Kreativer Künstler und Koch: Hubertus Geueke

Foto: Simon Föster
Foto: Simon Föster

Keine Frage! Hubertus Geueke ist ein kreativer Mensch! Eine Eigenschaft, die sich der Fredeburger sowohl in seinem Beruf als auch bei seinem Hobby zu Nutze macht. Hauptberuflich arbeitet der gelernte Koch seit 1991 im Landhotel Gasthof Schütte in Oberkirchen. „Bevor ein Menü auf die Speisekarte kommt, ist die Kreativität und das Können der Köche gefragt“, erzählt Geueke. „Wir probieren einiges aus, um für unsere Gäste ein perfektes Geschmackserlebnis zu erreichen.“ Wenn die Zusammenstellung passt, ist Perfektion und Disziplin angezeigt. Alles muss exakt nach Plan und auf den Punkt zubereitet werden. „Da kann es auch schon mal sehr stressig werden!“, weiß der Koch. Seinen Ausgleich findet er daher in seiner Freizeit. Denn dann malt der 57-Jährige. Eine Beschäftigung, die ihm Ruhe und Ausgeglichenheit verschafft, wie er selbst sagt. Und was dabei herauskommt, kann sich sehen lassen. Mittlerweile kann der Künstler Geueke bereits auf einige Ausstellungen zurückblicken, unter anderem im Medienhafen in Düsseldorf. Derzeit präsentiert er seine Bilder ganz in der Nähe: im Haus des Gastes in Grafschaft. Seit Dezember sind die Gemälde von Hubertus Geueke dort zu sehen. Von der Resonanz bei der Vernissage am 16.12.2017 war er überwältigt: „Es war ein wirklich toller Abend mit vielen netten Leuten!“

Mit Neugier und offenen Augen durch die Welt

Gemalt habe er eigentlich schon immer, erinnert sich Geueke. Als Kind hat er verschiedene Motive abgezeichnet, immer mehr ausprobiert und mit den Jahren perfektioniert. Das ist eigentlich bis heute so geblieben. Auf einen bestimmten Stil festlegen kann man ihn nicht. Ist auch nicht gewollt. Da will er frei bleiben, auch um sich weiterzuentwickeln. Anregungen gibt es viele. „Man muss nur neugierig bleiben und mit offenen Augen durchs Leben gehen“, so der Künstler. Das können Fotos in Zeitungen und im Internet sein oder vielleicht eine Postkarte aus Granada. Ein Urlaubsgruß von einer Bekannten. Beim Betrachten kommen dann Ideen und der manchmal spontane Drang zu malen. Das muss nicht heißen, dass das Gemälde eins zu eins der Vorlage entspricht.
Manchmal sind es die Farben, die ihn fesseln. Erst wenn die Farbharmonie für ihn stimmig ist, legt er das eigentliche Motiv an. Je gröber, desto besser. Vorwiegend arbeitet er hier mit dem Spachtel. „Spontanrealismus“ nennt man diese Art zu malen, klärt der Künstler auf. Spannend, denn auch für den Maler ist das Ergebnis immer mit einer Portion Überraschung behaftet.

Spiegeln der Seele, Spiegeln der Heimat

Aber Geueke beherrscht auch den feinen Pinselstrich, malt realistisch, wie am Beispiel des Schwarz-Weiß-Portraits eines Mädchens mit dem Titel „The Girl“, eines seiner Lieblingsbilder. Wieder und wieder hat er sein Werk bearbeitet, bis es für ihn perfekt war. Im Fokus stehen die Augen des Mädchens, in denen sich die Umwelt spiegelt. Und egal von welcher Perspektive man in das Gesicht schaut, die Augen des Mädchens wandern immer mit. „Das war mir wichtig und daran habe ich sehr lange gearbeitet“, erinnert er sich.

Hin und wieder wird Hubertus Geueke auch für Auftragsarbeiten engagiert, meistens Portraits. „Es ist sehr schwierig, eine Person zu malen, die man selbst nicht kennt“, meint er, denn am Schluss bleibe die Frage, ob man den Charakter dieses Menschen wirklich getroffen hat. Aber glücklicherweise seien seine Auftraggeber bislang immer zufrieden gewesen.

Eine Frage, die ihm immer wieder gestellt wird, ist, wie lange er an einem Bild arbeite. Eine Antwort darauf muss er schuldig bleiben. „Das ist natürlich ganz unterschiedlich“, sagt er. „Wenn ich Zeit habe und in einem Flow bin, habe ich auch schon mal ein Bild in 48 Stunden gemalt. Aber es kann auch viele Wochen oder sogar Jahre dauern.“

Von seiner Sauerländer Heimat inspiriert sind seine Tierportraits. Galoppierende Pferde oder ein majestätischer Hirsch. Letzterer zierte das Einladungsplakat zur Grafschafter Ausstellung. „Mir gefällt die Dynamik der Tiere, ihr Muskelspiel bei der Bewegung“, so der Künstler. Wichtig ist die unmittelbare Präsenz der Tiere, die er ohne großes Drumherum in den Mittelpunkt rückt. Ansonsten wirke es schnell kitschig. Der „Hirsch“ ist übrigens schon umgezogen! Ein Ausstellungsbesucher und Bekannter des Künstlers hat das Werk mit nach Burscheid genommen. Dort soll ihn der König der Wälder an seine alte Heimat, das Sauerland, erinnern.

von Andrea Gödde-Kutrieb

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