Giovanni Vetere: Bilder und Skulpturen

Quelle: Akademie für Kunst und Kultur in Stockum

Giovanni Vetere wurde 1940 in Süditalien geboren und kam 1960 als Gastarbeiter nach Deutschland. 1972 entdeckte er durch einen Zufall seine Liebe zur Kunst – zunächst in der Malerei, später auch als Bildhauer. Bald schon bekam er die Möglichkeit zu ersten Ausstellungen und wurde bald in vielen Galerien und auf Messen im In- und Ausland gezeigt. Hauptthema seiner Kunst ist die Familie. Bekannt wurde er vor allem mit seinen farbenfrohen Bildern in Freskotechnik. In der Ausstellung sind aber auch Zeichnungen, Objekte, Grafiken und Skulpturen zu sehen. Vetere traf 1984 bei einem Bildhauersymposium in Troisdorf auf Johannes Dröge und lernte von ihm viel über Steine und die Bildhauerei. Bis heute sind die beiden befreundet.

Vernissage – So. 23.09.2018 um 15 Uhr
Finissage mit dem Künstler – So. 4.11.2018 um 15 Uhr

Öffnungszeiten:
Sa. + So.: 15 – 18 Uhr und nach Vereinbarung
Veranstalter:
Verein der Freunde und Förderer
der Akademie für Kunst und Kultur in Stockum
Stockumer Straße 7, 59846 Sundern
Tel.: 01 51-56 35 00 63
vorstand@akademie-stockum.de

Für weitergehende Informationen: www.galerie-incontro.de

Giovanni Vetere begann mit seiner künstlerischen Arbeit in Zusammenhängen, die diese von außen unmöglich erscheinen ließ, und sie innerlich um so notwendiger machte. Als Immigrant und einfacher Arbeiter begann er auf der Suche nach seiner alten und neuen Identität mit expressiv realistischer Malerei, von wo aus er seinen jetzigen, unverkennbaren Stil entwickelte. In seinem unerschöpflichen Gestaltungswillen bezog er fast jedes Material, jede Möglichkeit in seine Arbeit ein, wobei sein Werk sich von Anfang an um eben jene Motive zentrierte, die auch im Leben des Künstlers im Zentrum stehen. Die Familie, das Miteinander, vor allem aber die Kindheit sind seine Sujets. Je breiter das Spektrum der künstlerischen Möglichkeiten wurde, desto mehr hat sich die Arbeit Giovanni Veteres formal und inhaltlich auf das Wesentliche reduziert. Neben Skulpturen und Objekten sind es vor allem die in Farbigkeit und Textur ausdrucksstarken Fresken, die in uns fröhlich und melancholisch zugleich und wahrhaft von Angesicht zu Angesicht zeigen, dass das Elementare unseres Wesens in der Kindheit begründet liegt, und wir uns immer wieder auf das Kind in uns, als Ursprung unseres Selbst, besinnen sollten.

Biografie
In Strongoli, einem kleinen Bergdorf im süditalienischen Kalabrien, kommt Giovanni Vetere am 3.12.1940 als eines der jüngsten Kinder von Pasquale Vetere und Angelina Spina zur Welt. Der Vater bewirtschaftet als Kleinbauer einige Parzellen eigenen Landes, und jedes Familienmitglied muss seinen Beitrag leisten, um die bescheidenen Lebensverhältnisse aufrechtzuerhalten. Eine reguläre Schulausbildung wird durch die Schule des Lebens ersetzt. Bereits im Alter von fünf Jahren muss Giovanni Vetere bei der Landarbeit helfen, was seine Liebe zur Natur und seine Beobachtungsgabe ebenso begründet wie seine Disziplin und Willenskraft, die ihn früh reifen lassen. Die strenge Hierarchie des Zusammenlebens in der dörflichen Gemeinschaft, bestimmt durch Traditionen und Kirche, empfindet Vetere bald als einengend und belastend, so dass er 1957 nach Turin geht. 1961 kommt Vetere per Arbeitsvertrag nach Deutschland und beginnt in Bonn als Fabrikarbeiter. 1965 wird er durch einen Autounfall schwer verletzt und der monatelange Krankenhausaufenthalt bewirkt einen fundamentalen inneren Wandel. Vetere beginnt sich in einer sinnsuchenden Orientierung weiterzubilden und seine deutsche Sprache zu verbessern. In dieser Zeit lernt er auch seine spätere Frau Brigitte kennen. Nach der Heirat 1968 zieht das Ehepaar Vetere nach Troisdorf, wo Giovanni Vetere in einer Chemiefabrik arbeitet, und sich für politische Belange von Ausländern zu engagieren beginnt. 1971 kommt seine Tochter Carmen zur Welt. Die Initialzündung für Giovanni Veteres künstlerische Arbeit steht mit diesem Ereignis in engem Zusammenhang. Als seine Frau Brigitte der Tochter ein Jahr später einen Wasserfarbkasten schenkt, beginnt Vetere für seine Tochter Tierbilder zu malen. Seine Frau erkennt das Talent ihres Mannes, und ermuntert ihn weiterzuarbeiten. Ab 1972/73 schlägt Vetere mit Unterstützung seiner Frau den schwierigen Weg der Kunst ein, und fängt an, sich neben seiner eigenen Arbeit auch mit der Kunstgeschichte und der aktuellen Kunst zu beschäftigen. Bereits 1973 ermöglicht die Stadt Troisdorf Giovanni Vetere eine erste Ausstellung. 1975 gründet das Ehepaar Vetere eine eigene Galerie, die in fast 14-jähriger Arbeit anderen Künstlern ein vorurteilsfreies Forum bietet und wichtige Kontakte knüpft. Nach einem Unfall 1979, der Vetere das bildhauerische Arbeiten für längere Zeit unmöglich macht, entwickelt er seine Fresko-Technik und kommt in den folgenden Jahren zu seinem jetzigen, unverkennbaren Stil. 1989 wird die Galerie geschlossen und die Familie erwirbt in Eitorf an der Sieg die „Villa Keysers“ mit der dazugehörigen ehemaligen Zigarrenfabrik und einem weitläufigen Gelände, das als Skulpturenpark dient. Mittlerweise kann Giovanni Vetere als international bekannter Künstler auf ein fast dreißigjähriges Kunstschaffen mit unzähligen Ausstellungen im europäischen Ausland und den USA, sowie Messeerfolgen in Basel und auf der Art Cologne zurückblicken, ganz zu schweigen von seinem in mehrerlei Hinsicht umfangreichen Werk.