Mein Lieblingsplatz

Foto: Kathi Feldmann

von Jens Feldmann

Das Sorpetal! Die Gegend hat es mir auf eine etwas andere Weise schon weit früher angetan. Als wir jüngst mal wieder dort unterwegs waren, dachte ich an die Zeiten zurück, als wir uns hier, meist in einem gut besetzten Auto, Richtung Siedlinghausen bewegten, wenn es für ein Konzert oder einen Indie-Abend in die dortige „Grube“ ging. Wie sich die Zeiten ändern! Früher waren Unter-, Mittel- und Obersorpe sowie Rehsiepen Durchgangsstationen, die man gar nicht schnell genug hinter sich lassen konnte. Man musste schließlich endlich, nach einer knappen Dreiviertelstunde Fahrt, die letzten 17 der insgesamt 57 km von Finnentrop aus vor sich, am begehrten Ziel ankommen! Und heutzutage schaut man von einem der Wanderwege auf die schönen, wie ins Tal gestreuten Dörfer hinunter, hält kurz inne und atmet für ein paar genussreiche Momente tief durch, kann gar nicht genug von der würzig-frischen Waldluft bekommen. Gerne laufen wir hier eine Tour, die als „Bildstock-Rundweg“ bezeichnet ist (ich-geh-wandern.de), eine Runde von etwa 12 km Länge, die als „mäßig schwer“ beschrieben wird und für die man etwa dreidreiviertel Stunden braucht. Als Start- und Zielpunkt kann man am besten Obersorpe nehmen, um nachher vor Ort vielleicht noch einzukehren. Je nachdem, ob man die
Tour von dort mit dem oder gegen den Uhrzeigersinn läuft, kommt man bald oder kurz vor Schluss der Runde nach Rehsiepen. Beim ersten Mal kamen wir oberhalb des Ortes aus dem Wald und schauten unvermittelt auf das in einem kleinen Seiteneinschnitt des Tals liegende historische alte Forsthaus (1885). Der Weg dort ist grasbewachsen, man kann am Rand einer abfallenden Weide den Blick schweifen lassen und fühlt sich beinahe wie im Allgäu. Das ist eine Stelle, an der man einfach anhalten und innehalten muss. Im Schutz der Bäume am Wegesrand steht eine Bank, auf der es sich herrlich aushalten lässt, ein Stück weiter talwärts aber ist der vor längerer Zeit abgebrochene Nebenstamm eines Laubbaums, dicht von dickem, grünem Moos bewachsen, der einem schon beim ersten Hinschauen wie eine Liege vorkommt. Sitzt man dort, die Beine ausgestreckt und den Rücken an einen der noch senkrecht stehenden Stämme gelehnt, kann man an einem wunderschönen Sonnentag hier glatt die Zeit vergessen und alles, was einen sonst so vom Leben ablenken mag. Ich liebe jeden Teil eines Spaziergangs, auf dem so etwas möglich ist, als fester Ort aber ist diese Stelle oberhalb des alten Rehsiepener Forsthauses sicher so etwas wie mein Lieblingsplatz.

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