Was hat es eigentlich mit Mangas, Anime und Cosplays auf sich? Mit Leidenschaft in eine andere Rollen zu schlüpfen, das ist mehr als ein Kostüm zu tragen, sondern es ist auch die Figur zu spielen. Durch Kleidung, Accessoires, Make-Up und Verhalten ist es möglich in eine zweite Identität zu tauchen, wie der Name Cosplay -cos für Kostüm und play für spielen – sagt. Die eingenommene Rolle sollte möglichst originalgetreu aus Manga, Anime, Comic, Film oder Videospiel dargestellt werden.

Die Zeichnungen mit großen glänzenden Kulleraugen und spitz zulaufendem Gesicht aus japanischen Comics (Manga) und die vielen Zeichentrickfilme oder Serien, auch Anime genannt, deren Stories subtile Moral besitzen, erfreuen sich auch bei vielen jugendlichen Menschen im Sauerland großer Aufmerksamkeit. Bekannte Manga-Bücher sind u.a. Death Note, Elfenlied, Naruto, One Piece, Dragonball, Conan sowie bekannte Anime Produktionen aus dem Studio Ghibli, die nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene begeistern, sind „Prinzessin Mononoke“, „Mein Nachbar Totoro“, „Chihiros Reise ins Zauberland“ und „Das wandelnde Schloss“.

Auf Conventions, der Leipziger- und Frankfurter Buchmesse, Weltmeisterschaften sowie dem großen Japantag im Mai 2018 in Düsseldorf präsentieren sich Fans dieser Szene in schrillen, bunten Farben mit passender Haarfarbe, um hier ihren „Charakter“ darzustellen. Monatelang werden für diverse Veranstaltungen Vorbereitungen getroffen, um so genau wie möglich an den Charakter der Anime/Manga-Szene heranzukommen.

Durch ein Forum lernten sich Sebastian, Michelle, Dietrich, Zeta und Jonas, die alle aus Meschede und Olsberg stammen, kennen. Gemeinsam leben sie dieses außergewöhnliche Hobby. Sie verbringen viel Zeit miteinander, um beim Japantag an der Düsseldorfer Rheinuferpromenade oder bei diversen Events ihre Kreationen darzustellen.

Kreatives Handwerk und nicht nur Rollenspiel

Bei der Auswahl des Kostüms und des Charakters wird großer Wert auf die Detailtreue und Akkuratesse gelegt. Auch wenn es viele Cosplay-Shops gibt, in denen fertige Kleidung erworben werden kann, finden immer mehr Cosplayer Interesse für die Nähkunst und das Basteln der fantasievollen Kostüme im Stile japanischer Manga-Anime-Comiccharaktere – frei nach dem Motto „alles aus einer Hand“. Für die vielfältigen Kreationen werden verschiedenste Stoffe gekauft, Schnittmuster angelegt. Mit passenden Materialien und Requisiten werden die kunstvollsten Outfits gezaubert. Perücken werden gestylt, frisiert und geschnitten, damit die eigene Kreation so authentisch wie möglich der Figur entspricht. Das Basteln von Masken, Hörnern und Waffen gehört zum Cosplayen dazu. Werkstoffe aus Papier, Pappe, Papiermasché, Holz, Moosgummi, Bauschaum u. a. werden für die detailgetreue Ausstattung verwendet.

Dass man sich ein Outfit fix und fertig kauft, ist in der Szene eher selten. Der typische Cosplayer ist Handwerker, Friseur, Maskenbildner und Schneider zugleich, so äußern sich Michelle und ihre Freunde:

„Wir investieren viel Zeit, um unsere Kostüme selbst herzustellen. Mit Üben studieren wir unsere Mimik und Gestik ein. Unser Hobby bedeutet uns sehr viel.”