Trickfilmwerkstatt „Heraklit“ an der Jugendkunstschule in Schmallenberg

Foto: Jugendkunstschule Schmallenberg

Bereits im vergangenen Jahr führte die Jugendkunstschule ein Projekt zum Thema Trickfilm durch, damals unter dem Motto „Herzblut“. In diesem Jahr soll es in der Trickfilmwerkstatt um Gegensätze gehen. „Heraklit“ heißt das Projekt, und der Name deutet auf eben dieses Thema hin: „Heraklit war ein griechischer Philosoph, der sich mit Gegensätzen beschäftigt hat“, erklärt Nina Kownacki, die seit 2015 als Dozentin im Bereich Neue Medien an der Jugendkunstschule tätig ist. Das Thema lässt sich vielfältig umsetzen, denn Gegensätze finden sich überall: Schwarz und Weiß, Gut und Böse oder Stadt und Land. Das Thema verliert nie an Aktualität.

Vielseitige Smartphones

Das Projekt ist sowohl für Anfänger als auch für Kinder und Jugendliche gedacht, die schon einmal in diesem Bereich gearbeitet haben. Einzige Voraussetzungen: zehn Stunden Zeit, Kreativität – und Geduld. „Viele wundern sich, wie viel Arbeit tatsächlich hinter einem Trickfilm steckt.“

Aufgenommen werden die Videos, die später auf Youtube hochgeladen werden, mit dem Smartphone. „Das ist gut für die medienpädagogische Praxis, da das Smartphone normalerweise eher für den privaten Konsum genutzt wird. Dass man auch sehr kreativ damit arbeiten kann, ist vielen nicht bewusst.“

Gearbeitet wird mit der für den Trickfilm typischen Stop-Motion-Technik. Hierfür können verschiedene Materialien genutzt werden. Neben Zeichnungen sind das zum Beispiel Lego oder, wie etwa bei „Shaun das Schaf“, Knetfiguren. Die Smartphone-App, die für die Aufnahmen genutzt wird, ist auch von Kindern und Jugendlichen leicht zu bedienen, und von Beginn an kann verfolgt werden, wie sich das Video entwickelt. Oft können die Teilnehmer sich zunächst gar nicht vorstellen, wie die eigenen Figuren zum Leben erweckt werden. Sehr viele Fotos müssen gemacht werden, für nur wenige Sekunden Film. Es muss sehr kleinteilig und akribisch gearbeitet werden. Wenn die Kinder und Jugendlichen ihre Figuren am Ende in Bewegung sehen, ist das für sie immer ein besonderes Erlebnis, weiß Kownacki.

Jeder ist willkommen

Die Trickfilmwerkstatt findet ab dem 1. Oktober immer montags von 15:30 Uhr bis 19:00 Uhr statt und soll Kinder und Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren ansprechen. Zusätzlich werden Workshops angeboten, in denen Smartphone-Gadgets und eine Trickfilmbox gebaut werden.

Eines ist Nina Kownacki dabei sehr wichtig: „Wir von der Jugendkunstschule wollen kulturelle Bildung nach außen tragen. Unsere Leitidee ist, dass alle Kinder und Jugendlichen, egal welcher Herkunft, Bildung oder Begabung, an unseren
Projekten teilhaben können.“ (sn)