Das Sauerland liegt in Kanada. Nein, das ist kein Irrtum auf der Landkarte. Verantwortlich dafür ist Peter Schleifenbaum, der sich ein Herz fasste und 1988 seine Heimat Bad Fredeburg verließ, um sich in Ontario, einer kanadischen Provinz, niederzulassen. Trotz der Tatsache, dass ihm so manches aus Deutschland abgeht, vor allem Feste, fühlt er sich in seiner neuen Heimat sehr wohl.

Für das Wohlbefinden sorgt eines der größten privaten Waldstücke Nordamerikas, das Peter Schleifenbaum sein Eigen nennt. Ein Traum, den er sich in Deutschland so nie hätte erfüllen können. Hier passt er gut her, der Mann mit einer Statur wie ein Bär und einer Natur wie ein Holzfäller. Dass es dem Sauerländer hier gut geht, verdankt er auch seinem geschäftlichen Geschick, das ihm ein angenehmes Leben ermöglicht.

Der 52-jährige Deutsche hat sich in der Nähe von Toronto niedergelassen, zumindest nach kanadischen Maßstäben. Immerhin benötigt man für die Fahrt mit dem Auto von der kanadischen Metropole zum Peter Schleifenbaums Naturbesitz um die drei Stunden. Begonnen hat der kanadische Traum des verheirateten Deutschen und zweifachen Familienvaters im Alter von acht Jahren. Damals starb sein Vater, der das riesige Waldgrundstück – eines der größten in Privatbesitz in Nordamerika – einst von einem deutschen Baron gekauft hatte, inklusive drei Wolfsrudel und 140 Huskys. Vom Vater ging das Waldgrundstück durch das Erbe an Peter Schleifenbaum.

Als Peter Schleifenbaum nach Kanada auswanderte war er bereits verheiratet und eine der beiden Töchter auf der Welt. Die zweite Tochter kam in Kanada zur Welt. Seither ist viel Zeit vergangen, in der sich hier auch vieles verändert hat. Das Waldgrundstück trägt heute den Namen Haliburton Forest und wurde von Schleifenbaum in ein Naturparadies umgewandelt. Die Einnahmenquellen sind unterschiedlich. Hauptsächlich wird mit Holzwirtschaft und ökologisch nachhaltigem Tourismus Geld verdient.

Vor allem die Sparte Tourismus kann sich sehen lassen. Nur weil Schleifenbaum als echter Naturbursche viel Wert auf sanften Öko-Tourismus legt, bedeutet das keineswegs, dass es im Gehölz langweilig ist. Das riesige Waldgrundstück ist im Sommer und im Winter ein Magnet für Naturfreunde.

Hier im Wald gibt es zum Beispiel den längsten Baumwipfelpfad der Welt, auf dem man auf rund 500 Meter die Natur von Oben erspähen kann und ein Gefühl für die Vogelperspektive im Wald bekommt. Im Sommer wird bei passendem Wetter auch schon mal eine Oper aufgeführt und im Winter kann man mit einem Snow-Mobil einsam seine Spuren im unberührter Natur ziehen.

Ein Ausflug in den Wald ist aber nicht auf einen Tag beschränkt. Hierher zieht es auch Camper und Rucksacktouristen, die für ein paar Tage oder gleich ein paar Wochen vor der Zivilisation Zuflucht suchen. Darunter sind nicht selten Manager aus den gläsernen Wolkenkratzern der schillernden Metropolen. Gemeinsam mit Familie und Kindern verbringen sie hier eine unbeschwerliche und vor allem ungestörte Zeit umgeben von viel Grün. Hin und wieder sieht man auch Sauerländer, die mit dem eTa Kanada für einige Wochen die kanadische Natur genießen möchten.

Zum Wald gehören auch die Huskys und die Wolfsrudel, die man im Wolfcenter näher beobachten kann und viel über ihr soziales Leben erfahren kann. Wo ein Wald ist, ist auch Wasser. Damit man das Unterwasserleben beobachten kann, steht ein U-Boot bereit.