In vielen Kirchen Westfalens sind Wandmalereien der späten Romanik von 1160 bis 1270 erhalten. So auch in den Kirchen St. Blasius in Balve sowie St. Cyriakus in Schmallenberg-Berghausen und St. Peter und Paul in Schmallenberg-Wormbach. Sie zeigen figürliche Szenen, die oft zusammen mit den die Architektur ergänzenden Dekorationsmalereien die Kirchenräume prägen.

In einer Ausstellung BILDWELTEN -WELTBILDER – Romanische Wandmalerei in Westfalen, die seit dem 21. Januar und noch bis zum 11. März im Schieferbergbau- und Heimatmuseum Holthausen zu bestaunen ist, erhalten die Besucher einen grundlegenden und weitreichenden Einblick in dieses herausragende Kulturgut in Westfalen. Darüber hinaus besteht, wegen der räumlichen Nähe, eine gute Möglichkeit, die beiden Kirchen in Wormbach und Berghausen direkt im Anschluss an den Ausstellungsbesuch in Augenschein zu nehmen.

Die Ausmalung in der Kirche St. Cyriakus in Berghausen zeigt dabei ein komplexes und ungewöhnliches Programm, das zu den gebildeten Auftraggebern aus dem Kloster Grafschaft passte: Szenen aus dem Alten Testament deuten gemäß der mittelalterlichen Typologie auf das Neue Testament voraus. Außerdem wird der zum Mitleid fähige und aktiv helfende heilige Nikolaus als moralisch überlegenes Konzept der bloßen Schicksalsgläubigkeit in Gestalt der blinden Fortuna gegenübergestellt.

Dr. Dirk Strohmann von der LWL-Denkmalpflege und Dr. Anna Skriver, die das Projekt wissenschaftliche bearbeitet hat, eröffneten am 21. Januar 2018 die Ausstellung in Holthausen.

Dr. Dirk Strohmann und Dr. Anna Skriver bei der Ausstellungseröffnung in Holthausen.

Weitere Informationen zur Ausstellung und Bildmaterial gibt es auf der eigens eingerichteten Website www.lwl-wandmalerei.de