Jeder von uns hat wohl irgendwo so seinen Lieblingsplatz, zu dem er oder sie gerne und immer wieder hingeht, an den er oder sie immer wieder zurückkehrt. WOLL-Redakteurin Kerstin Thielemeier stellt hier ihren Lieblingsplatz vor.

Es gibt sie, diese Orte, von denen Ruhe und Kraft gleichermaßen ausgehen. Sie sind so individuell, wie die Menschen, die sie – für sich – gefunden haben. Meiner heißt: Robbecke. Damit meine ich nicht die gleichnamige Straße, aus der Schmallenberger Oberstadt, sondern das Gebiet hinter der „Dicken Linde“. Traurig aber wahr habe ich diesen Ort erst nach Kyrill im Jahr 2007 für mich entdecken können. Denn davor war es ein normaler Waldweg, der durch den Sturm zum freien Feld wurde. Heute stehen rechts und links des Weges Tannenbäume, die in Reih´ und Glied gepflanzt und eingezäunt wurden. Auch wenn ein Teilstück des ursprünglichen Waldes nun „fehlt“ so konnte doch eine beachtliche Fläche dem Sturm standhalten. Und genau da ist mein Lieblingsort. Auf einem Wanderschild steht der Standortname Moosegge – dies nur für Insider. Steht man nun dort oben „am Berg“, eröffnet sich ein, für mich, atemberaubendes Panorama.

Der Blick reicht vom Wilzenberg, über den Aberg zum Kirchturm der Stadt bis hin zur kleinen, weißen Wormbacher Kapelle mitten im Grünen. Und irgendwo dazwischen, da wohne ich mit meiner Familie. Dieser Blick, dieser Ort gibt mir tagtäglich die Möglichkeit für einen Augenblick innezuhalten, hinauszublicken, Luft zu holen, Kraft zu schöpfen und mit dem entsprechenden Abstand den Alltag kurz hinter sich zu lassen. Und irgendwie, ich weiß auch nicht wie, komme ich grundsätzlich gut gelaunt zurück. Der größte Nutznießer meiner natürlichen Auszeit ist sicherlich unsere Golden Retriever Hündin. Seit fast 10 Jahren ist sie mittlerweile mit jedem Grashalm per Du. Eigentlich ist es dem täglichen Hundespaziergang geschuldet, dass ich diesen Ort für mich entdecken konnte und heute mehr denn je genießen kann. Herrlich. Mehr noch, an diesem Ort habe ich viele kreative Ideen für meine Arbeit als Texterin. Kehrt man ihm den Rücken und lässt die Stadt im wahrsten Sinn hinter sich, hat man die Wahl: weiter bergauf Richtung Ebbinghof/Bad Fredeburg zu wandern oder links in einen kleinen Rundwanderweg abzubiegen. Hier geht es in den Wald, an der Wennequelle vorbei, wieder bergab und somit zurück. Magisch, wenn ich gut drauf bin. Beruhigend, wenn ich rappelig bin und energetisch, wenn ich mich erschöpft fühle. Die Ruhe, die Natur, der Ausblick, die Gerüche und Düfte der Jahreszeiten – all´ das macht diesen Ort zu meinem Lieblingsort.

Der Beitrag ist im aktuellen WOLL-Magazin für Schmallenberg/Eslohe erschienen.