Team Sauerland NRW p/b SKS GERMANY: Lehrgeld in Lugano gezahlt – Top motiviert zu Rund um Köln

Foto: SVL Sports Germany

Kaum einen Unterschied konnte man in den Gesichtern der Teilnehmer beim „Gran Primo Citta di Lugano“ nach dem Rennen erkennen. Egal ob Sieger Hermann Pernsteiner aus Österreich oder die geschlagenen Sauerländer – alle hatten am vergangenen Sonntag mit der drückenden Hitze und den Anstiegen rund um Lugano zu kämpfen. Schnell war klar, dass einige Starter in Topform aus dem Giro d`Italia kamen und die anderen World Tour Fahrer kurz vor der Tour de France stehen. So war es nicht weiter verwunderlich, dass die Jungs um Joann und Louis Leinau nichts mit den Top Platzierungen zu tun hatten. Gerade die favorisierten Teams Bahrain und Emirates mit Nibali, Gasparotto und Co attackierten vom ersten Anstieg an und zeigten den anderen Startern ihre Grenzen auf. Lange Zeit hielt der Hüstener Joann Leinau im vorderen Feld mit und musste die Fahrt nur wegen eines Defektes aufgeben. Fazit des Landestrainers Wolfgang Oschwald: „Gegen Mitte des Rennens fuhren tatsächlich nur noch kleine Gruppen durch die Berge. Es war wie bei einer Tour de France Bergetappe. Wir haben uns lange tapfer geschlagen, aber am Ende war es auf so einem Terrain für unser junges Team doch noch zu schwer“. Das Rennen beendeten gerade mal 29 der 130 gestarteten Fahrer. Die 186 Kilometer wurden trotz der Höhenmeter in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 36 KmH gefahren.

Ändern soll sich dies am Sonntag beim ältesten Rennen in Deutschland. Mit Rund um Köln steht ein weiterer Höhepunkt für Aaron Grosser, Per Christian Münstermann, Viktor Müller, Johannes Hodapp, Michel Giesselmann, Louis und Joann Leinau an. Wieder sind die Sauerländer eines der jüngsten Teams. Trotzdem erhofft sich die Team Leitung einen Achtungserfolg im erlesenen Starterfeld. Mit Bora Hans Grohe, Lotto Soudal und Katusha Alpecin sind gleich drei World Tour Teams am Start. Favoriten sind Giro Etappensieger Sam Bennett aus Irland, Rick Zabel und Marcel Kittel. Kommt es zu einem Massensprint hat Aaron Grosser durchaus Außenseiterchancen. Die Strecke führt über 200 Kilometer durch das Bergische Land.

Im Bild Louis Leinau kurz vor dem Start am Luganer See.

Nebenbei: Kuriose Szene mitten im GP Lugano. Am Anstieg bremste die Jury die Spitzengruppe und weitere Verfolger. Versehentlich wurde das kleine verbliebene Hauptfeld bei einer Ortsdurchfahrt fehlgeleitet und das gesamte Rennen musste neutralisiert werden. Knapp 15 Minuten dauerte die Zwangspause bis zum Neustart. Kenner der heimsicher Rennszene erinnern sich an die Premiere der Sauerlandrundfahrt durch Südwestfalen. Um das kleine Missgeschick zu verhindern, verbessern die Organisatoren die Ausschilderung haben die Kradstaffel aufgestockt.