Am gestrigen Abend (Dienstag, 23.10. 2018) wurde im DampfLandLeute MUSEUM in Eslohe das „Kriegstagebuch des Albert Quinkert“ vorggestellt. Die beiden Herausgeber des Bandes, Karl Arnold Reinartz aus Frielinghausen und Karsten Rudolph, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum, sowie Nachfahren des Autors des Tagebuches, Albert Quinkert, informierten dabei im Rahmen einer Gesprächsrunde über das Werk, die historische Einordnung und die inhaltliche Bedeutung des Werkes. Mit dabei auch Raffaella Tunzi, die im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Ruhruni eine wichtige Detailarbeit für eine Veröffentlichung der ursprünglich handschriftlichen Aufzeichnungen geleistet hat.

Auf über 700 Seiten hat Albert Quinkert sein Kriegstagebuch handschriftlich festgehalten.

Für Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion und Ressortleiter Meinung der SZ, ist dieser Band eine Entdeckung, wie er im Newsletter der Süddeutschen Zeitung vom 13. Mai dieses Jahres formuliert. „Es sei ein bewegendes, ein eindrucksvolles, ein lehrreiches Buch.“

Albert Quinkert (1896–1976) aus Eslohe hat es zeitlebens abgelehnt, sein Kriegstagebuch zu veröffentlichen. Für den heutigen Leser bietet das Tagebuch, dessen Entdeckung einem glücklichen Umstand zu verdanken ist, deswegen eine ungeschönte Sicht auf den Alltag eines jungen Mannschaftssoldaten. Dieser wird im Ersten Weltkrieg an vielen Fronten eingesetzt, kehrt immer wieder in eine ihm fremder werdende Heimat zurück, wird mehrfach verwundet und überlebt das Kriegsgeschehen wie durch ein Wunder.

Das Besondere ist, dass es sich um das Tagebuch eines gewöhnlichen Soldaten handelt, der ungewöhnlich präzise, anschaulich und reflektierend Zeugnis ablegt über das, was er und Millionen anderer junger Männer in Europa zwischen 1914 und 1918 gesehen, gehört und selbst miterlebt haben.

„Das Kriegstagebuch des Albert Quinkert (1914 – 1919) ist im Aschendorff Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich.

ISBN 978-3-402-13308-8 – 720 Seiten – 29,90 Euro