Neue Anlage ermöglicht Schwerhörigen Teilhabe an kulturellen Veranstaltungen

Freuen sich, dass künftig auch Hörgeschädigte an Veranstaltungen teilhaben können (v.li.): Peter Schulte (Sparkasse), Bürgermeister Christoph Weber, Elmar und Annemie Krämer, Heinz Arenhövel, Hans-Joachim Picht, vorn Ralf Gersthagen. Foto: Stadt Meschede
Freuen sich, dass künftig auch Hörgeschädigte an Veranstaltungen teilhaben können (v.li.): Peter Schulte (Sparkasse), Bürgermeister Christoph Weber, Elmar und Annemie Krämer, Heinz Arenhövel, Hans-Joachim Picht, vorn Ralf Gersthagen. Foto: Stadt Meschede

Meschede. Die Premiere steht am Mittwoch, 9. Mai, in Markes Haus in Eversberg an: Wenn die Torfabrik Meschede dort ab 20 Uhr ihr 20-jähriges Bestehen feiert, werden auch schwerhörige Menschen dank neuer Technik am aktuellen Programm des Kabarettisten Ben Redelings über „55 Jahre Bundesliga in 90 amüsanten Minuten“ ihren Spaß haben können. Die Induktionsanlage der Behinderten-Interessen-Vertretung Meschede (BIV) macht es möglich.

Der schwarze Rollkoffer ist prall gefüllt mit Technik: Ein Mikrofon, ein Modul und zehn Empfänger sorgen dafür, dass künftig auch schwerhörige Menschen an Veranstaltungen teilhaben können. „Wir wollen für Hörgeschädigte Veranstaltungen wie Kabarett oder Podiumsdiskussionen erlebbar machen und ihnen die aktive Teilnahme ermöglichen“, betonte Heinz Arenhövel, ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter des Hochsauerlandkreises. Ob Vortrag oder Diskussion – auch mit Hörgerät ist dank dieser neuen induktiven Höranlage gut verständlich. Gekauft hat die Anlage die BIV. Sie stellt sie für Veranstaltungen kostenlos zur Verfügung.

Gemeinsam mit Bürgermeister Christoph Weber hatte die Behinderten-Interessen-Vertretung Meschede (BIV) überlegt, wie man Menschen mit Hörproblemen helfen könnte, auch öffentliche Veranstaltungen besser verfolgen zu können. Da auch in Brilon die BIV eine solche Anlage anschaffen wollte, handelte man gemeinsam – und bekam Mengenrabatt. Dank einer Spende der Sparkasse Meschede in Höhe von 4.135,01 Euro konnte die Anlage nun gekauft werden. Die Stadt Meschede übernimmt die Wartung und Ausleihe des Rollkoffers samt Inhalt.

Ein großer Vorteil: Die transportable Anlage kann künftig ebenso in der Stadthalle und der Alten Synagoge, im Rathaus sowie an allen anderen Veranstaltungsorten wie etwa Markes Haus in Eversberg oder in Schützenhallen eingesetzt werden. Da die induktiven Höranlagen aus Meschede, Brilon, Arnsberg sowie des Hochsauerlandkreises kompatibel sind, könne man sogar große Veranstaltungen damit gemeinsam bestücken. Auch Vereine können sich die Anlage bei der Stadt Meschede ausleihen.

Für Ralf Gersthagen, zweiter Vorsitzender der BIV Meschede und Vorsitzender der BIV Brilon, ist es eine Herzensangelegenheit: „Wir hoffen, dass dadurch auch Menschen mit Hörbehinderung am kulturellen Leben teilnehmen können.“ Annemie Krämer als Betroffene freut sich auf künftige Events: „Ich habe seit über 20 Jahren keine kulturellen Veranstaltungen mehr wahrnehmen können – mit dieser Anlage geht das nun endlich wieder.“

Heinz Arenhövel lobte die gute Zusammenarbeit mit Brilon ebenso wie die „stets offenen Ohren bei der Stadt Meschede für die Belange der BIV“. „Wir machen weiter kleine Schritte, damit unsere Gesellschaft für alle erlebbar bleibt. Denn Inklusion beschränkt sich nicht nur auf die Schulen, sondern betrifft das gesamte Leben“, so Arenhövel.

Bürgermeister Christoph Weber drückte die Hoffnung aus, dass die nun geschaffenen Möglichkeiten „mit Leben gefüllt“ werden. Veranstaltungen könnten somit künftig nicht nur mit barrierefreiem Zugang und sanitäre Anlagen, sondern auch mit dem Einsatz der induktiven Höranlage beworben werden. Auch im Veranstaltungskalender sei ein entsprechender Button für Veranstalter bereits ergänzt worden. Auch Peter Schulte, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Meschede betonte: „Wir hoffen, dass die Anlage oft genutzt wird.“

Übrigens: Wer sein Hörgerät oder Cochlea-Implantat auf „T“ einstellt, kann bereits in den Mescheder Kirchen induktive Höranlagen nutzen. In der Pfarrkirche St. Walburga, der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, der Abteikirche Königsmünster, der Christus-Kirche sowie im Gemeinsamen Kirchenzentrum sind für Hörgeschädigte induktive Anlagen installiert.