Gelungener Auftakt. Breite Resonanz bei der 1. Tagung zur Denkmalpflege im Kreis Olpe am 11.10.2018

Die Vorsitzende des Kreisheimatbundes Olpe, Dr. Roswitha Kirsch-Stracke, empfing die zahlreichen Tagungsteilnehmer bereits im Foyer des großen Sitzungssaales im Kreishaus. Foto Andrea Arens

In Kooperation mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz richtete der Kreisheimatbund Olpe die 1. Tagung zur Denkmalpflege aus. Das große Interesse übertraf die Erwartungen der Veranstalter.

Mehr als 80 Teilnehmende füllten den großen Sitzungssaal des Kreishauses, als die Vorsitzende des Kreisheimatbundes Olpe, Dr. Roswitha Kirsch-Stracke, die Anwesenden begrüßte. Gekommen waren Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik aus allen Gemeinden des Kreises, von denen der Bürgermeister der Kreisstadt Olpe, Peter Weber, namentlich begrüßt wurde. Vertreterinnen und Vertreter aller drei Ebenen der Denkmalbehörden hatten sich eingefunden, so der Unteren und Oberen Denkmalbehörden des Kreises Olpe aus allen sieben Kommunen und des Nachbarkreises Siegen-Wittgenstein. Die zuständigen Ämter der LWL-Denkmalpflege Münster und der LWL-Archäologie für Westfalen waren mit mehr als zehn Fachleuten vertreten, unter ihnen der Landeskonservator für Westfalen, Dr. Holger Mertens. Weiterhin nahmen zahlreiche Denkmaleigentümer und viele interessierte Bürgerinnen und Bürger an der Tagung teil, darunter Architekten, Handwerker und Heimatpfleger.

Im Vormittagsprogramm stellten die Fachreferenten in vier Vorträgen die Denkmalpflege aus Sicht von Fachbehörden und Politik vor. Zunächst berichtete der Leiter der LWL-Archäologie für Westfalen Außenstelle Olpe, Professor Dr. Michael Baales, über die Struktur und Aufgabenstellung seines Amtes. Er sprach dabei auch die enge personelle Situation und die Schwierigkeit an, die mitunter in der Zusammenarbeit mit den Bauämtern der Städte und Gemeinden bestehen. Dem folgte der Vortrag von Dr. Bruno Denis Kretzschmar. Er erläuterte seine Tätigkeit in der praktischen Denkmalpflege des LWL Denkmalamtes Münster, für die er den Kreise Olpe seit sechs Jahren betreut. Dr. Michael Huyer, Referatsleiter für Inventarisation und Bauforschung der LWL-Denkmalpflege Münster, stellte die jüngsten Denkmäler der 1950er bis 1970er Jahre vor. Er machte deutlich, dass nicht der aktuelle Zeitgeschmack, sondern die identitätsstiftende Wirkung eines Bauwerkes und sein zeittypisches Erscheinungsbild von besonderer Bedeutung sind.

Die Vertreterin der Obersten Denkmalbehörde, Frau MinDirig. Anne Katrin Bohle, Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung und Denkmalpflege im Landesministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, berichtete über die Überprüfung des derzeitigen Denkmalschutzgesetzes. Sie stellte unter anderem fest, dass gerade in der für den Denkmalschutz wichtigen Ebene der Unteren Denkmalbehörde, also auf kommunaler Ebene, ein erheblicher personeller Mangel herrscht.

Am Nachmittag lag der Schwerpunkt auf dem Dialog. Vier Impulsreferate gaben die Grundlage. Sabine Hengstebeck von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Lennestadt stellte drei Praxisbeispiele vor, die deutlich machten, dass Denkmaleigentümer bei der Bausanierung und der Finanzierung große Vorteile nutzen können, wenn sie eng mit der Unterer Denkmalbehörde zusammenarbeiten. Wie wichtig die Fachkenntnis von Bautechniken bei der Renovierung von Fachwerkhäusern ist, zeigte der in der Denkmalsanierung erfahrene Architekt Michael Arns auf. Was für eine hohe Lebensqualität es bedeutet, in einem Denkmal zu wohnen, schilderte Christoph Henrichs, Eigentümer der „Rucksackherberge am Rothaarsteig“ in Heinsberg auf eindrucksvolle Weise. Rolf Klostermann, Ortskurator Sauerland der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, stellte Möglichkeiten der Förderung von Sanierungsmaßnahmen durch die Stiftung vor. Zahlreiche Teilnehmende brachten sich mit ihren Erfahrungen in die Diskussionen ein und nutzten die Pausen für intensive Gespräche.

Zum Ende der Tagung stellten die Moderatorinnen Andrea Arens und Birgit Haberhauer-Kuschel fest, dass das Interesse an der Denkmalpflege im Kreis Olpe auf allen Ebenen hoch ist, dass aber der Dialog zwischen Eigentümern und Behörden verbessert und die allgemeine Akzeptanz und Wertschätzung für die einmaligen Zeugnisse der Geschichte unserer Region geschärft werden muss.

Weitere Informationen zu Aufgaben und Strukturen der LWL Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen finden sie auf der Webseite www.lwl.org/dlbw und zum Kreisheimatbund Olpe e.V. unter www.kreisheimatbund-olpe.de. Der KHB wird hier auch demnächst eine Tagungsdokumentation veröffentlichen.