Eine große Liebende aus dem Sauerland

23. Dezember: Gedenktag an Maria (Angela) Autsch

Die ehemalige Finnentroper Textilverkäuferin Maria Autsch (1900-1944) hat als „Nonne von Auschwitz“ Zeugnis für ein wahres Leben gegeben. Ihr Ordensname war Angela Maria. Am 23. Dezember 1944 kam sie bei einem Luftangriff auf die SS-Baracken des Konzentrationslagers ums Leben.

„Ohne Angela hätte ich das KZ nicht überlebt“

Der von Maria (Sr. Angela) Autsch gewählte Orden mit Niederlassung im österreichischen Mötz wurde 1198 zur „größeren Ehre des Dreieinigen Gottes“ und mit dem Ziel des Loskaufes von Gefangenen gegründet. Seit dem 12. August 1940 ist Sr. Angela selbst in Gefangenschaft. Unter anderem wird ihr der Ausspruch „Der Hitler ist eine Geißel für ganz Europa“ vorgeworfen. Im darauffolgenden September wird sie in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück bei Berlin verlegt – registriert unter der Häftlingsnummer 4651 und gekennzeichnet mit dem roten Winkel der politischen Gefangenen. Zunächst muss sie drei Wochen im Freien arbeiten, doch dann erfolgt die Einteilung zu der „ihr so angenehmen“ Arbeit im „Krankenrevier“ des Konzentrationslagers. Im Lager interniert ist auch die schwangere Maria Rosenberger aus ihrer Heimat, eingestuft als sogenannter „Zigeunermischling“. Von Sr. Angela erfuhr diese junge Sauerländerin mütterlichen Zuspruch und Hilfe zum Überleben. Die Nonne hat ihrerseits aber auch einen Wunsch geäußert; sie wollte am Saum der Häftlingskleidung gerne eine angenähte kleine Tasche als Versteck für den Rosenkranz. Maria Rosenberger hat im Juni 1990 einen ausführlichen Bericht über die gemeinsame Zeit des Grauens in Ravensbrück diktiert, der hier wiedergegeben sei:

„In der Zeitung wurde über den Seligsprechungsprozeß von Maria Autsch berichtet. Ich habe sie sofort erkannt, als ich ihr Bild sah. Wir waren im KZ Ravensbrück zusammen. Ich wusste zwar, dass Maria das KZ nicht überlebt hat. Aber wie es ihr später in Auschwitz ergangen ist, das habe ich nicht gewusst. Ich habe Maria in bester Erinnerung. […] Sie hat mir geholfen, wann immer sie konnte. Ich war damals zwanzig Jahre alt. Sie war doppelt so alt. Sie war wie eine Mutter zu mir. Sie hat mir immer wieder Mut gemacht. ‚Maria, halt die Ohren steif!‘ sagte sie zu mir. ‚Lass dich nicht unterkriegen! Denk an was Schönes den Tag über, dann hältst du besser durch.‘ Wenn ich jammerte: ‚Ich habe Hunger‘, wie oft hat sie mir ein Stück Brot zugesteckt. Sie legte es an den Zaun oder versteckte es auf der Toilette. Es durfte keiner sehen. Es war verboten, jemand von seinem Essen etwas abzugeben. Und einer gönnte dem andern nichts. Und ehe man sich versah, war man bei der Aufseherin angezeigt, und es gab Schläge mit der Peitsche. Und manches Mal hat Maria Schläge eingesteckt.

Einige Aufseherinnen haben sie auch bewusst schikaniert, weil sie eine Nonne war. Aber das hat ihr nichts ausgemacht. Sie hatte ein besonderes Lächeln, und wie gern hat sie mit uns gelacht. Wenn sie mir morgens beim Appell heimlich zuwinkte – sie stand im Nachbarblock – freute ich mich den ganzen Tag. Maria war wie ein Sonnenstrahl in der Hölle. Ich fragte sie manchmal: ‚Wovon lebst du denn, wenn du dein Brot immer weggibst?‘ Sie antwortete: ‚Wenn ich Hunger habe, bete ich. Dann vergesse ich den Hunger.‘ Dabei sah sie mit ihren Bäckchen aus wie das blühende Leben, auch wenn sie hungerte. […]

