7 Fragen an Hermann Hoffe und Katharina Rieland

Foto: Klaus-Peter Kappest

Hermann Hoffe und Katharina Rieland über Gegenwart und Zukunft des WOLL-Magazins für Schmallenberg, Eslohe und Umgebung

von Tiny Brouwers

Das WOLL-Magazin für Schmallenberg, Eslohe und Umgebung ist seit nun sieben Jahren nicht mehr wegzudenken aus der Stadt Schmallenberg und der Gemeinde Eslohe. Die Leidenschaft und Begeisterung aller Beteiligten hat dafür gesorgt, dass WOLL bei den Lesern breite Anerkennung gefunden hat. Sieben Jahre WOLL bedeuten auch sieben Fragen auf der WOLL-Bank, und da sitzt diesmal nicht nur der kreative Kopf des Magazins, Hermann Hoffe, sondern auch Katharina Hoffe. Der Grund: Hermann reicht das WOLL-Zepter an seine Tochter weiter, bleibt aber der Chef vom Dienst.

WOLL: Hermann, warum hast du damals mit dem WOLLMagazin angefangen?
Hermann: Da gab es keinen konkreten Anlass. Die Idee, ein buntes Magazin für die Region zu machen, in der ich wohne und lebe, ist vor sieben Jahren spontan entstanden. Nach einigen Gesprächen, unter anderem mit Rainer Zepernick, der für die Gestaltung verantwortlich ist, und den beiden Schmallenberger Druckereien Glade und Schäfers, haben wir gesagt: „Lass uns ein Glanzmagazin für Schmallenberg und Eslohe machen. Vielleicht gibt es ja dafür einen Bedarf.“

WOLL: Wie schaust du zurück auf diese sieben Jahre?
Hermann: Die waren von Anfang an spannend. Die Begeisterung für das WOLL-Magazin hat mich und alle Mitstreiter vom ersten Tag an getragen. Vor jeder Ausgabe steht die Frage: Bekommen wir genügend Anzeigen, damit sich das rechnet? Und immer wieder: Werden wir auch rechtzeitig fertig? Das ist jedes Mal eine große Herausforderung. Doch von Ausgabe zu Ausgabe greifen die Rädchen immer besser ineinander. Jeder, von Redakteuren und Fotografen bis zu den Jungs, die schließlich für die grafische Fertigstellung sorgen, ist mit Leidenschaft und Begeisterung dabei. Irgendwie klappt es jedes Mal. Und nach sieben Jahren sind wir auch ein wenig stolz, dass das WOLL-Magazin eine so breite Anerkennung gefunden hat.

WOLL: Wie hast du eine Truppe ehrenamtlicher Journalisten um dich gesammelt und was ist dein Geheimnis, um mit deinen Mitarbeitern die Informationen so dicht an die Sauerländer zu bringen?
Hermann: Bei WOLL darf jeder, der möchte und der gerne schreibt oder fotografiert, aber auch jeder, der gerne mit Anzeigenkunden verhandelt, mitmachen. So haben über die Jahre mehr als 111 Männer und Frauen aus Schmallenberg, Eslohe und Umgebung einen Beitrag für das WOLL-Magazin geschrieben oder passende Fotos und Illustrationen geliefert. Einige sind dabeigeblieben, andere haben nur einen oder wenige Beiträge geschrieben. Es gibt zwar gewisse Vorgaben und die Themen werden immer gemeinsam in den Redaktionssitzungen ausgewählt, aber ansonsten kommen die Ideen mehr oder weniger von unseren Lesern und aus der Bevölkerung. Wir müssen nur die Augen und Ohren weit genug offen halten, dann finden wir die Themen, die die Menschen interessieren. Und das ist uns, denke ich, bisher immer ganz gut gelungen.

WOLL: Kannst du sagen, wann und wo du am glücklichsten warst mit dem WOLL-Magazin?
Hermann: Da gibt es einige Momente. Aber am allerglücklichsten war ich, als am Tag des Erscheinens der ersten Ausgabe Api Richter mir mit dem Auto auf der Weststraße entgegenkam und aus dem Fenster rief: „Das läuft super. Die reißen mir die Hefte
aus den Händen.“ Da war mir klar, WOLL hat eine Chance, sich als regionales Glanzmagazin neben der Tageszeitung und anderen Publikationen durchzusetzen. Jedes Interview gefällt mir. Ob es nur ein paar Fragen für einen Kurzbericht sind oder ein Interview mit mehreren Menschen, das dann im WOLL-Magazin auch entsprechend
umfangreich präsentiert wird. In den Interviews bekommt man immer einen ganz besonderen Blick auf die Person und die Organisation oder das Unternehmen, das mit dem Interviewten in Verbindung steht. Und immer geht es auch um die Sauerländer Lebensart. Da kommt keiner dran vorbei. Wenn ich aber ein Interview herausheben darf, dann ist es eines der ersten Gespräche, das ich 2012 mit meinem früheren Chef Franz-Otto Falke und seinem Freund, dem kreativen Kopf der Falke-Gruppe, Klaus Gerwin, führen durfte. Und das auch noch in den Räumen, in denen ich als junger Bursche seinerzeit meine Lehre und die ersten Berufsjahre absolviert habe. Vor einigen Wochen hatte ich erneut die Gelegenheit, den 95-jährigen Franz-Otto Falke und seinen 66-jährigen Sohn Franz-Peter Falke gemeinsam zu interviewen.

WOLL: Katharina, du sitzt mit deinem Vater auf der WOLL-Bank, ist das ein Zufall?
Katharina: Nichts ist zufällig. In den letzten Jahren ist in unserer Familie sehr viel passiert. 2011 hat mein Vater WOLL gegründet. Zur gleichen Zeit gründeten mein Mann Jan und ich in Dortmund die kajado GmbH, eine Agentur für digitale Kommunikation. Dabei haben wir WOLL immer begleitet und natürlich haben mein Vater und ich auch über eine mögliche Nachfolge gesprochen, denn ab einem gewissen Alter darf man mal einen Gang runterschalten. Obwohl ich nicht glaube, dass es bei meinem Vater irgendwann ruhiger wird. Bevor ich dann mit Verstand und Herz „ja“ gesagt habe, wurden noch unsere Söhne
Hannes und Jakob geboren. Und jetzt, zum Jubiläumsjahr, ist ein sehr schöner Zeitpunkt, das WOLL-Zepter zu übergeben. So bereiten wir uns alle seit diesem Jahr auf die Übergabe vor.

WOLL: Katharina, wie siehst du die Zukunft von WOLL Schmallenberg-Eslohe?
Katharina: Es wird eine Herausforderung. WOLL ist aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Es gibt auf dem Markt der Onlineshops, Magazine und Produkte mit regionalem Bezug ein zunehmendes Angebot. Bei der kajado GmbH arbeiten Social-Media- und Onlinemarketing-Manager sowie Webdesigner und -entwickler. Daher werden wir den digitalen Anteil deutlich ausbauen und Print und Digital verknüpfen. Und das Wichtigste ist, die drei tragenden Säulen, die das WOLL-Magazin zu einem Erfolg gemacht haben, zu schätzen und zu bewahren: die Geschichten und Fotos von sehr engagierten Redakteuren und Fotografen aus dem Sauerland, die Mitarbeiter von regionalen Partnern wie der GLADE – Medienmacher seit 1886 und vor allem meinen Papa, der als Chef vom Dienst auch weiterhin dem WOLL-Magazin seinen unverkennbaren Charakter geben wird.