Menschen erzielen. Das geschieht hier nicht in Form von allgemeinen geschichtlichen Berichten sondern anhand konkreter Plakate, Fotos, Zeitungsausschnitte und anderer Dokumente und Originalstücke aus den Städten und Gemeinden des Hochsauerlandkreises. Das Titelbild der Quellensammlung zeigt einen Aufmarsch der Nationalsozialisten in der Ruhrstraße in Meschede.“

Außerschulischer Lernort für Schülerinnen und Schüler

Nach Durchsicht der Quellensammlung kann de Leser nachvollziehen, wie sich der Nationalsozialismus im kurkölnischen, weitgehend katholischen Sauerland, trotz geringer Akzeptanz bei den Wahlen – hier war immer die katholische Partei „Das Zentrum“ mit überwiegender Mehrheit auf dem ersten Platz – ausgebreitet hat. Nach der Machtergreifung durch die NSDAP machte sich der Nationalsozialismus dann im Alltag der Menschen, in der Schule, in den Vereinen, bei den Feiertagen und anderswo breit. Die Verfolgung der Juden und der Widerstand gegen das Regime sind ebenfalls mit regionalen Beispielen unterlegt. Als außerschulischer Lernort bietet das Museum für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II Workshops mit Betreuung durch einen Museumspädagogen mit einer Dauer von 90 bis 120 Minuten an. Im Museums-Shop kann die Quellensammlung zum Preis von 5,00 Euro erworben werden. Weitere Infos hier: www.sauerland-museum.de