Verein „Herbstlicht“ entlastet Angehörige von Demenzkranken – Spende der Mescheder Soroptimistinnen

Foto: SI Club Meschede

Die alte Dame ist sehr vergesslich. Die Kinder – beide um die 60 – arbeiten noch. Die Mutter den ganzen Tag allein lassen? Das geht nicht mehr. Wer passt auf, dass sie isst und trinkt? Über den Verein Herbstlicht kommt nun regelmäßig eine Helferin, die im Umgang mit dementen Menschen geschult ist. Sie nimmt der Familie eine große Sorge.

44 Männer und Frauen arbeiten beim Verein Herbstlicht. Sie besuchen alte und demente Menschen, bringen so ein wenig Abwechslung in deren Alltag und entlasten die Angehörigen. Der Mescheder Club der Soroptimistinnen unterstützt diese Arbeit nun erneut mit einer Spende in Höhe von 700 Euro. Geld, das die Frauen beim Bürgerfest durch den Verkauf von Waffeln und Selbstgebasteltem erwirtschaftet haben.

Schon bei der Gründung – der sogenannten Charterfeier – der Mescheder Soroptimistinnen im Mai 2016 war der Verein Herbstlicht der Nutznießer der eingegangenen Spenden. „Wir sahen damals zwei große Vorteile“, erläutert SI-Präsidentin Bettina Steden: „Die Frauen in den Familien, die sich ja vorrangig um alte und demente Angehörige kümmern, werden entlastet. Und die Helferinnen erfahren über das Fortbildungsangebot des Vereins eine zunehmende Professionalisierung.“ Zwei Ziele, die dem Verein, der sich vor allem die Bildung von Frauen und Mädchen auf die Fahnen geschrieben hat, am Herzen liegen.

Hilfe die ankommt, das erläuterte auch Iris Ackermann vom Leitungsteam des Vereins Herbstlicht, bei der offiziellen Spendenübergabe. Sie schilderte einen weiteren Fall: Eine Klientin hat sich entschieden, ihren Mann, der dauerhafte Pflege braucht und schon im Heim lebte, dort aber unglücklich war, nach Hause zurückzuholen. „Ihr war klar, dass diese Rundum-Betreuung nicht einfach wird. Sie hat sich deshalb vorab informiert und über unseren Verein jemand gefunden, der ihr an zwei halben Tag Freiraum verschafft, um selbst Sport zu machen und sich mit Freundinnen zu treffen.“ Dafür zahlt sie nichts. Das Geld für die Betreuungskräfte kommt von der Pflegekasse.

Dabei berät Herbstlicht in Meschede und Bestwig unabhängig, kostenfrei und auch ergebnisoffen. „Bei einem anderen Gespräch zeigte sich, dass die pflegende Ehefrau eigentlich jemanden suchte, der den Haushalt regelt, so dass sie selbst mehr Zeit für den dementen Angehörigen hat.“ Iris Ackermann empfahl, eine Haushaltshilfe einzustellen. Diese vermittelt Herbstlicht zwar nicht, „aber es war das, was die Familie jetzt brauchte.“

Die Mescheder Soroptimistinnen unterstützen Herbstlicht aber auch, weil dort – vor allem – Frauen nach der Familienphase eine niederschwellige Professionalisierung erfahren. „Wer als 450 Euro-Kraft angestellt werden will, muss zuvor die Ausbildung zur Betreuungsassistentin durchlaufen und im Anschluss sich einmal jährlich fortbilden“, erläutert Bettina Steden. „Diese Fortbildung wird für insgesamt sieben Frauen nun mit dem Geld unseres Clubs finanziert.“ Und einmal als Betreuungsassistentin ausgebildet, haben die Frauen im Anschluss auch die Möglichkeit in stationären Einrichtungen zu arbeiten. „In einem Bereich, in dem wir dringend Fachkräfte brauchen“, betont die SI-Präsidentin.

Der Mescheder Verein Herbstlicht ist seit 2010 ein vom Versorgungsamt NRW anerkannter Helferkreis für niedrigschwellige Hilfe und Betreuungsangebote.
1.500 Euro können zusätzlich zur ambulanten Pflege von der Pflegekasse erstattet werden, wenn qualifizierte Helfer eines anerkannten Vereins die Betreuung übernehmen. Anspruchsberechtigt ist, wer mindestens Pflegegrad 1 hat. Das Geld verfällt, wenn es nicht für Haushaltshilfe oder Betreuung genutzt wird.

Kontaktdaten: Herbstlicht e.V., Birgit Koch, Iris Ackermann, Tel.: 0291-9809748

Mailadresse: me@herbstlicht-demenzbetreuung.de