Feierlicher 1. Spatenstich mit Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek, Landrat Dr. Karl Schneider, Bürgermeister Bernhald Halbe, NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und dem sauerländischen Landtagsabgeordneten Klaus Kaiser.

Bad Fredeburg ist mit historischem Ortskern und dem Status als Kurort ein beliebtes touristisches Ziel. Die Attraktivität des schmucken Städchens soll nun noch weiter gesteigert werden, wenn mit dem Bau einer Ortsumgehung die Verkehrsbelastung im Orstkern sinkt. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek haben am Mittwoch, 17. Oktober, den feierlichen 1. Spatenstich für den Bau der L776n, im Beisein des für die Region zuständigen Landtagsabgeordneten Klaus Kaiser, Landrad Dr. Karl Schneider und Bürgermeister Bernhard Halbe, vorgenommen.

Die L776 verbindet das Ruhr- und das Möhnetal sowie das Hochsauerland mit dem Raum Lippstadt und Paderborn. Auf der Nord-Süd-Achse fließt ein hoher Anteil an überregionalem Verkehr derzeit über enge Serpentinen und durch den Ortskern des Schmallenberger Stadteils Bad Fredeburg. Mit dem Bau einer Umgehungsstraße soll dieser Verkehr an Bad Fredeburg vorbei geleitet werden. „Unser Ziel ist es, den Kurort vom Verkehr zu entlasten und die Aufenthaltqualität dort zu steigern. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet der Straßenneubau mehr Lebensqualität. Zudem gewinnt Bad Fredeburg touristische Entwicklungsmöglichkeiten hinzu“, sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst beim feierlichen 1. Spatenstich.

Wirtschaftsraum stärken

Nicht nur die Anwohner und Gäste in Bad Fredeburg profitieren vom Bau der L776n. Auch der Wirtschaftsraum Hochsauerland soll mit der Maßnahme gestärkt werden. Der überregionale Verkehr kann dann sicher und zügig am Ortskern vorbei geführt werden. Die westlich und östlich von Bad Fredeburg an der B511 angesiedelten Unternehmen erhalten zudem eine direkte Verbindung in Richtung Norden. Somit trägt der Bau der Ortsumgehung auch zur Strukturverbesserung des Hochsauerlandes bei.

17,5 Millionen Euro investiert das Land Nordrhein-Westfalen in den Bau der 2,51 Kilometer langen Ortsumgehung. Fünf Brücken und Überführungen müssen gebaut werden sowie eine knapp 300 Meter lange und bis zu 17 Meter hohe Hangsicherung. Die neue Straße wird eine Fahrbahnbreite von acht Meter haben. Bislang muss der Verkehr mit 5,50 bis 6 Metern Breite auskommen, was vor allem beim Begegnungsverkehr mit LKW zu Problemen führt. Auf einer Länge von 1,35 Kilometern wird die L776n mit einem Zusatzfahrstreifen in nördlicher Richtung ausgestattet, um dort sicheres Überholen zu ermöglichen.

Fledermäuse im Blick

Der Neubau einer Straße stellt immer auch einen Eingriff in die Natur dar. Dieser muss entsprechend ausgeglichen werden. Als Kompensationsmaßnahme für den Bau der L776n wird zum Beispiel intensiv genutztes Grünland in naturnahe Flächen umgestaltet oder Waldflächen werden durch den Umbau von Fichten- in Laubwald ökologisch aufgewertet. Bei der Planung der Umgehungsstraße wurden zudem neun unterschiedliche Fledermausarten gefunden, die ihren Lebensraum im Planungsgebiet haben. „Hier sind wir besonders gefordert, diesen zum Teil streng geschützten Tieren neue Quartiere anzubieten“, hob Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek die Bedeutung des Natur- und Umweltschutzes im Rahmen von Straßenbauprojekten hervor. „Um den Lebensraum für die Fledermäuse zudem sicher und nachhaltig zu gestalten, werden zum Beispiel Überflughilfen geschaffen und spezielle Trinkgewässer für diese Tiere angelegt.“

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Bad Fredeburg nahmen an den Feierlichkeiten zum 1. Spatenstich der Ortsumgehung teil.

Bevölkerung hat lange auf die Umgehungsstraße gewartet

Die Bevölkerung vn Bad Fredeburg hat lange auf die Umgehungsstraße gewartet. „Nun geht es endlich los!“ war dann auch die vorherrschende Meinung der zahlreich zum 1. Spatenstich gekommenen Menschen. Für den Franktionsvorsitzenden der CDU im Stadtrat Schmallenberg und langjährigen Vorsitzenden des Bezirksausschusses Bad Fredeburg, Ludwig Poggel,  war der Tag eine Bestätigung für die Beharrlichkeit und dem Willen, diese Umgehungsstraße immer und immer wieder auf die Tagesordnung der politischen Debatten gebracht zu haben. „Die Ausdauer hat sich gelohnt. Jetzt bekommt Bad Fredeburg die dringend notwendige Ortsumgehung. Wenn alles klappt wird der Ortskern dann ab 2021/21 vom Durchgangsverkehr entlastet und kann sich neu entwickeln“, so Ludwig Poggel.

Hier ein Video vom feierlichen Spatenstich für die Ortsumgehung Bad Fredeburg mit Ausschnitten aus den Reden von Verkehrsminister Hendrik Wüst, Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek, Landrat Dr. Karl Schneider und Bürgermeister Bernhald Halbe.