Mehr Reichweite für das Elektro-Auto

Neben der Auszeichnung mit dem Konstruktions-Oskar durften sich die Gewinner- Teams auch über Geldpreise freuen. Foto: FH/Bechthold

16. Konstruktionspreis an Maschinenbau-Studenten der FH verliehen

Soest. In Zukunft dreht sich das Rad elektrisch – so ging es auch im Wettbewerb um den 16. Soester Konstruktionspreis der Fachhochschule Südwestfalen um die systematische Entwicklung eines zukunftsweisenden Konzepts für ein Elektrofahrzeug. Die Maschinenbau-Studenten hatten sich dazu ein Semester lang Gedanken gemacht. Die beeindruckenden Ergebnisse präsentierten die sechs Teams vor einer Fachjury im Soester Siegmund-Schultze-Haus.

Im Team einen Lösungsansatz für ein aktuelles technisches Thema finden, vor einer „echten“ Jury mit Vertretern der Industrie und Hochschulprofessoren zu Wettbewerbsbedingungen präsentieren und Kontakte zur Wirtschaft knüpfen – der Soester Konstruktionspreis hält für Maschinenbau-Studenten gleich mehrere Boni bereit. Prof. Dr. Christian Stumpf stellte im Fach Konstruktionssystematik, 4. Semester, die paxisnahe „Preisaufgabe“. Dieses Mal sollte ein zukunftsweisendes Konzept für ein Elektrofahrzeug entwickelt werden. Der Fokus lag dabei auf der Energieversorgung durch eine wiederaufladbare Batterie, einem effizienten Ladekonzept sowie der erforderlichen Infrastruktur. Zunächst sollten die Zielgruppe für das Fahrzeug definiert, ein grober Fahrzeugtyp skizziert sowie potenzielle Komponenten wie Akku und Motor ausgewählt werden.

Als Jury bewerteten Matthias Reis (Bertrandt Services GmbH aus Dortmund), Tobias Niehoff (Brunel GmbH aus Essen) sowie Martin König (Infineon Technologies AG aus Warstein), von der Fachhochschule Südwestfalen Prof. Dr.-Ing. Jens Bechthold (Standort Soest) sowie Prof. Dr.-Ing. Michael Schroer (Standort Meschede) die Ergebnisse.

Fabian Brzoska, Marius Köneke, Nils Barnhusen, Arnold Weiland und Janik Pickhard hatten sich einen virtuellen Audi A5 vorgenommen und mit einem Elektroantrieb von Continental mit 120 kW (163 PS) Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit von ca. 200 km/h ausgestattet. Das Konzept sieht eine Hochvolt-Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 30 kWh, ergänzt um eine 15 kW Flusszelle von NanoFlowCell mit zwei 110 Liter großen Elektrolytflüssigkeitstanks, vor. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 130 km/h und einem Fahrzeuggewicht von 1990 kg wird damit eine Reichweite von 640 km erreicht. Die Umrüstung einer Tankstelle auf Elektrolytflüssigkeit mit einer Speicherung von 120.000 Liter würde nach den Überlegungen der Studenten 12.000 Euro kosten, einmal „Volltanken“ würde bei diesem Fahrzeug sechs Minuten dauern. Dieses Konzept hatte die Jury überzeugt.

Platz zwei sicherten sich Sven Meerkötter, Patrik Düchting, Adrian Sonntag und Tim Wegener. Ihr E-Golf würde, ausgestattet mit einer 35kWh Lithium-Ionen-Batterie, zwar nur bis zu 250 km fahren, dafür bestünde aber die Möglichkeit, die Batterie bequem daheim in einer Stunde induktiv zu laden.

Platz 3 ging an das Team von Florian Schneider, Michael Scholhölter, TimStümpel und Ardit Zeqiri. Ihr Konzept „eCO2wap“ setzt auf Park-and-drive-Stationen am Rande von Großstädten oder an Bahnhöfen und sieht den Umstiegvom Dieselfahrzeug auf ein kleines Elektroauto bzw. den Umstieg vom Zug auf ein kleines Elektroauto vor.

Beim Gewinner-Produkt wirkt der Synchronmotor direkt auf das
Hinterachsdifferenzial des Fahrzeugs, was einen hohen Wirkungsgrad ausmacht.
Abb: FH