Der Grund für meine Einlieferung ins KZ war, dass ich zu den rassisch Verfolgten gehörte. Mein Vater war ein Sinti aus Berleburg, meine Mutter eine ‚normale Deutsche‘ aus Altenhundem. […] Von den Nazis wurden die Kinder aus rassisch gemischten Ehen nach dem Vater gerechnet. Ich bin 1919 in Berleburg geboren und […] in Berghausen bei Fredeburg aufgewachsen. […] Zuerst arbeitete Maria wie wir draußen. Nach einigen Wochen kam sie in die Krankenstube. Sie war dabei, als ich im Dezember 1940 mein Kind bekam. Als ich wieder zu mir kam, teilte sie mir auf einem Zettel mit – sie durfte nicht mit mir sprechen – dass mein neugeborenes Kind in den Gasofen geworfen worden ist. Dafür sorgte der SS-Arzt. Über dem Lager lag dieser süßliche Geruch von verbrannten Menschen. Kinder liefen zwischen uns herum. Von Zeit zu Zeit wurden sie einfach in die Öfen geworfen.

Was hat man nicht alles erlebt! Ich darf gar nicht daran denken. Ein Dreck waren wir. Einmal musste ich auf den Strafbock und bekam 25 Hiebe. Ich habe heute noch Narben davon. […] Dass ich das überlebt habe, verdanke ich auch Maria Autsch. Sie hat mir immer wieder geholfen und Mut gemacht, besonders auch im Anfang, als ich das Kind unterwegs hatte. Wenn sie in der Nähe war, fühlte man sich wie neugeboren. So kann der Papst nicht sein. Maria war eine Heilige in der Hölle des KZʼs.

Maria trug den roten Winkel der politischen Häftlinge. Warum sie in Haft kam, hat sie mir nie erzählt. Über ihre Jugendzeit im Sauerland, darüber hat sie oft gesprochen. 1943 bin ich von Ravensbrück weggekommen. Maria war damals schon in Auschwitz. Ich kam in ein Nebenlager von Buchenwald. […] Die Russen haben uns befreit. Als ich aus dem KZ rauskam, war ich krank. Ich hatte Typhus. Ich wog noch 80 Pfund. Dreiviertel Jahr lag ich im Lazarett. Erst 1946 kehrte ich nach Hause zurück.“

(1990 im Gespräch mit Paul Tigges, Lennstadt

Von Sr. Angelas Zeit im Konzentrationslager geben in erster Linie Briefe an die Mitschwestern in Österreich ein eigenes Zeugnis, denn gleichzeitige Post an die Verwandten ist nicht mehr möglich (oder erfolgt illegal). In einem Dokumentationsband von 1992 mit insgesamt 101 Schreiben aus der Zeit nach Ordenseintritt kann man nachlesen, wie klug Maria Autsch ihre Briefnachrichten aus den KZs, die der Zensur unterlagen, verschlüsselt. Sie schreibt z.B. über sich selbst in der dritten Person und nennt sich dabei Cillerl (2. Taufname Cäcilia) oder Gela (Sr. Angela). „Onkel“ steht für den Nazi-Apparat oder für Hitler, daneben gibt es „Onkel Heini“ (Heinrich Himmler) oder den „Bruck-Onkel“ (Gestapo-Chef von Innsbruck). – Mit „Onkel Bernhard“ ist aber ein gutgesonnener Mensch gemeint, nämlich der Trinitarierpater Bernhard Stütz in Wien, ein Vetter Adolf Hitlers. – Auch die bevorzugten Fürsprecherinnen im Himmel werden den Zensoren nicht offen preisgegeben. Sie heißen bei Sr. Angela „Bergmutterl“ (Madonna von Locherboden) oder „das kleine Reserl“ (hl. Theresia vom Kinde Jesu). Das Gefühl, Hilfe durch Vorbild oder Fürsprache der verehrten Heiligen zu bekommen, drückt die Schreiberin dann z.B. so aus: „Das kleine Thereserle hilft ja der Cillerl so schön Hand in Hand schaffen, dass es eine Freude ist.“ Die eigene „Rolle“ im Häftlingsgefüge kommt so zur Sprache: „Cillerl ist ja wie immer bei ihren Kranken und kann dort mehr helfen als vorher. Für viele ist sie eine Mutter.“ (Juni 1942)

