Balve Optimum – Tag 2

Foto: Thomas Hellmann
Foto: Thomas Hellmann

Kosmischer Cosmo: Sönke Rothenberger tanzt zum Sieg im Grand Prix

Der Kampf um die Deutschen Meisterschaften in der Dressur hat beim BALVE OPTIMUM begonnen. Der heutige Leistungsvergleich im Grand Prix, dem Maecenas Preis, wurde genau beobachtet: Wer kann schon am ersten Tag überzeugen? Wer muss noch eine Schippe drauflegen? Vor den Augen von Bundestrainerin Monica Theodorescu, Disziplintrainer Jonny Hilberath und Equipechef Klaus Röser gingen die besten Dressurreiter Deutschlands an den Start – die Deutschen Meisterschaften sind ein Pflichttermin und zugleich Sichtung für die Weltreiterspiele im September in Tryon (USA).

Mit hauchdünnem Vorsprung konnten Sönke Rothenberger und sein erst 11-jähriger niederländischer Wallach Cosmo (v. Van Gogh) den Grand Prix für sich entscheiden: 82.820 % schlugen sich am Ende auf seinem Konto nieder. „Ein Pferd ohne Schwächen“, schwärmte Klaus Balkenhol. Ein frenetischer Applaus begleitete das junge Paar vom Viereck. Gleich 4 x die 10 gab es beispielsweise für die Passage. Und eines war sicher: Das war eine Ansage – auch für die nächsten zwei Tage, wenn es um die Medaillen im Grand Prix Special und der Grand Prix Kür geht.

„Ein komischer Sieg! So kann es weitergehen in Balve. Am meisten freut mich, dass Cosmo schon am ersten Tag so brillieren konnte. Normalerweise braucht er oft einen Tag und legt dann erst zu“, lautete Sönke Rothenbergers Fazit. Damit verwies er das derzeitige Nummer 1-Paar der Dressur-Weltrangliste auf den zweiten Platz: Isabell Werth und ihre Oldenburger Don Schufro-Tochter Weihegold OLD mussten sich nach ein paar kleinen Patzern mit 82.720 % zufrieden geben. Aber wer Isabell Werth kennt, der weiß: Morgen wird sie erst recht angreifen.

Die Entscheidung am Samstag im Grand Prix Special wird also an Spannung nicht zu überbieten sein. Dafür wird auch sie sorgen: Jessica von Bredow-Werndl. Sie kam, sie sah, sie überzeugte im Grand Prix – und das mit gleich zwei Pferden: Zaire-E und TSF Dalera BB. Besonders mit der 11-jährigen Trakehner Stute TSF Dalera BB (v. Easy Game) hat die Aubenhausenerin ein echtes Ausnahme-Talent unter dem Sattel. „Ich bin sehr glücklich! Es ist erst ihr vierter großer Grand Prix – und sie hat sich jedes Mal so gesteigert. Ich bin selbst ganz verliebt in mein Pferd“, freute sich Beatrice Bürchler-Keller, die Besitzerin von TSF Dalera BB. Und sie hat Recht. Dalera ist leichtfüßig, schwungvoll, dynamisch. „Einfach eine tolle Vorstellung“, brachte es Klaus Balkenhol auf den Punkt. Mit 78.360 % war es – zumindest für heute – der dritte Platz für Jessica und Dalera. Ihr kleiner Sohn Moritz war natürlich mit in Balve – und nach ihrem tollen Ritt gab es High 5 mit dem süßen Blondschopf. Mit Zaire-E platzierte sich die junge Mutter auf Rang 5 (75.860 %). Damit aber nicht genug: Jessica von Bredow-Werndl wurde für den harmonischsten Ritt ausgezeichnet und sicherte sich damit die zweite Etappe der „Meggle Champion of Honour“-Serie.

Diese spezielle Wertung, die Harmonie und Leichtigkeit zwischen Reiter und Pferd in den Vordergrund rückt, wurde von Marina und Toni Meggle 2015 ins Leben gerufen und geht in diesem Jahr in die vierte Runde.

