„Entdecken, was uns verbindet“

Die Geschichte des heutigen Heimatmuseums Eversberg reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Am Tag des offenen Denkmals kann das Gebäude besichtigt werden. Bildnachweis: Stadt Meschede

Mescheder Denkmale öffnen ihre Pforten

Meschede. Denkmale machen Geschichte vor Ort erlebbar – und deshalb ist das Motto zum diesjährigen bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ bewusst gewählt: „Entdecken, was uns verbindet“. Bundesweit öffnen am Sonntag, 9. September, mehr als 7.500 Denkmale in rund 2.600 Städten und Gemeinden ihre Pforten. Auch in der Kreis- und Hochschulstadt Meschede finden aus diesem Anlass gleich mehrere Veranstaltungen statt.

So lädt das Bürgerzentrum Alte Synagoge zu einer Fotoausstellung von Matthias Kripien ein. Sie ist dort vom 7. bis zum 23. September immer freitags, samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet – am Sonntag, 9. September, zusätzlich bereits ab 10 Uhr.

Zudem regt das Projekt „aufruhr – das andere Ruhrgebiet“ dazu an, in den vier beteiligten Kommunen (Meschede, Bestwig, Brilon und Arnsberg) einige Kapellen unter einem künstlerischen Blickwinkel zu betrachten. In Meschede sind das die Schlosskapelle St. Johannes Baptist in Laer, die Michaelskapelle am Klausenweg, die Halloh-Kapelle „Zur schmerzhaften Mutter“ in Wallen und die Kapelle „Zu den 14 Nothelfern“ in Remblinghausen. Dort sind Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus der Region zu sehen. Die Ausstellung „Kapellenschöpfungen“ ist am 8. und 9 September sowie am 15. und 16. September von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Mehr Informationen gibt es auch unter www.aufruhr-sauerland.de im Internet.

Daneben sind am 9. September in der Zeit von 11 bis 17 Uhr folgende Baudenkmale geöffnet:

1. Heimatmuseum Eversberg, Mittelstraße 12

Ein schlichtes anderthalbgeschossiges giebelständiges Fachwerkhaus mit Mitteldeele und schmuckverschieferter Straßenfront; Datierungen 1756 und 1762.

2. Rathaus Eversberg, Mittelstraße 1

Der prachtvolle eingeschossige Fachwerkbau über hohem durchfensterten Untergeschoss besitzt ein malerisches Mansardwalmdach, Schwellhölzer und Eckständer, die beschnitzt und farbig gefasst sind.

3. Pfarrkirche St. Johannes, Eversberg, Marktstraße 15

Eine dreistöckige Hallenkirche mit wuchtigem Westturm und frühgotischem Chor von einem Joch mit fünfseitigem Schluss. Aus der reichen Barockausstattung hebt sich der 1720 errichtete Hochaltar hervor.

4. Kapelle St. Lucia, Eversberg, Marktstraße 2

Die Kapelle stammt aus dem Jahr 1739, kleiner gewölbter Saal mit 3/8-Schluss und Dachreiter. Einfacher Altar aus der Erbauungszeit. Satteldach mit verschiefertem Giebel und Dachreiter.

5. Burgruine Eversberg

Bei dem Bau- und Bodendenkmal handelt es sich um die heute nicht mehr sichtbaren Reste der Burg. In dem restlichen Burgplatz neben der aufgehenden Turmruine stecken weitere Bebauungsspuren (Fundamente) und die Ringmauer. Burg (und Stadt) Eversberg wurden im Jahr 1242 vom Grafen Gottfried III. von Arnsberg gegründet. Das Amt Eversberg und damit Burg und Stadt entwickelten sich in den folgenden Jahrhunderten zu einem wichtigen Verwaltungszentrum.

6. Kath. Pfarrkirche St. Severinus Calle, Severinusplatz 2

Im Jahr 1042 wurde die Kirche dem Stift Meschede geschenkt, der jetzige Bau ist eine dreischiffige Hallenkirche, 1853 – 1858 anstelle eines Vorgängerbaus errichtet, Hochaltar von 1636, romanische Madonna auf dem Rosenkranzaltar von 1250. Um 14 Uhr und 16 Uhr finden Kirchenführungen statt; um 13 und 15 Uhr sind Besichtigungen des Turms möglich.

7. Kapelle auf der Schlade, Calle, an L 840 ca. 600 Meter östlich von Calle

Achteckige Kapelle aus Naturstein mit geschweiftem Schieferdach und geschlossenem Tambour mit Glockendachabschluss von 1727, Barockaltar aus der Entstehungszeit.

8. Kapelle zur schmerzhaften Muttergottes auf dem Halloh, Wallen

Die Wallfahrtskapelle von 1686 ist Endpunkt einer Reihe von Prozessionswegen. Kleiner Rechtecksaal, der 1936 nach Westen erweitert wurde. Im alten Teil eine für solche Kapellen ungewöhnliche Holzdecke vom Ende des 17. Jahrhunderts.

9. Kath. Pfarrkirche St. Walburga, Meschede, Stiftsplatz 1

Ehemals Kirche des Damen- und späteren Kollegiatsstiftes, Weihe unter dem Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg (1168-91). Der Bau ist eine langgestreckte dreischiffige Hallenkirche von sechs Jochen mit halbrunder Apsis, Ostkrypta und vorspringendem Westturm, 1663/64 auf den Fundamenten und unter Verwendung von Bauteilen einer um 900 entstandenen kreuzförmigen Basilika errichtet.

10. Kapelle zu den 14 Nothelfern, Remblinghausen, Sägemühle

Das Gebäude ist ein kleiner Achteckbau mit geschweifter Haube und Laterne aus dem 18 Jahrhundert.

11. Sägemühle Schulte, Remblinghausen, Sägemühle 13

Die Ursprünge gehen ins 13./14. Jahrhundert zurück, weitgehend erhalten ist der Neubau von 1809.

12. Bürgerzentrum Alte Synagoge, Meschede, Kampstraße 8

Die Grundsteinlegung erfolgte im Jahr 1878, die Einweihung ein Jahr später.1938 fiel die Synagoge der Reichspogromnacht zum Opfer, bevor sie 1999 als Bürgerzentrum und Erinnerungsstätte neu eröffnet wurde.

13. Ehemalige Segelfliegerschule Schüren, Otto-Lilienthal-Straße 3

Die ehemalige Segelfliegerschule ist bedeutend für die Geschichte des westfälischen Flugsports. Es handelt sich um einen langgestreckten zweigeschossigen Baukörper unter Satteldach mit Eckrisaliten unter quergestellten Satteldächern.

14. Henneseehotel, Am Hennesee 4

Das Gebäude – heute bekannt als Welcome Hotel Meschede – ist einschließlich des Verkaufspavillons in den 1950er-Jahren entstanden. Der Hauptbau ist zweigeschossig mit hohem, ausgebautem Satteldach mit Mansarden und Dachhäuschen, an der Westseite ist ein zweiter Baukörper quer eingeschoben. Im Innern ist die Ausstattung aus der Bauzeit weitgehend erhalten.

ehrere hundert Jahre Geschichte spiegeln sich in der Pfarrkirche St. Walburga in Meschede wider.