Im September 1943 liest man die unverdächtig klingende Zeile: „Was machen die beiden Vogt? Ihre Schwestern und Brüder wohnen alle in Cillerls Nähe.“ Die „Vogt“ waren aber Bewohner am Klosterort Mötz mit Sinti oder Roma als Vorfahren. Die Notiz ist also in Wirklichkeit eine Nachricht zum eingerichteten „Zigeunerlager“ Auschwitz-Birkenau!

„Damals hatte ich keine Ahnung, dass Maria Nonne war“

Im September 1941 wird Sr. Angela in den sogenannten „Musterblock“ (Block 1) des KZ Ravensbrück versetzt. Hier fungiert die seit 1939 internierte österreichische Sozialdemokratin Rosa Jochheim (geb. 1902) als Blockälteste. Sie stammt aus ärmsten Proletarierverhältnissen und ist mit Blick auf das breite Elend im Land früh aus der Kirche ausgetreten. In ihren Erinnerungen schreibt Rosa Jochheim, die nach Niederwerfung des Faschismus in Österreich Nationalrätin wurde, über Sr. Angela: „Sehr bald habe ich erkannt, dass sie eine wertvolle Bereicherung für unsern Block war. Damals hatte ich keine Ahnung, dass Maria Nonne war. […] Maria wurde die Beraterin und Helferin in jeder Situation. Sie ließ es sich nicht nehmen, die schweren Essenkübel zu holen. Sah sie, dass es einer Frau schwerfiel, die Klos zu reinigen, weil sie krank und schwach war, nahm sie ihr den Eimer aus der Hand und lächelte ihr zu. Und ehe man sich versah, war die Arbeit getan. – Alle liebten sie. Und ob es nun Politische oder sogenannte Verbrecherinnen waren, Maria saß in der Freizeit stundenlang mit ihnen beisammen und hörte sich ihre Klagen über ihr Leben an. Ich sehe noch heute eine Prostituierte vor mir, die strahlend zu mir sagte: ‚Siehst du, jetzt weiß ich es, ich kann auch in den Himmel kommen, weil Gott mir verzeihen wird.‘ “

Einmal habe sich eine KZ-Aufseherin mit Peitsche auf dem Appellplatz auf ein „bildschönes Mädchen von 18 Jahren“ gestürzt. Maria habe nach der Peitsche gegriffen und gefragt: „Warum wollen Sie dieses Mädchen schlagen? Sie hat doch nichts getan.“ Aufgrund eines Wunders oder der besonderen Ausstrahlung Marias habe die Aufseherin die Peitsche gesenkt und sei davongegangen. Wegen des Protestes folgte auch – wider Erwarten – keine Haft im Strafblock oder eine andere Maßnahme.

Noch als 87-Jährige hat Rosa Jochheim bekannt: „Es vergehen wenige Tage, dass ich nicht an den Menschenfreund Maria denke. Diese Maria gekannt zu haben, ist ein Geschenk fürs ganze Leben.“ „Sie trug von Tag zu Tag und von Jahr zu Jahr das Elend und Leid in dieser Welt in ihrem so wunderbaren Herzen.“

„Inmitten des fürchterlichen Elends erstand eine Insel der Zärtlichkeit“

Nach Verlegung mit einem Transport von Ravensbrück trifft Sr. Angela am 26. März 1942, d.h. an ihrem 42. Geburtstag, im neu aufzubauenden Frauen-Konzentrationslager Auschwitz ein. Hier trägt sie die niedrige Häftlingsnummer 512 und wird wieder zum Dienst im „Revier“ eingeteilt (Häftlingskrankenbau, Block 3). Als „Politische“ aus Deutschland mit zweijähriger Lagererfahrung hat sie durchaus eine gehobene Position in der Häftlingshierarchie. Dem entsprechen einige Mitteilungen und Selbstzeugnisse über „Privilegien“: Sr. Angela wird z.B. nicht für die körperlich „schwerste Arbeit“ eingesetzt, und es gibt an ihren Einsatzstellen vergleichsweise günstigere Ernährungsmöglichkeiten. Im August 1942 erfolgt eine Überstellung nach Auschwitz-Birkenau B Ia, Holzbaracke 22, als Wirtschafterin (Küche der Lagerkrankenabteilung).

