„Wie eine große Familie“ in Klause

„Wie eine große Familie“ in Klause 83 Einwohner, davon 21 Kinder

„Wie eine große Familie“ in Klause 83 Einwohner, davon 21 Kinder

83 Einwohner, davon 21 Kinder

Alle Wege führen nach Rom“ lautet ein Sprichwort, das fast jeder kennt. Es könnte genauso gut „Alle Wege führen nach Klause“ heißen.

Das kleine Dörfchen bei Remblinghausen liegt an einer Kreuzung. Die Klauserinnen und Klauser können sich aussuchen, welchen Weg sie nehmen, wenn sie zum Beispiel in Richtung Meschede wollen. Das geht über das Nierbachtal, über Schederberge, über Beringhausen und Heggen oder über Remblinghausen. Die Erklärung, warum Klause an einer Kreuzung liegt, ist in der Geschichte des Dorfes zu suchen. Die erste bekannte Erwähnung der Klause ”op der Kliuse“ ist am 2. Juni 1618 in Arnsberg. Damals wurde eine zerfallene Kapelle auf der Klause bei Beringhausen entdeckt. Laut der Quelle – ein Bericht zu „Unbekannte Klausen und Klöster Westfalens“ von A. K. Hömberg – lag die Beringhauser Klause an der Straße, „die von Soest aus in südöstlicher Richtung über Meschede, Bödefeld und Winterberg nach Hessen führte“. Wie gesagt: „Alle Wege führen nach Klause“.

Die 83 Einwohner von Klause feierten vor kurzem ihr 400-jähriges Jubiläum. Ein gemütliches Fest, das sie selbst organisiert haben. Die Klauserinnen und Klauser können das – also Feiern organisieren und selbst feiern. Beim Dorffest, das als Schützenfest gefeiert wird, stellen sie das jedes Jahr aufs Neue unter Beweis: Mit Festumzug, Vogelschießen für Erwachsene und Kinder und mit einem DJ, der im Dorfgemeinschaftshaus auflegt. Dabei bleiben die Leute im Dorf nicht unter sich, denn das Dorffest ist mittlerweile so bekannt und beliebt, dass von überall her viele Gäste kommen.

Gemeinschaft wird in Klause groß geschrieben. Das wird rund ums Dorffest deutlich: Die Frauen putzen die Halle, die Männer packen beim Aufbauen mit an, alle backen Kuchen, das ganze Dorf ist aktiv. Ein besonderes Projekt ist das Dorfgemeinschaftshaus. 1995 war die Grundsteinlegung: Das Gebäude wurde von den Mitgliedern des St. Antonius-Dorfvereins Klause geplant, aufgebaut und finanziert. Mittlerweile mieten Schulklassen, Fußball-Mannschaften oder andere Gruppen aus Meschede und Umgebung das Haus regelmäßig für Feierlichkeiten.

Die Frauen aus Klause bewiesen in diesem Frühling auch, was Zusammengehörigkeit bedeutet und bewirken kann. Sie trafen sich abends regelmäßig zum Sport, um gemeinsam das Sportabzeichen zu machen. Abgenommen hat das Abzeichen Lydia Böhm, die erst vor etwas mehr als zwei Jahren mit ihrer Familie nach Klause gezogen ist.

Wir können unsere Kinder hier den ganzen Tag laufen lassen

Kinder auf Klause großzuziehen, ist sicherlich einfacher als anderswo. Auch wenn Mamas und Papas ihre Kinder für deren Hobbies viel durch die Gegend kutschieren müssen, schätzen sie das Leben in dem kleinen Ort. Beliebter Treffpunkt ist ein gut besuchter Spielplatz. Wenn mal niemand da ist, schellt man eben an einem Haus und schon ist man nicht mehr allein. Die Kinder sind viel an der frischen Luft, lassen ihrer Phantasie freien Lauf. Wenn sie mal Streit haben, vertragen sie sich schnell wieder. „Wir können unsere Kinder hier den ganzen Tag laufen lassen“, schwärmen zum Beispiel die Eltern von Lea, Tim, Amelie, Lorenz und Aurianne. Obwohl mittlerweile mehr Autos in den Ort kommen als früher. Denn in Klause gibt es seit knapp zwei Jahren einen Friseurladen. 83 Einwohner und ein Friseurladen klingt irgendwie unglaublich, ist aber wahr. Volker und Thomas Sperner zogen im April 2013 nach Klause. Das war gar nicht so geplant. Aber die beiden fanden damals kein vergleichbares Grundstück. Als sie hörten, dass das Haus in Klause, in dem sie jetzt leben, verkauft werden sollte, schlugen sie zu. Die Tatsache, dass sie dort oben den ganzen Tag Sonne haben – wenn sie denn scheint – machte die Entscheidung noch einfacher. Zunächst fuhren sie zum Arbeiten weiter nach Meschede, aber 2016 schlossen sie dort ihren Salon und eröffneten ihr neues Geschäft in einem kleinen Anbau neben ihrem jetzigen Wohnhaus in Klause. „Da es uns schon 20 Jahre gibt und wir viele Stammkunden haben, war das kein Problem für uns“, erzählt Thomas Sperner. Die wenigsten Kunden kannten zwar Klause „da oben auf dem Berg“. Aber wenn sie heute kommen, ist es gerade dieses „da oben auf dem Berg“, das sie schätzen. Schon die schöne Anfahrt für sie beeindruckend. Und während sie sich im Friseursalon von Sperners verwöhnen lassen, genießen sie einen ganz besonderen Blick aus dem Fenster. „Das ist schon entspannend für unsere Gäste“, bemerkt Volker Sperner.

Mit Leben und Arbeiten in Klause haben Sperners genau die richtige Wahl getroffen. „Klause ist so was wie Familie“, sagen sie. Sie schätzen die Dorfgemeinschaft, den sehr aktiven Dorfverein, die Feste, die immer wieder schön sind und bei denen Alt und Jung mitfeiern. Auf dem traditionellen Dorffest holte sowohl Volker als auch Thomas Sperner schon mal den Vogel von der Stange runter und wurde Schützenkönig von Klause. „Wir wurden von Anfang an akzeptiert und fühlen uns hier einfach wohl“, schwärmen die beiden. 

Text: Nicola Collas
Fotos: Jürgen Eckert

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