Gleich drei Trakehner fanden sich im Starterfeld des Grand Prix. Neben Dalera waren das die beiden Hengste Imperio (v. Connery), vorgestellt von Hubertus Schmidt und mit 71.040 % auf Rang 9, sowie Imperios Sohn Heuberger TSF, den Anabel Balkenhol gesattelt hatte (71.160 %; Rang 8).

Dorothee Schneider stellte den 12-jährigen Bayern Sammy Davis jr. (v. San Remo) vor. Das Paar belegte mit 77.620 % Platz vier – da wäre auch noch mehr möglich gewesen. Vor dem Einritt war Sammy Davis jr. sichtlich nervös, aber seine gefühlvolle Reiterin pilotierte den schicken Braunen souverän durchs Viereck.

Drei Ausfälle galt es zu verschmerzen: Isabell Werths Emilio, Dorothee Schneiders Showtime und Kristina Sprehe mit Desperados gingen nicht an den Start. Das Verletzungspech hatte zugeschlagen.

„Wir haben hier sehr sehr guten Sport gesehen – die Prozente sprechen für sich. Das waren Top Leistungen, ich bin sehr zufrieden“, so lautete das Fazit von Bundestrainerin Monica Theodorescu. Am Samstag um 10.30 Uhr beginnt der Klaus Rheinberger Memorial Grand Prix Special – und damit auch die Entscheidung über die erste Medaille bei der Dressur DM 2018.

Der Freitagnachmittag stand ganz im Zeichen der Youngster im Viereck. Zunächst maßen sich die besten Nachwuchs-Dressurpferde in der Qualifikation zur Final-Qualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal. Der Nürnberger Burg-Pokal gilt als inoffizielle Deutsche Meisterschaft der sieben- bis neunjährigen Nachwuchs-Grand Prix-Pferde und wurde erstmals 1992 ausgetragen. Das Finale der Serie findet stets im Dezember in Frankfurt statt – und die meisten der dort teilnehmenden Pferde fanden sich später in den großen Championaten wieder. Es siegte in dieser Prüfung die achtjährige Württemberger Fürst Romancier-Tochter First Romance, die wunderbar von Dorothee Schneider vorgestellt wurde (76.122 %). Mit 3.5 % Unterschied belegte der schicke Westfalenhengst Daley Thompson (v. Damon Hill) den zweiten Platz. Im Sattel saß die für ihre Ausbildungskünste bekannte Reiterin Ann-Christin Wienkamp (72.610 %). Mit 72.463 % rangierten die Schweizerin Lisa Wernitzing und die Desperados-Tochter Descolari Rang drei. Am Samstag entscheidet sich ab 14.00 Uhr, welches Paar sich für das Finale des Nürnberger Burg-Pokals qualifizieren wird.

Katrin Eckermann hoch zwei: Starke Frau mit starken Nerven

Bei der ersten Wertungsprüfung in der Deutschen Meisterschaft der Springreiterinnen, dem Preis der Wrede Stiftung, gab sie definitiv den Ton an: Katrin Eckermann. Die 27-Jährige Nordrhein-Westfälin belegte am Ende die Plätze 1 und 2. Mit ihrem „Erstpferd“, der neunjährigen Rheinländer Stute Caleya (v. Calido), lieferte die Amazone bereits eine tadellose schnelle Runde ab (73,33) – und sie war auch die einzige, die sich selbst überbieten konnte. F.C. Okarla, ihres Zeichens erst acht Jahre jung, ist ein Jumper, wie er im Bilderbuch steht. Die niederländische Stute verfügt über eine tolle Manier, ist wahnsinnig schnell, wendig hochkonzentriert und stets bei ihrer Reiterin. Katrin Eckermann legte mit dieser schwarzbraunen eleganten Verdi-Tochter einen Zahn zu und pilotierte Okarla in fehlerfreien 72,39 Sekunden durch den anspruchsvoll von Frank Rothenberger gebauten Parcours. Somit nahm sich die Deutsche Vizemeisterin von 2013 selbst eine Sekunde ab. Bereits am Donnerstag machte Katrin Eckermann die Ansage: „Ich bin gekommen, um Deutsche Meisterin zu werden!“ Diesen Siegeswillen zeigte sie par excellence. Auf Rang drei folgte Kathrin Müller, Vize-Meisterin des Jahres 2012, die die belgische Querlybet Hero-Tochter Felitia DH gesattelt hatte (0/ 74,16).

