75 Jahre GEFU

GEFU, das ist die Firma „Gebrüder Funke“ aus Eslohe. Die Flotte Lotte ist sicher das bekannteste Produkt aus dem Hause GEFU.

GEFU, das ist die Firma „Gebrüder Funke“ aus Eslohe.

Guten Tag. Mein Name ist Lotte. Flotte Lotte. Bei mir wird nichts geschüttelt oder gerührt. Na gut, vielleicht doch ein bisschen gerührt, denn ich bin ein Passiergerät und in ganz vielen Küchen auf der Welt zuhause. Meine Heimat ist das Sauerland und die Firma GEFU meine Familie. Das Jahr 2018 ist dabei ein ganz besonderes, denn meine Familie wird 75 Jahre. Und das möchten wir ausgiebig feiern, woll!“

GEFU, das ist die Firma Gebrüder Funke“ aus Eslohe. Die Flotte Lotte ist sicher das bekannteste Produkt aus dem Hause GEFU. Nach Deutschland gebracht hat es Charlotte („Lotte“) Giebel, nachdem die Ur-Version dieses Passiergerätes 1928 vom Belgier Victor Simon erfunden wurde. Von Charlotte Giebel hat es den Namen „Flotte Lotte“ erhalten, welcher heute als Gattungsbegriff für alle Passiergeräte gilt, aber weiter ein geschützter Markenname von GEFU ist.

Ursprünglich war das Gerät eine Auftragsarbeit von der Firma Schaller aus Baden-Württemberg. Als diese in den 1950er Jahren das Produkt nicht mehr vertreiben wollte, hat Herr Funke die Zeichen der Zeit erkannt und die Lizenzen dafür erworben. Heute wird die Flotte Lotte fast immer noch genauso produziert wir früher, zwar mit minimalen Veränderungen wie diversen Griffvarianten, aber ansonsten wie das Original aus guter, alter Zeit.

International heißt das Gerät „Passiergerät“ in der jeweiligen Landessprache, aber überall steht auch „Flotte Lotte“ als Markenname dabei. „Da zerbrechen sich manche Franzosen oder Briten gern mal die Zunge“, lächelt Rudolf Schillheim, Chef von GEFU, ein wenig süffisant. Das Passiergerät wird immer noch sehr gut verkauft. Kein Wunder, ist Passieren immer noch viel schonender zu den Lebensmitteln als die Verarbeitung mit einem Stabmixer, mit welchem man die ganzen Aromen eher zerschlägt.

Die Anfänge

Welche Gründe die Gebrüder Funke zur Firmengründung hatten, ist leider nicht überliefert. Man benötigte damals einfach Geräte zum Hobeln, Reiben und Schneiden. Günstig und funktional mussten sie sein. „Früher musste man eine Kartoffel hinein tun, sie pressen und dann musste sie matschig heraus kommen. Das reichte“, erzählt uns Schillheim im Interview. Gestartet wurde die Produktion wahrscheinlich mit ca. 40-50 Produkten, gesehen auf alten Bildern von Messe-Tischen.

GEFU im Jahr 2018

Heute hat GEFU insgesamt etwa 550 Produkte im Sortiment. Allein im Jubiläumsjahr wurden mehr als 50 Artikelneuheiten auf den Markt gebracht – umgerechnet ein neues Produkt pro Woche.

Wir denken dabei immer in Konzepten. Vor fünf Jahren haben wir etwa das ganze Kaffeesortiment ins Leben gerufen. Das sind dann nicht nur Kaffeemühlen, sondern auch alles vom Kaffeelöffel bis zum Espressokocher, Kaffeedrücker, Kaffeedosen, Milchaufschäumer oder unserem Kaffeefilter mit Drop-Stop, schwärmt der gelernte Werkzeugmacher Schillheim weiter.

Der Bestseller ist momentan der „Spirelli“: Fast vier Millionen Stück wurden von dem Gemüse-Spiralschneider weltweit verkauft. Der Spirelli macht zum Beispiel aus langweiligen Karotten bunte Spaghetti. Ideal nicht nur für Veganer und Vegetarier, sondern auch für die gesunde Ernährung von Kids, besonders, wenn sie die Spaghetti mit dem Spirelli selbst gemacht haben.

Die Produktentwicklung

Der Weg von der Idee zum fertigen Produkt ist bei GEFU sehr umfangreich. Rudolf Schillheim erklärt:

Wir schauen uns die Trends an, was gibt es da draußen derzeit. Da spielen die Medien eine Rolle, aber auch unsere Außendienst- und Vertriebsteams bringen immer wieder Impulse mit, was sich vor Ort bei den Händlern als Trend entwickelt. Dann schauen wir, was der Kunde wie auch die Händler von uns erwarten könnten. Und auch die Wettbewerbsprodukte sehen wir uns an und erörtern, was man einfach besser machen kann“.

Schillheim ergänzt:

Alles muss auch funktional sein und einen Sinn haben. Wie kann man den Milchschaum fester machen? Was kann man schneller machen? Oder wie beim ´Drop-Stop´-Kaffefilter: Wie kann man den Filter von der Maschine bis zum Abfall ohne Tropfen transportieren?

