Mein Lieblingsplatz

Foto: Simon Föster
Foto: Simon Föster

Bin ich für WOLL in der Schmallenberger Region unterwegs, so bevorzuge ich häufig die ländlich-idyllische Wegstrecke von meiner „Homebase“ Sundern über Niedersalwey, Cobbenrode und Arpe. Ich komme viel rum und mancher Weg führt mich in die schönsten Ecken und Winkel des Sauerlands. Der Rückweg aber führt mich immer wiedermal über eine kleine, verschlungene Straße von Arpe nach Herschede, einem kleinen Weiler nahe der Grenze zum Kreis Olpe und zur Gemeinde Eslohe. Auf der Höhe eröffnet sich eine der herrlichsten Aussichten über das Schmallenberger Sauerland. Den Blick von dort verbinde ich oft mit Erinnerungen an die Sommermonate. Es gibt dort eine Bank, von der aus sich der wirklich wunderbare Blick intensiv genießen lässt.

Eigentlich ist es ganz egal, zu welcher Jahreszeit man dort oben ist: Das Spiel der Wolken an einem frischen Herbsttag oder der in den Frühlingsmonaten oftmals aufziehende Morgennebel, der langsam an den Höhenzügen hinauf steigt. Oft habe ich den Eindruck, dass die Landschaft an diesem Fleckchen Sauerland auf eine irgendwie ganz besondere Art und Weise mit den unterschiedlichen Kräften der Natur zusammenwirkt. Und ob im Sommer, wenn die Sonne noch in den Abendstunden über den Bergen und Tälern steht, oder im Winter, wenn sie glutrot bereits nachmittags den Abend einläutet: Das einzigartige Panorama hat mich schon oft anhalten lassen und mich dermaßen gefesselt, dass ich dort mitunter so lange verweilt habe, bis ein Blick auf die Uhr mich daran erinnert hat, dass ich eigentlich längst zu Hause hatte sein wollen. Ganz besonders „gefährlich“ für solche Verspätungen ist ein ganz spezielles Schauspiel, das sich von dort im Spätsommer beobachten lässt. Wenn für die Bauern die Erntezeit gekommen ist, insbesondere die Zeit der Heuernte, dann kann man verfolgen, wie die Traktoren wunderbare grafische Muster und Linien auf die abgemähten Felder ziehen. Das hat schon beinahe etwas Meditatives. Wenn dann die Sonne kurz vor Untergang immer tiefer werdende Schatten zieht, habe ich immer meine Kamera zur Hand. Wir Fotografen haben ja bekanntlich zu keiner Zeit Feierabend und dieser Ort ist einfach an beinahe allen 365 Tagen des Jahres eine wundervolle Quelle für Landschaftsbilder. Für mich immer wieder ein Muss!

von Ralf Litera