Insgesamt blieben 21 der 58 Starterinnen ohne Fehlerpunkte, darunter auch Laura Klaphake die Deutsche Meisterin des letzten Jahres, mit Bantou Balou (v. Balou du Rouet). Somit ist alles offen. Samstag ab 14.15 werden in der Finalwertung, die in zwei Umläufen und gegebenenfalls Stechen ausgetragen wird, die neuen Deutschen Meister der Springreiterinnen ermittelt.

Auch die siebenjährigen Youngster zeigten sich von ihrer besten Seite im Preis des Einrichtungshauses Ostermann. Donald, ein Hannoveraner Wallach von Diarado, und sein Reiter, der Niederländer Arne Van Heel, siegten mit einer Nullrunde in 56,25 Sekunden. Platz zwei fiel an Lars Nieberg und den Contagio-Nachkommen Caruso (0/ 56,67) vor Tobias Meyer und Stargold (v. Stakkato Gold; 0/ 57,31). Das Paar hatte die erste Prüfung der Youngster-Tour am Donnerstag für sich entscheiden können.

Im Preis der Turniergemeinschaft Balve GmbH, einer internationalen Springprüfung der Großen Tour, setzte sich die Amazone Jana Wargers auf der zehnjährigen Holsteiner Coriano-Tochter Afrah durch. In fehlerfreien 57,93 Sekunden raste sie der Konkurrenz davon. Die 26-Jährige, die mit ihrem Lebensgefährten, dem italienischen Springreiter Michael Cristofoletti einen Springstall in Ibbenbüren betreibt, verwies damit die Herren auf die Plätze. Auch ihren Liebsten übrigens, der sich im Sattel von Debalia (v. Zürich) mit Rang acht begnügen musste (0/ 60.34). Marco Kutscher wählte für die Prüfung den Westfalenwallach SGW Lord Poldy (v. Lord) und wurde nach einer Nullrunde in 58,16 Sekunden Zweiter. Auf Rang drei folgten Patrick Stühlmeyer und der Selle Francais-Hengst Shere Khan du Banney (0/ 58,19).

Mit einigem Vorsprung siegte Michael Hagemann im Preis des Amateur Springreiterclubs Deutschland e.V. (0/ 64.79). Gesattelt hatte er die neunjährige Westfalen-Stute Miss Balou (v. Balout du Rouet). Die silberne Schleife sicherten sich – wie schon am Vortag – Philipp Müller und der Holsteiner Wallach Curtis (v. Capitalist) in fehlerfreien 66 Sekunden. Rang drei fiel an Katja Niehues und die Quidam`s Rubin-Tochter Klein Petty (0/ 66.58).

Angegriffen wurde auch in der 1. Wertungsprüfung der Deutschen Meisterschaft der offenen Klasse: Im Preis des Mittelstandes 2018 gegeben von der Vollmann Group und der TRIO Lighting Group, Arnsberg, einer Springprüfung Kl. S**** mit 2 Umläufen, blieben nur drei Paare ohne Fehler. Waren es nach dem 1. Umlauf noch etliche Reiter, die „sauber“ geblieben waren, so traf das für den zweiten Umlauf nicht zu. Die beste Zeit lieferten dazu Marcus Ehning und die zwölfjährige Canturo-Tochter Cristy (60,96): Sieg in dieser Prüfung. Rang zwei fiel an Carsten-Otto Nagel und den 13-jährigen Holsteiner Wallach Chairman (v. Casall). Sie benötigten 62,52 Sekunden für den Parcours. 2,6 Sekunden langsamer waren Tobias Meyer und der zehnjährige Oldenburger Hengst Cumberland (v. Calvaro): Platz drei. Am Sonntag geht es ab 14.45 Uhr im Optimum Preis 2018, Preis der Warsteiner Brauerei, Haus Cramer und des Landes Nordrhein-Westfalen, um die Entscheidung in der Deutschen Meisterschaft der offenen Klasse.

 

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