Vom Kopp bis anne Schochen

von Katharina Rieland

„Das ist ein unheimlich tolles Tragegefühl, als würdest du barfuß laufen“, versuchte mich meine Mutter von den neuen Barfußschuhen zu begeistern. Es war Winter und die dicken, selbstgestrickten Socken meiner Omma machten mir schwitzige Füße. Da ich im siebten Monat schwanger war und nicht nur am Bauch kulinarische Zonen entwickelt hatte, passten mir die Schlappen auch nicht mehr. Also bestellte ich mir die angepriesenen Barfußschuhe, die meine Zehen fein säuberlich voneinander trennten und mich wie Frodo, der Hobbit, aussehen ließen. Meinem Mann bescherten die neuen Treter einen wunderbaren Lachanfall und er stellte mir die Frage, ob ich diesen Trend wirklich mitmachen wollte. Ich spielte die Gesundheitskarte aus und zählte eine Reihe von sportmedizinischen Vorteilen auf, schließlich gibt es mittlerweile auch Marathonläufer, die auf Barfußschuhe setzen. Nicht zuletzt hat der Trend aus dem Sport auch Einzug in die Mode gehalten und Schuhe sowie Socken sind schon längst nicht mehr schwarz, sondern bunt und ausgefallen.

Mit meinen Barfußschuhen wagte ich mich im Frühjahr sogar auf einen Spaziergang mit dem Hund nach draußen (bis dato hatte ich die Schuhe ausschließlich im Haus getragen) und fühlte mich den misstrauischen Blicken meiner Mitmenschen ausgesetzt. Mein Schuhwerk schien förmlich zu schreien: „Seht mich alle an, ich bin Mrs Crazy Schuhwerk“. Die Beziehung mit meinen Zehenschuhen wurde dann bei der Einladung zu einer Freundin auf eine sehr harte Probe gestellt. Denn durch die formschöne, haut anschmiegende Verarbeitung fühlte sich der Schuh nicht nur toll an, sondern brachte beim mehrstündigen Tragen einen erheblichen Nachteil mit sich. An der Wohnungstür meiner Bekannten, zog ich mit guten Manieren die Schuhe aus, nahm einen aromatisch würzigen Geruch war, der mir die Schamröte ins Gesicht zauberte. Peinlich berührt, zog ich meine Schuhe schnell wieder an und machte mich auf dem „Walk of Shame“ wieder nach Hause um ein Fußbad zu nehmen und danach normale Socken anzuziehen. Zu Hause bleiben die Barfußschuhe mein bevorzugtes Tragwerk, auch für Spaziergänge nutze ich sie weiter (auch die Passanten gewöhnen sich daran). Als Alternative zu „ganz barfuß“ halten sie die Füße sauber – nur sollte man sie auswärts unbedingt anlassen.

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