Von Ursula Wiethoff-Hüning

Die Sächsische Bläserphilharmonie unter der Leitung ihres Chefdirigenten Thomas Clamor brachte heute Abend in der Abtei Königsmünster 12 Choralphantasien zu Gehör: eine emotional feine und klanglich höchst facettenreiche Umsetzung in sinfonischer Bläserbesetzung.

Beim „Hymnus“ handelt es sich um evangelisch-lutherische Choralfantasien, komponiert von Christian Sprenger, für sinfonisches Blasorchester wunderbar bearbeitet von Siegmund Goldhammer.

Die erste Choralfantasie begann mit einem großen, souverän vorgetragenen Hornsolo, begleitet von der Pauke, bevor warme sinfonische Blechbläserklänge den Zuhörer quasi einstimmten auf das gesamte Werk. In den ersten Minuten hörte und spürte man bereits den großen sinfonischen Klang. Ähnlich war es auch bei der zweiten Fantasie „Ein feste Burg ist unser Gott“ (nach M. Luther): Das tiefe Blech in großer Besetzung dominierte zu Beginn mit vollen angenehm durchdringenden Klängen. Immer wieder war die bekannte Choralmelodie zu hören, so auch die jeweils anderen Choräle in den sich anschließenden Instrumentalfantasien, zumeist in den Trompetenstimmen. Insgesamt spielten sich Holzbläser (auch Bassklarinette, Englischhorn, Piccoloflöte) und Blechbläser häufig zu, wechselten sich ab, bevor dann wieder der ganz große Ton im Tutti erklang, mit Pauke und Becken. Auch der einzige Kontrabassist trug hörbar zu mancher Klangwirkung bei. Die großen dynamischen Wechsel im Stück und eine facettenreiche Klangfülle wurden scheinbar mit Leichtigkeit gemeistert, und das gesamte Werk strahlte eine große innere Ruhe aus, mit der das Orchester das große Publikum erreichte.

Hilfreich moderierte Sylvia Systermans zwischen den einzelnen Fantasien, und eine ganz besondere Atmosphäre entstand, wenn die Flötistin Claudia Scheibe aus dem Orchester heraus mit Mikrofon Choraltexte las, während zugleich musiziert wurde.

Bei der letzten Choralfantasie „Nun danket alle Gott“ forderte Thomas Clamor das Publikum zum Mitsingen des klar erkennbaren Chorals auf, eine mitreißende Geste. So wurde es ein emotional dichtes, geistig und musikalisch erfüllendes Konzert auf höchstem Niveau, das die Bläserphilharmonie mit ihrem Chefdirigenten gestaltete.