Dann arbeiten wir eng mit unserem Designbüro zusammen und fangen an zu entwickeln. Auch die Produktionsseite ist dann mit im Boot. Erst wenn bei einem neuen Produkt alles passt, geht es in den Markt. Das kann zwischen einem und drei Jahre dauern – je nach Produkt. Meistens sind es die „einfachsten“ Produkte, die am längsten Entwicklung benötigen. Man muss bedenken, da ist dann alles dabei, auch das Verpackungsdesign, Produktfotos, Lebensmittelzertifizierungen und so weiter. Das muss auch so sein, denn die meisten Produkte haben bei uns fümf Jahre Garantie“.

Qualität und Kundenfreundlichkeit

Die Reklamationsquote von GEFU Produkten liegt gerade einmal bei 0,4 %. Ein Zeichen für hervorragende Qualität. Sollte doch mal ein Produkt nicht in Ordnung sein, geht alles ganz einfach. „Kundenfreundlichkeit ist das A&O“ sagt der Chef. Der Kunde bekommt sofort einen Ersatz, „aber wir wollen das defekte Produkt auch sehen, um zu analysieren, was passiert ist, um es in Zukunft zu verbessern.“

Produktpiraterie ist leider auch ein Thema.

Oft kopieren asiatische Anbieter unsere Produkte und bieten sie dann billig in schlechter Qualität im Internet an. Das ist durchaus eine Herausforderung, diese Imitate aus dem Markt nehmen zu lassen, bedauert Schillheim. Das ist ein hoher zeitlicher Arbeitsaufwand.

Aktionen im Jubiläumsjahr

Zum 75-jährigen GEFU-Jubiläum gibt es von vielen Produkten eine „Special Edition“ mit roter Schleife, so auch vom Spirelli und der Flotten Lotte. Bei diesen Jubiläums-Artikeln gibt es jeweils ein Zusatzprodukt geschenkt. Bei der Flotten Lotte etwa ist ein Einmachtrichter kostenlos in der Jubiläumsverpackung enthalten, beim Spirelli ist eine Küchenpinzette und bei der Hamburgerpresse sind Hamburgerspieße dabei. So gibt es insgesamt elf Sets, die nur noch bis Ende 2018 erhältlich sind. Das Sonderset für die Flotte Lotte ist leider bereits ausverkauft.

Der Werksverkauf und die Kochschule

Cookimo“ – das ist der Werksverkauf von GEFU mit ergänzenden Produkten von anderen Herstellern wie Kitchenaid, Wüsthoff oder Peugeot. Eigentlich war in Eslohe lediglich ein Showroom für die Händler vorgesehen, aber nachdem im Umkreis viele klassische Haushaltswarengeschäfte geschlossen haben, hat man sich entschieden, diesen Shop zu eröffnen, um auch die Kundschaft hier vor Ort adäquat bedienen zu können.

Die Kunden, egal ob Urlauber oder Leute aus der Region, die kaufen hier einfach gerne, weil sie die Produkte einfach mal in die Hand nehmen, anfassen und ausprobieren können. So etwas geht online einfach nicht. Wohlgleich müssen wir auch die Onlinewelt abbilden. Daher starten wir auch unseren eigenen Onlineshop, erzählt Schillheim über die Online-Pläne, die hier im Magazin auch an anderer Stelle vorgestellt werden.

Das neue Gebäude

2016 wurde es im Hause GEFU zu eng. Man hat zwar kurz überlegt einen anderen Standort zu suchen, aber eigentlich war direkt klar, wir bleiben am Berg.“ Mit der Bremker Architektin Bettina Hümmler wurde ein Entwurf vorgestellt, der nach nur neunmonatiger Bauzeit umgesetzt wurde und nun zu einhundert Prozent zur Geschäftsausrichtung von GEFU passt.

Jetzt sind wir richtig fit für die Zukunft,

sagt Schillheim voller Stolz auf das Geschaffene.

Wir von WOLL sind nach unserem Besuch davon ebenfalls überzeugt und laden Sie herzlich ein, sich selbst ein Bild zu machen: Besuchen Sie GEFU und den Cookimo-Shop in Eslohe!

Vom Praktikant zum Chef

Der heutige Geschäftsführer von GEFU, Rudolf Schillheim, hat seinerzeit als Praktikant bei GEFU begonnen – das war im Jahr 1976. Trotz „mittelmäßiger“ Noten in der Schule erhielt er dann einen Ausbildungsvertrag zum Werkzeugmacher. Es folgten Stationen als Betriebsleiter, Vertriebsleiter und einige Jahre als angestellter Geschäftsführer. Seit dem Jahr 2004 ist Schillheim Hauptgesellschafter und seit 2009 gehört der Familie Schillheim das Unternehmen komplett. „Ich hoffe, dass es auch so bleibt. Meine beiden Söhne Daniel und René sind zum Glück auch schon im Unternehmen engagiert“, freut sich der sympathische und bodenständige Chef. 

Fotos: Jürgen Eckert
Text: Dirk Bannenberg

Passiergerät Original Flotte Lotte
GEFU, das ist die Firma „Gebrüder Funke“ aus Eslohe. Die Flotte Lotte ist sicher das bekannteste Produkt aus dem Hause GEFU.
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