Die ausführlichsten und erschütterndsten Zeugnisse über Angelas Zeit in Auschwitz stammen von der jüdischen Ärztin Margitá Schwalbová, einer Kommunistin aus der Slowakei: „Wie oft ich auch an Menschen zu zweifeln begann, du verstandest es immer, mir meinen Glauben wiederzugeben, du herrlicher, wahrer Mensch – Angela!“ In einem Kapitel „Angela“, das erstmals 1949 im tschechischen Buch „Erloschene Augen“ gedruckt wurde, schreibt diese Freundin aus der KZ-Haft.

„Ich bin […] zu der Zeit der einzige jüdische Häftling, der im Revier arbeitet. Ich trete ein. Auf meiner Pritsche leuchtet eine Taschenlampe, und neben ihr, auf einem Teller, liegen einige Stückchen Zucker, Kekse und eine Zitrone. […] Ich verstehe nicht, aber ich bin zu müde, um nachzudenken. […] Im Halbschlaf höre ich Schritte; jemand beugt sich über mich, streichelt meine Wangen, es scheint mir, daß er betet. Das höre ich aber kaum und verstehe es nicht, vielleicht träume ich nur. Es war kein Traum, es war meine erste Begegnung mit Angela. Angela war eine Nonne aus Westfalen, ihr Kloster war in Tirol. Sie war schon das dritte Jahr im Konzentrationslager wegen Beleidigung des Führers und Aufwiegelung der Bevölkerung.“

Die Chronik der gemeinsamen Monate ist eine Chronik der Niederlagen und gelegentlichen Erfolge beim Kampf gegen SS-Leute, das allgegenwärtige Sterben und Morden, Grausamkeit und Wahnsinn, den Schmutz, den Wassermangel, die Parasiten und grassierende Epidemien.

Eine Flecktyphus-Infektion übersteht die jüdische Ärztin und Kommunistin nur dank des Beistandes der „im Grunde unpolitischen“ Nonne:

„In den Fiebernächten erzählte sie mir „von der heiligen kleinen Theresa, von dem heiligen Michael und von vielen anderen Heiligen, über deren Leben, ihren Tod und ihre Wundertaten. Sie wusste, dass ich Atheistin war, trotzdem breitete sie mit Begeisterung in ihren Augen immer wieder ihren Glauben vor mir aus wie einen Blumengarten. Diese Abende waren wunderschön. Inmitten des fürchterlichen Elends erstand hier eine Insel der Zärtlichkeit und Freundschaft. Und mir in meinem hohen Fieber schien es, als sei ich ein kleines Kind, meine Mutter säße bei mir und erzählte mir Märchen so schön und silbrig wie die Wellen eines Baches meiner Heimatstadt“.

Im Oktober 1942 erkrankt Sr. Angela selbst an Flecktyphus, übersteht aber die Krisis trotz ihrer schweren Herzschwäche. – Sie war später auch „den ganzen Winter 1942/43 sehr krank“ (Brief, August 1943). – Heiligabend 1942 kocht Angela „einen großen Topf Weihnachtssuppe“, schmückt die Stube, bereitet ein kleines Geschenk für jeden vor und bedenkt die Revierkranken und die Frauen im Lager. „Sie hat einen feierlichen, fast ernsten Ausdruck in ihrem Gesicht, nur ihre Augen sind groß, blau, strahlend. In unserer Stube erklingen Weihnachtslieder fast aller europäischer Nationen. Und dann herrscht Stille.“ Margitá Schwalbová erinnert sich: „Es ist das erste Mal, dass ich im Lager eine ruhige, harmonische, ergreifende Stille erlebe.“

