Köln/Olpe. (giba) Der neue Kommandant der Kölner Prinzengarde heißt Marcel Kappestein (33) und kommt – aus Olpe! Mit langanhaltendem Beifall wurde er am Abend beim sogenannten Generalkorpsappell der Prinzen-Garde Köln 1906 e.V. vor ca. 600 Gästen in sein neues Amt eingeführt. Das ist ein nahezu sensationeller Vorgang, dass das weiß-rote Traditionskorps im Kölner Karneval von einem Sauerländer „kommandiert“ wird. „Wenn ich eine Sache mache, dann richtig!“ hatte Marcel schon vor seiner Wahl gesagt, nach dem er seit einigen Jahren leidenschaftliches Mitglied der Kölner Prinzengarde ist und sich dort großer Beliebtheit erfreut.

Um 20.20 Uhr stand der Saal: Marcell war neuer Kommandant. Ernannt vom Präsidenten der Kölner Prinzengarde, Dino Massi, und von Kappesteins Vorgänger Karl-Heinz Hömig (81), der nach 20 (!) Jahren seinem Nachfolger den Ehrendegen der Prinzengarde mit den Worten in die Hand drückte: „Trag ihn in Ehren, und der wird Dir immer Glück bringen!“ Daraufhin regnete es Konfetti von der Bühnendecke.

Der neue Kommandant der Kölner Prinzengarde, Marcel Kappestein (33), im bunten Konfetti-Regen im Kölner Maritim Hotel
Foto: Ulrich Hufnagel

Vorher hatte Marcell in einer kleinen Dankesrede seinen Leitsatz betont, die Tradition zu bewahren, das Brauchtum zu pflegen und dennoch mit der Zeit zu gehen!

Präsident Massi sagte gegenüber dem WOLL-Magazin, dass er froh sei, sich mit Kappestein die Vorstandsarbeit teilen zu können: „Marcel ist gewissenhaft und übernimmt Verantwortung.“ Sein Vorgänger Hömig, ein Ur-Kölscher, meinte etwas zurückhaltend: „Er ist jung und dynamisch – Man wird sehen!“ Stimmt. Der Kölner Karneval ist eine ernste Angelegenheit.

Auf die Frage, ob es die Prinzengarde nicht gestört habe, einen Sauerländer zum Kommandanten zu wählen, antwortete der Präsident humorvoll: „Keineswegs, absolut nicht! – Ich komme ja aus Italien …“

Marcel Kappestein ist verheiratet und lebt mit seiner Ehefrau Anne in Olpe-Thieringhausen. „Das ist immer, als wenn ich nach Bayern fahren würde“, lobt er seine Sauerländische Heimat, denn Kappestein hat einen führenden Job in der IT-Branche in Köln und pendelt von und nach Olpe. Seine karnevalistischen Wurzeln hat er im Elferrat der Olper Kolpingfamilie. 2006 war er Prinz in Olpe. Außerdem ist er über viele Jahre u.a. bei der Olper Feuerwehr engagiert. Er sorgte dafür, dass beim 111jährigen Jubiläum der Kölner Prinzengarde im letzten Jahr das Jubiläums-Hochamt im Kölner Dom nicht von irgendeinem Musikverein -, sondern vom mehrfach ausgezeichneten Feuerwehr-Musikzug Olpe musikalisch gestaltet wurde.

Auf die Frage, warum er den Kölner Karneval liebe, hat er eine überraschende Antwort: „Wegen des Traditions-Bewusstseins und der Kraft, die der Karneval bewirken kann. Wenn man weiß, man hat was Gutes getan!“ So möchte der neue Kommandant gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit rund 150 Prinzengardisten mit Spielmannszug einem der größten Kinderkrankenhäuser in Köln einen offiziellen Besuch abstatten. Dafür bekam er heute Abend viel Beifall: „Den Kindern und Jugendlichen, den es nicht so gut geht, Freude zu schenken und den Menschen danken, die für die kranken Pänz stets da sind. Das ist auch Karneval für mich! Lasst uns diesen Menschen ein Lächeln schenken.“

Norbert Ramme, langjähriger Beobachter des Kölner Karnevals für den Kölner Stadtanzeiger, sagte gegenüber dem WOLL-Magazin: „Der Marcel ist gut. Der wird das hier entstauben!“

Ein „Ölper“ an der Spitze im Kölner Karneval! Ja und nein. Denn auf die Frage, wo er geboren wurde, zögert er einen Augenblick und spricht es aus: „In Attendorn – Das ist für einen Olper ganz schlimm….“, lacht dann wieder und setzt noch ein Zauberwort hinten drauf: „Woll!?“

Gratulanten für den neuen Kommandanten: Kölns Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes neben Marcel Kappestein, dem amtierenden Olper Schützenkönig Rainer Brüser und Marcells bestem Freund, Peter Quast aus Olpe. Foto: Ulrich Hufnagel