Wenn die Liebe zur Heimat einen besonderen Klang bekommt

Foto: Heidi Bücker
Foto: Heidi Bücker

Die Liebe zum Sauerland kann man auf vielfältige Weise zum Ausdruck bringen. Oftmals gelingt das mit tollen Fotoaufnahmen durch das ganze Jahr. Auch die typisch sauerländischen Geschichten von Land und Leuten, wie sie regelmäßig in unserem Magazin zu finden sind, sprechen eine deutliche Sprache. Eher selten ist es allerdings, dass man seine persönliche Liebe zur Heimat in Form von eigens komponierten Liedern deutlich macht, wie es der gebürtige Holthauser Ulrich Henneke getan hat.

Die Musik spielte im Leben des 50-Jährigen schon immer eine große Rolle und so erlernte er bereits als Kind das erste Instrument, die Spielmannsflöte, im Tambourcorps Fredeburg. Im Alter von 15 Jahren wechselte er zur Kur- und Knappenkapelle, wo er seine große Leidenschaft, das Trompetespielen, erlernte. Schon bald entdeckte er auch das Interesse am Dirigieren und so kam es, dass er auch als musikalischer Leiter in der Kur- und Knappenkapelle aktiv war. Mehr und mehr stand der Wunsch im Raum, das Hobby zum Beruf zu machen und so wurde der einstige Beruf als Anstreicher an den Nagel gehängt und eine ganz neue berufliche Richtung eingeschlagen: die des Berufsmusikers. Nachdem er bei der Bundeswehr ein vierjähriges Studium in Düsseldorf absolviert hatte, wurde er als diplomierter Orchestermusiker nach Hannover versetzt. Mittlerweile von der Trompete zum Waldhorn gewechselt, war Ulrich Henneke von 1994 bis 2001 im Heeresmusikkorps I beschäftigt, anschließend wechselte er zum Polizeiorchester Niedersachsen, wo er bis heute als Orchestermusiker und musikalischer Leiter der Egerländer Blasmusik beschäftigt ist.

 

Foto: Heidi Bücker
Foto: Heidi Bücker

Neben den landesweiten Auftritten, Benefizkonzerten, öffentlichen und polizeiinternen Auftritten sowie Workshops an Schulen stehen bei dem 40 Mitglieder starken Polizeiorchester auch Jubiläen, Vereidigungen oder Kirchenkonzerte auf dem Programm. In der übrigen Zeit wird geprobt. Langeweile kommt da bestimmt nicht auf. Zwischendurch war Ulrich Henneke auch für einige Jahre als Wertungsrichter auf Landes- und Bundesebene aktiv. Doch damit nicht genug. Berufsmusiker zu sein ist das eine, aber warum nicht auch nebenher noch Musik machen? 1995 begründete der Holthauser gemeinsam mit anderen den Musikverein Dollbergen, eine Art Musikschule in seinem jetzigen Wohnort. Dort ist er als Dirigent und Ausbilder für Blechblasinstrumente tätig.

Die Idee, ein eigenes Stück zu komponieren, entstand vor dem 70. Geburtstag seines Vaters vor 18 Jahren. „Ich wollte ihm ein besonderes Geschenk machen“, sagt er. Das ist ihm sicher gelungen. Auch die zweite Komposition entstand zu einem besonderen Anlass. Bei der Feier zum 90-jährigen Bestehen des Schützenvereins wurde der Holthauser Schützenmarsch uraufgeführt. Er erzählt, wie in Holthausen und im gesamten Sauerland Schützenfest gefeiert wird. Der so entstandene Marsch mit dem Titel „Unser Schützenkönig“ wird immer wieder gern zum Schützenfest gespielt.

Seit einem knappen Jahr spielt Ulrich Henneke auch auf dem Alphorn, gemeinsam mit zwei weiteren Hornkollegen aus Hannover, Petra Röpenack-Schäfer und Henrich Schäfer. „Nur zum Spaß“, wie er sagt. Ganz aktuell aus seiner Feder stammt der „Ohlberg-Ruf“, der zum ersten Mal beim diesjährigen Osterfest erklang. Mitten auf dem Ohlberg in der Abenddämmerung, kurz vor dem Anzünden des Osterfeuers, ertönten zwei Alphörner und ein Alpsax, eine besondere Form des Alphorns, das vom Alphornbauer Hubert Hense aus Anröchte entwickelt wurde. Ulrich Henneke überraschte gemeinsam mit seinen beiden Freunden die Holthauser mit dieser musikalischen Einlage, für deren Komposition er gerade mal 15 Minuten gebraucht hatte.

Musik war immer ein wichtiger Teil im Leben des Holthausers, doch seine Heimat hat er dabei nie vergessen. Immer, wenn die Zeit es zulässt, kommt er dahin, „wo er groß geworden ist“. „Heimat ist Heimat, hier kriege ich neue Energie“, sagt er. „Einmal Sauerländer, immer Sauerländer.“ So ist auch das nächste Heimatlied bereits in Arbeit und soll, wie die anderen auch, eine Hommage an das schöne Dorf Holthausen sein. Ein weiterer Liebesbeweis an die Heimat, an dem wieder viele Dorfbewohner teilhaben dürfen.

Text: Heike Schulte-Belke