Ab dem 15. März 1943 gibt es ein neues Einsatzgebiet, zunächst als Diätköchin, im SS-Lazarett des KZ Auschwitz-Birkenau. Angesichts der zahlreichen erfolglosen Bemühungen schwinden die Aussichten auf eine Entlassung. Das „Angebot“, den Orden zu verlassen und den „Freien [‚Braunen‘] Schwestern“ beizutreten, hat die Nonne abgelehnt: „Dagegen habe ich schon 1 Jahr lang gekämpft“ (illegaler Brief, 14.3.1944). Im September 1944 wird Sr. Angela wird auf Block 6 B verlegt. Bis zum Schluss ist sie – nach Mitteilung von Cäcilia Bader-Menzler und anderer Zeitzeuginnen – von den Mitgefangenen als der „gute Geist des Lazaretts“ und gar als „Engel von Auschwitz“ betrachtet worden. Sie liebt auch die Feinde, die Patienten aus der SS.

Am 23. Dezember 1944 erfolgt ein Bombenabwurf über dem SS-Lazarett Auschwitz-Birkenau – 35 Tage vor Befreiung des Lagers. Sr. Angela stirbt, nachdem ein Bombensplitter in ihre Lunge eingedrungen ist, an Herzversagen. Die Leiche der Nonne wird im Krematorium verbrannt. Sowohl den Angehörigen im Sauerland als auch den Schwestern in Österreich bietet die KZ-Leitung die – angeblichen – sterblichen Überreste (Urne bzw. Asche) an.

Sehr bald nach Kriegsende schreibt die Kommunistin Margitá Schwalbová zwei Briefe an Angelas Schwager im Sauerland und veröffentlicht ihr schon genanntes Buchkapitel „Angela“. Die Schwestern aus dem bis 1957 bestehenden Konvent in Mötz bewahren zwar eine große Hochachtung, forschen aber nicht intensiver nach und gehen schon gar nicht an die Öffentlichkeit. In Mötz waren wohl mehrere Personen an der Denunziation beteiligt gewesen. Die ganze Angelegenheit betrifft ein Tabu.

1986 sammelt jedoch Mutter Hermine Gitter von den Trinitarierschwestern in Mödling bei Wien – gemäß einer Anregung ihrer spanischen Generaloberin – Jahrzehnte später Unterlagen über Sr. Angela (Maria Autsch), wobei sie sich auch „mit Juden und Kommunisten“ aus der KZ-Zeit austauscht und Kontakte ins Sauerland aufnimmt. Bei der feierlichen Eröffnung des Seligsprechungsprozesses im Erzbischöflichen Palais in Wien am 8. März 1990 können die Zeitzeuginnen Margitá Schwalbová und Cäcilia Bader-Menzler zugegen sein. Sauerländer aus dem Kreis Olpe sind in zwei Bussen angereist. Am 26. März 1992 erfolgt eine Übergabe des in Wien abgeschlossenen Prozesses zur weiteren Behandlung nach Rom. Im gleichen Jahr ediert der Benediktiner Ildefons Fux in Österreich die erhaltenen Briefe und einige Gedichte Sr. Angelas.

Was „kirchenamtlich“ aus diesem ganzen Weg wird, steht noch in den Sternen. Schön wäre es, wenn die jungen Frauen und Männer der alten ‚Heimat Sauerland‘ von Schwester Angela hören und man sich in den Gemeinden von ihrer großen Zärtlichkeit erzählt, die mit Gott zu tun hat. Menschen wie diese „Nonne von Auschwitz“ können uns helfen, Wege zu einem guten Leben zu finden und auch einen Schlüssel zur Zukunft der Kirche Südwestfalens nach dem „Ende der katholischen Landschaft“.

Auszug aus: Bürger, Peter: Sauerländer im Widerstand, Botschafter des Lebens und Märtyrer 1933-1945. = daunlots. internetbeiträge des christine-koch-mundartarchivs am museum eslohe. nr. 78. Eslohe 2016. https://www.sauerlandmundart.de/pdfs/daunlots%2078.pdf