Im Adlerhorst kann man sogar heiraten! – Willinger Weltcupschanze als Touristen-Attraktion

Foto: Weltcup Willingen
Foto: Weltcup Willingen

Führungen im Sommer wie im Winter

Der Waldecker Weltcup-Ort Willingen hat mit der größten Großschanze der Welt eine echte Touristenattraktion, die vom 2. bis 4. Februar wieder weltweit in den Fokus rückt. „Willingen Five“ heißt der neue Modus bei der Olympia-Generalprobe für Pyeongchang. Dabei werden rund 50.000 Zuschauer an den drei tollen Tagen im ansonsten so idyllisch gelegenen Stryckktal erwartet, wenn Richard Freitag, Andreas Wellinger, Lokalmatador Stephan Leyhe & Co. wieder Jagd auf den Schanzenrekord von 152 m machen, den der Finne Janne Ahonen und der Slowene Jirji Tepes gemeinsam halten.

Seit 1995 kommen die weltbesten Adler zum Weltcup ins Waldecker Upland. Doch nicht nur während des Sportspektakels sind v.l. Hans-Peter Kesper, Jochen Minke, Jürgen Müller, Jens Kramer und Stefan Kesper (vorne) im Einsatz, um VIP- und Ehrengäste, Sponsoren und Promis aus Politik, Wirtschaft und Sport hinter die Kulissen dieses spannenden Sports und attraktiven Spektakel zu führen. Gäste aus dem In- und Ausland, in Deutsch oder Englisch, unterstützt von kleinen Filmchen und gespickt mit Dönikens wie man lustige Anekdoten und Geschichten am Rande des Sauerlandes nennt.

Während des Weltcups bekommen die fünf „Free Willis“, wie alle ehrenamtlichen Weltcup-Helfer in Willingen genannt werden, auch prominente Untestützung, kümmern sich auch Weltcup-Direktor Walter Hofer oder Bundestrainer Werner Schuster um die Besucher und erklären die Geheimnisse ihres Sports.Aber auch über das ganze Jahr ist die Mühlenkopfschanze einen Besuch wert. Mit der Standseilbahn lässt sich der Höhenunterschied zwischen Auslauf und Anlaufturm von gut 120 Metern mühelos und in aller Ruhe ohne einen Schweißtropfen bewältigen. Wer seitlich am Hang der atemberaubenden Anlage mit der Bahn nach oben auf eine Höhenlage von 738 Metern über Normal Null fährt, erhält einen guten Eindruck von der Steilheit des Geländes. ,

Von der Bergstation der Bahn aus lässt sich der Anlaufturm besichtigen. Außerhalb des Weltcup-Rummels in aller Ruhe, zum Genießen. Mit einem gläsernen Aufzug führt die Fahrt weiter bis zum höchsten Turm der Anlage, dem so genannten „Adlerhorst“. Diese futuristische Glaskanzel ist ein echter Hingucker und sorgt mit dafür, dass die Mühlenkopfschanze auch als eine der modernsten Schanzen der Welt gilt. Und im „Adlerhorst“ können sich sogar Brautpaare trauen (lassen).

Hier halten sich die „Adler“ vor dem Sprung in die Tiefe auf, um sich entsprechend vorzubereiten. Einmal da stehen, wo sonst nur Top-Stars der Skispringerszene wie Kamil Stoch, Gregor Schlierenzauer oder Simon Ammann hin dürfen, macht den besonderen Reiz aus. Der Höhenunterschied zwischen Auslauf und Anlaufturm beträgt übrigens 156 Meter (das ist fast auf den Meter so hoch wie der Kölner Dom!), wie Jens Kramer, der „Chef“ der
Schanzenführer verrät, der die meisten Führungen selbst übernimmt, Stefan Kesper springt ein, wenn es um die Fremdsprachen geht und Hans-Peter Kesper (nicht verwandt mit Stefan, der Name Kesper  ist neben Behle oder Wilke einer der häufigsten in Willingen) und die Ehrenmitglieder Minke und Müller schwelgen meist in der langen Tradition.

Von hier oben  haben die Besucher einen spektakulären Aussichtplatz ins Waldecker Upland und das Sauerland. In dem 2004 fertig gestellten Funktionsgebäude des Ski-Clubs Willingen befindet sich das Cafe-Restaurant „Aufwind“ mit moderner  Gastronomie.Viele sportliche Utensilien und Auszeichnungen (u.a. die Goldmedaille von Biathlon-Olympiasiegerin Petra Behle aus Nagano 1998) zeugen davon, welche lange und erfolgreiche Tradition der SC Willingen mit seinen über 1100 Mitgliedern und vielen Leistungssportlern über Jahrzehnte hat. Einen Abstecher lohnt auch der schmuck eingerichtete Fan-Shop. Alles rund um Maskottchen, Anstecknadeln, Pins, Aufkleber, Kappen, Jacken, Shirts und vieles mehr warten auf den geneigten Sportfan. Und zur Zeit natürlich die letzten Weltcup-Tickets.

Die fachkundigen Schanzenführungen, die in aller Regel jeden Dienstag und Freitag ab 14.00 Uhr für Urlaubsgäste oder auf Anmeldung für Gruppen ab 15 Personen angeboten werden, dauern rund 90 Minuten. „So lange, wie ein Fußballspiel“, sagt Bayern München-Fan Jens Kramer, Willingens Ortsvorsteher, Moderator und früherer Skisprung-Trainer.

Auskünfte über www.weltcup-willingen.de