Fiona auf der Überholspur: Junge Neheimer Motocross-Fahrerin will Weltmeisterin werden und gibt Gas

Foto: Tom Linke
Foto: Tom Linke

Sie ist eine leidenschaftliche Rennfahrerin mit großen Zielen. „Ja, ich will Weltmeisterin werden!“, sagt Fiona Hoppe aus Neheim-Moosfelde. Fiona ist 17 Jahre und betreibt eine für ein junges Mädchen eher ungewöhnliche und atemberaubende Sportart: Sie fährt Motocross – und wie! Fiona gibt Gas, fährt mit Augenmaß und ist in der internationalen Klasse bereits auf der Überholspur unterwegs. Schon im letzten Jahr war sie bei ausgewählten Rennen der FIM Motocross-Weltmeisterschaft der Damen am Start, in diesem Jahr will sie alle europäischen Rennen der WM-Saison bestreiten.

Technik, Training, Talent

Wer Fiona bei ihren Trainingsrunden auf dem Gelände des MCC Arnsberg-Voßwinkel, ihrer Heimstrecke, erlebt, ist fasziniert: tolle Action, Staub, atemberaubende Sprünge. Fiona beherrscht ihre inzwischen 250 ccm starke Maschine, wirkt wie eins mit dem starken Untersatz und fährt technisch sauber. „Die Fahrtechnik ist ganz wichtig“, meint ihr Vater Udo, der früher selbst ein erfolgreicher Motocross-Fahrer war. „Fiona hat erst die Technik gelernt und ist inzwischen sehr sicher.“ Fiona sagt es so: „Ich fahre viel mit dem Kopf, habe keine Angst, aber Respekt.“ Fiona beherrscht einen Sport, der es in sich hat und absolute körperliche Fitness verlangt. Motorrad gegen Motorrad, spektakuläre Sprünge, das alles in jeweils 25 Minuten plus zwei Runden. Kraft, Kondition, Körperbeherrschung: Fiona ist topfit. „Ich trainiere jeden Tag. Krafttraining, Läufe, Schwimmen, Fahrradfahren und auch das Training auf meinem Rudergerät im Wohnzimmer stehen auf dem Plan.“ Hinzu kommt natürlich das Training mit dem Motorrad. „Auch die Ernährung muss stimmen“, so Fiona.

Das Schweigen der Jungs

Die 17-Jährige betreibt einen Sport, der ihr praktisch in die Wiege gelegt wurde. Vater Udo war 25 Jahre ein erfolgreicher Motocross-Fahrer beim MCC Voßwinkel. „Schon mit drei Jahren wollte Fiona aufs Motorrad“, erzählt Mutter Sandra. „Aber sie musste erst Fahrradfahren lernen, das war die Bedingung.“ Also ging es aufs Laufrad in den Garten. Ein Jahr später saß Fiona auf einem schnuckeligen Kinder-Motorrad und unternahm – im elterlichen Garten – erste Fahrversuche. „Ich war fasziniert, aus dem Häuschen, die Leidenschaft wuchs, das Interesse wurde immer größer“, betont Fiona.
Die Karriere begann mit acht Jahren auf einer Kawasaki mit 65 ccm. „Die Jungs haben gesagt: ‚Fiona traut sich das nicht!‘ Da habe ich mich angemeldet und war schneller als die Jungs. Erst haben sie mich belächelt. Als ich sie überholte, war es mit dem Lachen vorbei. Die Jungs schwiegen.“ Die Karriere nahm Schwung auf, die Maschinen wurden größer, die Erfolge auch. Im letzten Jahr startete sie erstmals mit ihrer 10.000 Euro teuren 150 ccm-Maschine bei einem WM-Rennen am Gardasee in Italien. „2017 war ein Superjahr, es war einfach Wahnsinn.“ Drei WM-Rennen mit guten Platzierungen, Gesamtdritte bei der IMBA Europameisterschaft, große Erfolge bei nationalen Rennen, zusätzlich beste Zweitakt Fahrerin: Die Bilanz ist klasse.

Zielgerichtet – nicht nur auf der Strecke

In diesem Jahr will Fiona mit einer neuen und stärkeren Maschine (250 ccm Husqvarna)
voll angreifen und einen weiteren Schritt nach vorn machen. Sechs WM-Rennen sind in Europa ausgeschrieben. An allen will sie teilnehmen. In den folgenden Jahren sind auch die Rennen in Übersee geplant. Die Unterstützung der Eltern hat sie, die der Schule auch. Das Berufskolleg in Olsberg stellt sie für die Rennen frei. Natürlich muss sie den Stoff nachholen. Fiona ist im letzten Jahr zum Berufskolleg gewechselt, nachdem sie die Realschule in Neheim mit überragenden Noten und als Schulsprecherin abgeschlossen hatte. Mit dem Schwerpunkt „Sport und Gesundheit“ will sie in Olsberg ihr Abitur bauen und später Orthopädie-Technikerin für Sportler werden.
Parallel dazu greift sie mit dem Motorrad an. Die Vision steht: „Ich möchte eines Tages Weltmeisterin werden.“ Ihr Leitbild gibt die Richtung vor: „Erzähl‘ den Leuten nicht von deinen Träumen, lass‘ sie Ergebnisse sehen.“ Und davon will Fiona Hoppe 2018 eine Menge liefern!
von Paul Senske

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