Auf dem 8. Längen- und dem 51. Breitengrad befindet sich eine kleine Siedlung zwischen Ruhrtalbahn und B7, die schnell durchfahren und leicht übersehen wird. Schade eigentlich, denn der Ort hat doch mehr zu bieten, als es zunächst den Anschein hat. Lange stand hier ein „Gasthaus und Restaurant“– zunächst mit dem Inhaber Neufert, später übernahm es die Familie Senger.

Den meisten Gemeindemitgliedern ist das Gasthaus noch gut bekannt. Verkehrsgünstig gelegen, wurden hier viele Familienfeste gefeiert. Auch die örtlichen Vereine trafen sich hier, so z.B. am 31.01.1926 zur Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Ostwig.

Grusskarte von Alfert aus dem Jahr 1905. Zu sehen ist der Gasthof Neufert, später Senger. Kartenquelle: August Meschede

Alfert ist verkehrsgünstig gelegen. Das bringt es natürlich mit sich, dass der Verkehr rollt. Bei Tag und bei Nacht. Diese günstige Verkehrslage haben auch einige Firmen erkannt, die sich im gleichnamigen Gewerbegebiet angesiedelt haben.

Aber es gibt auch ein Alfert abseits der Bundesstraße. Nur wenige Fußmeter vom Ort entfernt, kann man ein kleines Stück wunderbare Natur entdecken. Das haben auch kundige Wanderer erkannt, denn der Bestwiger Panoramaweg führt hier entlang. Dort, wo die Elpe in die Ruhr fließt und diese durch ein Laufwasserkraftwerk aufgestaut ist, hat sich ein kleiner See gebildet. Ein Platz zum Innehalten und Durchatmen, um dann weiter entlang der renaturierten Ruhr zu wandern.

Alfert, das ebenso wie Borghausen historisch zu Ostwig gehört, hat in seiner Geschichte schon einiges mitgemacht. Zum Ende des 2. Weltkrieges sprengten die vorrückenden amerikanischen Truppen die dortige Ruhrbrücke. Auch die Kapelle auf der Alfert wurde 1945 bei einem feindlichen Fliegerangriff stark beschädigt. Nach dem Krieg wurde sie dank vereinter Kräfte der Gemeindemitglieder wieder aufgerichtet.

Traditionell wird vor Beginn des Ostwiger Schützenfestes in der Kapelle auf der Alfert die Heilige Messe gefeiert. Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Antonius-Kapelle wurde aus Dankbarkeit und zur Einlösung eines Gelübdes erbaut, wie es der alten Chronik zu entnehmen ist, die sich im Besitz der Familie von Lüninck befindet (siehe unten). Bis zum Jahre 1890 wurden hier noch regelmäßig Gottesdienste gefeiert.

Es lohnt sich also, Alfert, diesen kleinen, aber geschichtsträchtigen Ort einmal aus der Nähe betrachten.
Text: Christel Zidi
Fotos: S. Droste, Dirk Bannenberg